vissza vissza
 
 

LISZT FERENC

GEDENKMUSEUM

BUDAPEST

LISZT FERENC

GEDENKMUSEUM

LISZT FERENC UNIVERSITÄT FÜR MUSIK, BUDAPEST

KATALOG DER STÄNDIGEN AUSSTELLUNG



Zusammengestellt von Mária Eckhardt,

wissenschaftliche Direktorin des

Liszt Ferenc Gedenkmuseums und Forschungszentrums

Deutsche Übersetzung: Erzsébet Mészáros

Revision der Übersetzung: …

Design: Sándor Bausz

Farbfotos: Sándor Bausz, László Gyarmathy, István Mészáros, Miklós Török, Dániel Ujváry

Schwarz-weiß Fotos: Studio Bakos-Tihanyi, István Fehér, Andrea Felvégi, László Gyarmathy,Miklós Török, Dániel Ujváry

ISBN…

Edition@Liszt Ferenc Universität für Musik, Liszt Ferenc Gedenkmuseum und Forschungszentrum

Budapest 1064, Vörösmarty utca 35. Telephon: (361) 3229-804, 3427-320, Fax: 4131-524

www.lisztmuseum.hu

Gedruckt in Ungarn, László András és Társa Nyomdaipari Bt., Budapest



Mária Eckhardt

EINFÜHRUNG



Der Generaldirektor der Budapester Musikakademie, Jenõ Hubay (1858-1937) fasste die Gründe für die Errichtung des ersten Budapester Gedenkzimmers für Franz Liszt (1881-1886) in einer Eingabe an das Ministerium für Religion und Bildungi vom 7. Juli 1925 folgendermaßen zusammen: „Nachdem ich die musikalischen Veranstaltungen anlässlich des 50. Jubiläums der Gründung der Nationalen Königlich-Ungarischen Musikakademie durch die Errichtung eines Liszt-Zimmers zu ergänzen wünsche, um die dem Gedächtnis des Gründungspräsidenten gewidmeten Sammlungen unterzubringen, habe ich das auf den Liszt Ferenc Platz und die Király Straße hinausgehende Eckzimmer im ersten Stock als das geeignetste Zimmer für die Unterbringung der Denkwürdigkeiten ersehen. Das Ziel unserer Institution ist, die Beziehungen des großen Meisters zu dieser Institution zu verewigen und seine nationalen und internationalen Verbindungen mit Hilfe der Denkwürdigkeiten zu zeigen.“ Im Gegensatz zu Weimar, wo die Hofgärtnerei, Liszts letztes Heim bereits 1887, ein Jahr nach dem Tod des Komponisten in ein ständiges Liszt-Museumii umgewandelt wurde, war das gleiche in seiner Heimat unmöglich: Sein letztes Zuhause in Budapest, wo er auch seine offiziellen Stunden gab, war eine „Dienstwohnung“ im Gebäude der Musikakademie in der Sugár (Radial) Straße, deren Räume später für Unterrichtszwecke benötigt waren. Trotzdem erwies sich das Gebäude infolge der wachsenden Studentenzahl bereits für die Jahrhundertwende als zu klein.iii An seiner Stelle wurde für 1907 ein neues, repräsentatives Palais für die Musikakademie gebaut; es war das erste ständige, nicht gemietete Gebäude. In diesem Gebäude am Liszt-Ferenc Platz, das zu Liszts Lebzeiten noch nicht existierte (später aber das Zentralgebäude der Liszt Ferenc Universität für Musik wurde und bis heute geblieben ist), eröffnete man 1925 das erste Liszt-Gedenkzimmer, den Kern der Sammlung des heutigen Liszt Ferenc Gedenkmuseums.

In der Einleitung zum Katalog des ersten Liszt-Gedenkzimmers der Musikakademie heißt es: „die kurze Zeit, die zwischen dem Auftauchen des Gedankens an ein LISZT-ZIMMER und den Fünfzigjahrfeierlichkeiten vergangen ist, hat es nicht ermöglicht, eine Spezialsammlung aussschließlich für die Musikakademie zusammenzutragen.“iv Was sie zu zeigen vermochten, war „eine Sammlung, die den Kern einer späteren Erweiterung bildete und ein Bild von Liszts persönlicher Größe vermittelte.“ Leihgaben von dem Ungarischen Nationalmuseum, dem Museum der Schönen Künste, dem Ernst Museum und Privatpersonen wie Jenõ Hubay, Emma Földváry, Adolf Szabady, Dávid Strelinszky und Árpád Szendys Witwe halfen, „einen Gesamteindruck von Vollständigkeit zu verschaffen.“ Die Einrichtung des Liszt-Zimmers war die Arbeit von Lajos Ernst.v Der wichtigste Teil der Ausstellung war und ist immer noch „Liszts Nachlass“ an der Musikakademie: seine Instrumente, seine Budapester Bücher- und Notensammlung sowie die anderen, einst in seiner „Dienstwohnung“ vorhandenen persönlichen Gegenstände. In einem Brief an Kornél Ábrányi, den Sekretär der Musikakademie, datiert mit Weimar, dem 22. Mai 1881 erklärte Liszt, dass sein Chickering-Konzertflügel, der sich im Konzertsaal neben seinem Salon befand, „sowie mein ganzer Budapester persönlicher Besitz sollen bei meinem bevorstehenden Tode der Königlichen Ungarischen Musikakademie zufallen“.vi

Für die Entwicklung der Liszt-Gedenksammlung erwarben sich zwei begeisterte Liszt-Forscher besonderse Verdienste: der Verfasser des 1925er Katalogs Kálmán d’Isoz (1878-1956), der Haupbibliothekar des Nationalmuseums und Generalsekretär der Musikakademie zwischen 1934 und 1943 war sowie Margit Prahács (1893-1974), Hauptbibliothekarin der Musikakademie. Beide bemühten sich um die Erweiterung und die bestmögliche Anordnung der Sammlung, die bald in ein größeres Zimmer im dritten Stock, die frühere Sekretärswohnung, verlegt wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Großteil der ausgestellten Gegenstände eingepackt und an einem von Luftangriffen sicher gewähnten Ort aufbewahrt. Obwohl das Musikakademiegebäude zum Glück keinen Schaden erlitt, konnte ein Teil des Liszt-Materials, das im Jahre 1949 durch Frau Szinyei-Mersesvii wertvolle Liszt-Sammlung ergänzt worden war, erst im Herbst 1955 in einem kleinen Zimmer im dritten Stock ausgestellt werden. Sein Bestand wurde von Prahács in einem anläßlich des Liszt-Jubiläumsjahres 1956 veröffentlichten französichen Katalog aufgezählt.viii Die Sammlung, mit deren Bewahrung, Erweiterung, Bearbeitung und Ausstellung die Bibliothek der Akademie beauftragt wurde, siedelte etliche Male im Gebäude um, je nach dem, wo sich Ausstellungsräume ergaben. Der 1968 von Prahács zusammengestellte ungarische Katalog zählt 357 Sätze auf (keineswegs alles, was in den damals als „Liszt-Museum“ verwendeten beiden Räumen im dritten Stock ausgestellt war) und zeigt, „dass die Musikakademie ihre Pflicht tat und den sehr wertvollen Bestand ständig und systematisch vergrößerte.“ix Die letzte Umordnung der Sammlung im Gebäude am Liszt Ferenc Platz führte der Hauptbibliothekar Professor János Kárpáti (geb. 1932) für die Hundertjahrfeier der Musikakademie im Jahre 1975 aus, dessen international anerkanntes Werk als Bartók-Forscher sowie Spezialist der Musik des Fernen Ostens und der zeitgenössischen ungarischen Komponisten ihn nicht daran hinderte, sich intensiv mit der Geschichte der Musikakademie und mit Liszt zu beschäftigen. Während seiner Amtszeit, im akademischen Jahr 1981/82, gab das Ministerium für Bildung und Unterricht dem beharrlichen Drängen des Verwaltungsrates der Musikakademie und des Generalsekretärs der Liszt Ferenc-Gesellschaft, Professor Miklós Forrai (1913-1998), nach und kaufte der Musikakademie das Gebäude, das vom akademischen Jahr 1879/80 bis 1906/07 die Institution beherbergte. Es befindet sich in der früheren Sugár (seit 1885 Andrássy) Straße, einer der elegantesten Straßen von Budapest, die seit 2002 zum Welterbe gehört.x Mit dieser Tat hat sich ein alter Wusch erfüllt. Die Musikakademie und die Liszt Ferenc Gesellschaft hatten sich bereits in den 1930er Jahren um den Neuerwerb des alten Gebäudes bemüht. Am 22. Oktober 1935 war an der Fassade des Gebäudes in der Andrássy Straße eine Liszt-Gedenktafel enthüllt. 1942 mietete das Ministerium für Religion und Bildung einen Großteil des Hauses für die Akademie, die es seit 1907 nicht mehr gebraucht hatte. Der Generaldirektor Ernõ Dohnányi (1877-1960) machte Vorschläge für seine künftige Benützung (einschließlich der Errichtung eines ständigen Liszt-Gedenkmuseums in Liszts ehemaliger Wohnung) und sein Nachfolger, Ede Zathureczky (1903-1959), erhielt die Zusage, dass die künftigen Klassräume bis 1944 eingerichtet werden.xi Obwohl die Miete bis kurz nach Kriegsende bezahlt worden war, konnte die Musikakademie ihren früheren Sitz, der bis Anfang der 1980er Jahre von verschiedenen Institutionen gebraucht wurde, offensichtlich aus politischen Gründenxii nicht in Gebrauch nehmen. Zwei Jahre vor 1986, dem 175. Jahrestag der Geburt und der Hundertjahrfeier des Todes von Liszt, entschieden sich Herr Professor József Újfalussy, der Rektor und István Dencsõ, der Finanzdirektor der Musikakademie mit der Unterstützung des Ministeriums für Bildung und Unterricht für die Rekonstruktion des Gebäudes.

Mir wurde durch den Auftrag, ein ständiges Liszt Gedenkmuseum im ehemaligen Heim des Meisters zu errichten, eine ehrenvolle und zugleich schwierige Aufgabe zuteil. Ich konnte mich bei dieser Arbeit auf die früheren Liszt-Gedenkzimmer der Akademie, die berufliche Leitung und Hilfe von János Kárpáti sowie auf die Ergebnisse mehrerer ausgezeichneter Liszt-Gelehrter, vor allem Dezsõ Legány (1916-2006) verlassen, dessen Studie „Liszts Wohnungen in Budapest“ seit 1984 den Ausgangspunkt meiner eigenen Forschungen bildete. (Diese Studie ist auf Seiten 17-23 des vorliegenden Katalogs abgedruckt.) Wir waren uns darin einig, dass das künftige Liszt-Gedenkmuseum ein Zentrum der ungarischen Liszt-Forschung und ein Bestandteil des internationalen Netzes von Institutionen sein soll, die sich mit dem Leben und Werk des großen ungarischen Komponisten Franz Liszt befassen sollen. Die offizielle Bewilligung des Museums ist mit dem 7. Oktober 1985 datiert. Das Liszt Ferenc-Gedenkmuseum und Forschungszentrum wurde dem allgemeinen Publikum am 20. September 1986, dem Tag der Einweihung des renovierten Gebäudes eröffnet. Seitdem wird das als „alte Musikakademie“ bezeichnete Haus von der Liszt Ferenc Universität (Akademie) für Musik intensiv gebraucht und bietet einigen wichtigen Musikgesellschaften und Stiftungen Unterkunft.xiii

Obwohl das Gebäude in der Sugár/Andrássy-Straßexiv während der langen Periode (1907-1981) seiner Verwendung durch andere Institutionen beträchtliche Umbauten erlebte, waren wir bei der Rekonstruktion bestrebt, seinen ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, besonders den ersten Stock mit Liszts Wohnung (wo sich jetzt das Museum befindet) und den damit verbundenen Konzertsaal. Kleinere Umänderungen waren selbstverständlich aus praktischen Gründen erforderlich. Abgesehen von der Verschließung einiger Türen, war die bedeutendste Veränderung dieser Art, dass die Bühne von der Straßenfront auf die gegenüberliegende innere Wand des Konzertsaales verlegt wurde, eine Tatsache, die teils durch die unermessliche Verkehrszunahme, teils durch das Bedürfnis nach einem Künstlerzimmer notwendig war. Das Dienstbotenzimmer ist gegenwärtig ein Lagerraum für das Museum, der vom Schreib- und Schlafzimmer Liszts nicht mehr, nur von der Vorhalle zugänglich ist. Die gegenwärtige Vorhalle des Museums hatte auch zu Liszts Zeit die gleiche Funktion: Sie führt ins Esszimmer, aus dem sich zur Rechten das Schreib- und Schlafzimmer, zur Linken der Salon öffnet, genauso wie damals, als Liszt hier lebte. Die direkte Verbindung zwischen Liszts Salon und dem Konzertsaal ist immer noch vorhanden, auch wenn der Zugang nicht direkt zur Bühne, sondern nur in den Zuhörerraum gesichert ist. Die Reihe der geschnitzten Stühle, die 1907 in das neue Akademiegebäude hinübergetragen wurden, sind jetzt den Konzertsaalwänden entlang wieder aufgestellt. Die Orgel des Konzertsaales konnte nicht mehr wiederhergestellt werden: Ihre Pfeifen sind verkauft und in die Reformierte Kirche von Berettyóújfalu eingebaut, ihre Holzteile vor langer Zeit vernichtet worden. Das gleiche gilt für den dekorativen Marmorkamin des Salons, der nur aus zeitgenössischen Beschreibungen bekannt ist. (Übrigens waren in der Wohnung keine Öfen notwendig, weil das Gebäude laut Mitteilung von Vasárnapi Újság (1879/32) mit warmer Luft geheizt wurde, ein Umstand, der während der Rekonstruktion bestätigt werden konnte.) Es ist uns gelungen, das Pfauenblau der Seidenvorhänge des Salons wiederherzustellen, nicht aber die auf hellen Grund gemalte reiche Dekoration der Decke, weil die die der Beschreibung des Architekten beigelegten Muster (mit all den Vorhangsmustern) 1956 im Feuer des Nationalarchivs vernichtet wurden. Die Abschriften der Dokumente an der Musikakademiexv enthalten nur eine Aufzählung der Beilagen, nicht aber die Muster.

Bei der Rekonstruktion der Einrichtung der Wohnung erwiesen sich zahlreiche Artikel in der zeitgenössischen Presse als äußerst hilfreich. Den Ehrenplatz nimmt Kornél Ábrányis Artikel „Über Ferencz Liszt“ in Magyar Szalon (März 1886) ein, in dem auch eine nach einem Foto hergestellte Originalzeichnung zu sehen ist, die einen Teil von Liszts Schreib- und Schlafzimmer zeigt (s. Nr. 20 des Katalogs, reproduziert auf Seite ---- ). Weitere wichtige Auskünfte bietet die 3. August 1886-Nummer des Budapester Tagblatt, in der ein Augenzeuge den Zustand der Zimmer unmittelbar nach Liszts Tode beschrieb. Diese Berichte, von denen manche in Zeitungen im Ausland erschienen, stimmen nicht in allem überein, zum Beispiel was die Stelle der Bücher- und Notenregale, die Art der Instrumente, die Bilder oder sogar die Möbelfarbe anbelangt. Es muss jedoch in Betracht gezogen werden, dass diese Artikel aus verschiedenen Zeiten zwischen 1881 und 1886 stammen und Räume, in denen gelebt wird, ihr Äußeres gewöhnlich verändern. Manche Beschreibungen entstanden tatsächlich nach dem Gedächtnis und verwechseln gelegentlich die Möbel von Liszts Wohnung im ersten Gebäude der Musikakademie am Hal/Fisch-Platz mit denen der zweiten Wohnung in der Sugár Straße (wie Arno J. Mayer in der Neuen Illustierten Zeitung 1886/47). Trotzdem mussten wir uns auf diese zeitgenössischen Schriften verlassen, deren Beschreibungen mit Tatsachen aus Liszts Briefwechsel und den Erinnerungen seines Zeitgenossen ergänzt wurden.

Äußerst wichtig ist jedoch die Tatsache, dass die einem Musiker wichtigsten Gegenstände, wie Liszts Bücher- und Notensammlung, der Schreibtisch, an dem er zu komponieren pflegte und seine Budapester Instrumente (sowie die beiden anderen, die er der Obhut der Famile Augusz in Szekszárd anheimstellte) gleich nach seinem Tode in den Besitz der Musikakademie übergingen.xvi Seine anderen Einrichtungsgegenstände sowie sein persönlicher Besitz wurden dagegen laut Unterweisung von Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein, der einzigen Erbin Liszts, als Andenken verteilt. Manche, die zufällig erhalten geblieben sind, wie zum Beispiel der herrliche Gasleuchter, auf den Liszts ferne Vettern Anspruch erhoben und soweit gingen, Anfang des 20. Jahrhunderts einen Prozess gegen die Musikakademie zu führen,xvii sind im Laufe der Zeit verschwunden. Dank Kálmán d’Isoz und besonders Margit Prahács konnten ein großer und zwei kleinere Armstühle des Salons sowie Liszts Ofenbank (Kat. Nrn 163-164), sein Betschemel (Kat. Nr. 51) und zwei Bücherschränke (Kat. Nrn. 57, 94) aufgespürt und wiedererlangt werden. Der Rest der jetzt ausgestellten Möbel stammt aus der gleichen Zeit und ist im Einklang mit dem Stil der Möblierung sowie den erhalten gebliebenen Illustrationen und den erwähnten Beschreibungen. Die Vorhänge, Teppiche, Decken und Polster in Liszts Wohnung waren den Menschen zurückgegeben, die sie Liszt gemacht oder geschenkt hatten. Sogar ein von der Königin/Kaiserin Elisabeth gesticktes schönes Polster war dem Wiener Haushofmeistersbüro zurückerstattet.xviii Von diesen Einrichtungsgegenständen gelangten nur ein Ripsvorhang (Kat. Nr. 14) und ein gestickter Teppich (Kat. Nr. 45) in die Musikakademie zurück. Die Bilder erlebten das gleiche Schicksal wie die übrigen Gegenstände. Von den wertvollen Bildern des Salons – einschließlich des lebensgroßen Porträts von Sophie Menter und zahlreicher wertvoller Gemälde und Zeichnungenxix – sind nur Gustave Dorés zwei Liszt-Illustrationen und die signierten Fotografien der Erzherzogin Maria Valeria und der Prinzessin Amelia von Böhmen erhalten geblieben (s. die Katalognummern 115 und 145). An die Stelle der fehlenden Bilder wurden Liszts zeitgenössische Porträts von bedeutenden ungarischen und ausländischen Künstlern aufgehängt. An den Wänden des Schreib- und Schlafzimmers hingen auch ursprünglich eine Ansicht von Rom (Kat. Nr. 40), eine Graphik von Sándor Teleki (nicht die von Liszt besessene Kopie, sondern die Reproduktion eines anderen, s. Kat. Nr. 42) und ein Christuskopf (Kat. Nr. 56). Die dort fehlenden Bilder wurden durch Porträts von Liszts Familie und Freunden ersetzt.

Obwohl eine ziemlich große Zahl der Gebrauchsgegenstände des Komponisten und der mit seiner künstlerischen Laufbahn verbundenen Souvenirs (Schmuckgegenstände, Kranzschleifen, Diplome, Gedenkblätter usw.) gesammelt werden konnte, ist nur ein kleiner Teil davon ständig ausgestellt. Die persönlichen Gegenstände seines Alltagslebens, wie zum Beispiel seine Kleidungsstücke, sein Besteck, seine Haarlocken und Ähnliches sind in einer Glasvitrine in seinem Schreib- und Schlafzimmer gezeigt. Besonders ergreifend ist die Totenmaske mit dem vom Meister zum letzten Mal getragenen Hemd und Taschentuch (Kat. Nr. 83-88). Die Schmuckgegenstände und künstlerische Souvenirs sind im Salon in zwei Glasschränken ausgestellt; einer von ihnen enthält zahlreiche Gegenstände, die das Eigentum des Ungarischen Nationalmuseums bilden. Liszt bot in einem Brief vom 3. Mai 1874 dem Museumsdirektor Ferenc Pulszky (1814-1897) die wichtigsten Andenken seiner künstlerischen Laufbahn als Ausdruck seiner Dankbarkeit für das Begehen seines fünfzigsten Künstlerjubiläums im Jahre 1873 in Ungarn an,xx darunter Beethovens Broadwood-Flügel und das Model des Wiener Beethoven-Denkmals (Kat. Nr. 170), einen silbernen Notenpult (Foto: Kat. Nr. 101), Goldschmiedstücke, Bilder und andere wertvolle Gegenstände. Sie wurden nach seinem Tode mit der Erlaubnis der Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein tatsächlich in das Ungarische Nationalmuseum überliefert. Viele in ihren Ausstellungen nicht verwendeten Sätze werden dem Liszt Ferenc Gedenkmuseum für längere Perioden ausgeliehen; aber dieses Material wechselt sich von Zeit zu Zeit. Unser gegenwärtiger Katalog enthält die bis Ende 2011 ausgeliehenen Gegenstände.xxi

Aus den Möbeln des Speisezimmers ist überhaupt nichts erhalten geblieben und auch die zeitgenössischen Beschreibungen sind dürftig. Daher war es klar, dass dieses Zimmer im Gegensatz zu den beiden anderen als Ausstellungsraum einem besseren Zweck diente, als wenn man versuchte, das ursprüngliche Interieur nachzuahmen. Das bietet auch dazu Möglichkeit, Material im Zusammenhang mit Liszt auszustellen und viele Dokumente der reichen, von Jahr zu Jahr wachsenden Sammlung des Museums zur Schau zu stellen, die ständig nicht ausgestellt werden können (Originalmanuskripte, Briefe, Fotografien, Noten usw.) oder die in der ständigen Ausstellung einfach keinen Platz haben. Die jährlich ein bis zwei zeitweiligen Ausstellungen weisen die Forschungsergebnisse des Liszt Gedenkmuseums und Forschungzentrums vor und zeugen von unseren guten Beziehungen mit anderen Museen und Bibliotheken, die uns gerne Originalstücke oder Kopien ausleihen. Manche Ausstellungen kamen mit Hilfe von internationaler Zusammenarbeit zustande und wurden auch im Ausland gezeigt (z. B. „Liszt und Chopin“ in Warschau, „Liszt und Beethoven“ in Weimar und Bonn); andere fanden im Zusammenhang mit internationalen musikwissenschaftlichen Konferenzen statt, die im Konzertraum neben dem Museum veranstaltet wurden (z. B. „Liszt und Schubert“ oder „Liszts 125 Jahre alte Musikakademie“. Die in den Vitrinen von Liszts ehemaligem Salon gezeigten zeitweiligen Ausstellungen (die oft in den Vorraum der Forschungsbibliothek im Erdgeschoss ausgebreitet werden) zeigen Liszt, seinen Kreis, seine Zeit und die Periode danach unter verschiedenen Gesichtspunkten, um zu sichern, dass die Besucher bei ihrer Rückkehr immer etwas Neues bekommen.

Um die Atmosphäre von Liszts Wohnung so authentisch wie möglich zu vergegenwärtigen und die Figur sowie das Werk Liszts möglichst abwechslungsreich darzubieten, trachtet das Liszt Ferenc Gedenkmuseum der Liszt Ferenc Musikakademie danach, nicht nur Gegenstände in seinem Besitz, sondern, wie erwähnt, auch Dokumente und Gegenstände auszustellen, die andere Museen, Archive, und sogar Privatpersonen besitzen. Material dieser Art ist nicht nur in den zeitweiligen Ausstellungen zu sehen, sondern auch in den beiden dem ursprünglichen Interieur ähnlich eingerichteten Zimmern. Manche Möbelstücke der im Grunde genommen ständigen Einrichtung können sich daher verändern, da die Besitzer die von ihnen ausgeliehenen Gegenstände jede Zeit frei rückverlangen können. Im Fall von Zeichnungen, Aquarellen and Fotografien können die Originaldokumente nicht über eine längere Periode hin ausgestellt werden, weil ihr Stoff geschützt werden muss. Nach einer Weile müssen sie daher ausgewechselt oder durch feine Kopien ersetzt werden. Wir danken den betreffenden Institutionen und Privatpersonen, dass sie zum Bestand des ausgestellten Materials beigetragen haben.

Der hier vorgelegte Katalog ist eine vollkommen umgearbeitete neue Variante des ersten englischen Katalogs von 1986 und behält die Methode, das Material der ständigen Ausstellung des Liszt Ferenc Gedenkmuseums in topographischer Reihenfolge darbieten. In vielen Fällen wurden die Beschreibungen des 1986er Katalogs übernommen, in dem uns der inzischen verstorbene György Rózsa (Ungarisches Nationalmuseum) bei der Beschreibung der Bilder, Zeichnungen und Statuen und Ferenc Batári (Museum für Angewandte Künste) bei der Beschreibung der Möbel, Einrichtungsgegenstände und Reliquien behilflich war. Die Goldschiedarbeiten des Nationalmuseums wurden von Annamária Németh beschrieben und bei der Beschreibung der Musikinstrumente stand uns Eszter Gát-Fontana als Beraterin zur Seite. In anderen Fällen mussten vollkommen neue Beschreibungen gemacht werden oder die alten aufgrund der jüngsten Forschungsergebnisse revidiert und mit den Angaben der neuen Veröffentlichungen ergänzt worden.

Im Laufe von mehr als zwanzig Jahren hat sich sogar im ausgestellten Material der ständigen Ausstellung vieles verändert. Daher war es unmöglich, die Nummerierung des 1986er Katalogs zu behalten.xxii Gegenstände, die einst Franz Liszt besaß, sind mit dem Zeichen * neben den Ziffern versehen; ** bezeichnen Gegenstände, bei denen wir eindeutig wissen, dass sie einen Bestandteil der Einrichtung der Wohnung in der Sugár Straße bildeten. Ein Hinweis auf die Provenienz galt im Fall der Gegenstände als besonders wichtig, weil in vielen Fällen nur dies ihre Beziehung zu Liszt bestätigen kann. Bedauerlicherweise sind die meisten alten Inventare der Musikakademie zu kurz gefasst. Der einzige Beweis für die Beziehung mancher Gegenstände zu Liszt war der Ausstellungskatalog von Margit Prahács aus dem Jahre 1968. Prahács besass beispiellos Kenntnisse über das Thema, so haben wir keinen Grund, ihre Angaben zu bezweifeln. Solche Fälle sind aber trotzdem separat gekennzeichnet. – Die Provenienzfrage ist bei Bildern, Statuen und Liszt-Fotografien nicht so wesentlich und wird nur in Sonderfällen erwähnt. Die Maße der Dokumente und der Name des Besitzers sind in jedem einzelnen Fall angegeben zusammen mit ihrer Standortsnummer oder der Signatur in der öffentlichen Sammlung, woher sie stammen. Die Erklärung für die Bezeichnung der Sammlungen ist in dem Abkürzungsverzeichnis mitgeteilt.

In einigen Fällen war es notwendig, gewisse Sätze durch Zitate aus Liszts Briefwechsel, der zeitgenössischen Presse, aus Memoiren, Studien oder anderen Quellen zu erklären. Darauf wird im Text nur kurz hingewiesen, wobei der ausführliche Hinweis in der Bibliographie (S. 89-92) zu finden ist, wo die wichtigsten gedruckten Ausgaben über das Material des Museums aufgezählt sind (unter anderem die zweisprachigen annotierten Kataloge von Liszts Budapester Bibliothek).xxiii Der beschränkte Umfang dieses Katalogs hat es nicht ermöglicht, ausführliche Kommentare zu jedem Stück zu geben und wir waren nicht bestrebt, einen vollen catalogue raisonée zu bieten. (Die Kataloge der Ausstellungen, wo die Dokumente früher gezeigt wurden, sind nicht aufgezählt). Ähnlicherweise war es unmöglich, jedes Stück bildlich darzustellen. Es bestand bloß die Möglichkeit, einige Beispiele für die verschiedenen ausgestellten Dokumenttypen zu geben und einen Begriff von der Atmosphäre des Museums durch manche „Interieurbilder“ zu vermitteln. Die Digitalisierung nicht nur des ausgestellten Materials, sondern der vollständigen Sammlung der Liszt Ferenc Gedenkmuseums ist jetzt in vollem Gange. Unser Ziel ist es, sie binnen kurzer Zeit auf der Heimseite des Museums zugänglich zu machen.xxiv



Budapest, Januar 2008





Dezsõ Legány

Liszts Wohnungen in Budapest



Liszt hielt sich seit seiner Kindheit oft in der ungarischen Hauptstadt auf. Er brauchte dort in den frühen Jahren keine Wohnung, da seine Aufenthalte nie lang waren und seine Bekannten ihn mit Einladungen überhäuften; außerdem gab es Hotels jede Zeit. 1869 trat aber in seinem Leben, das damals schon seit acht Jahren mit Rom verbunden war, eine entscheidende Wende ein. Er ließ zuerst dem Bedrängen des Erzherzogs von Weimar nach, später folgte er einer Einladung nach Budapest, und von da an teilte er sein Wirken unter drei Städten. Ab und zu gab es ein Jahr, wo er Weimar nicht besuchte, ein anderes Mal blieb er Rom fern, aber Budapest ließ er kein einziges Jahr von seinen Aufenthalten aus. Bis zu seinem siebzehn Jahre später erfolgten Tode kehrte er jährlich treu in seine Heimat zurück, wie immer sein Gesundheitszustand oder wie streng der Winter in Budapest war, besonders im Vergleich zum Herbst und Vorwinter in der Umgebung Roms, wo er bis dahin in Ruhe und fast strahlendem Sonnenschein leben konnte.

Bei den ersten zwei Gelegenheiten fand Liszt im Pfarrhaus der Innenstadt Unterkunft. Dort gab er im Winter 1870/71 seine dreizehn Matinéen mit zahlreichen Mitwirkenden, die das Interesse des ganzen Landes weckten. Zwar fehlte es an der Gastfreundschaft seines Gastgebers auch im Weiteren nicht, doch überzeugte ihn sein zweiter, fast halbjähriger Aufenthalt, dass er nur dann regelmäßig nach Budapest fahren könne, wenn er dort eine selbständige Wohnung bekommt. Im Frühjahr 1871 vertraute er seine Sorgen Baron Augusz, einem seiner ergebendsten Landsleute in einem Brief von Weimar an: „Da ich nun einmal nicht den Vorteil habe, reich zu sein und da ich von niemandem borgen möchte, bin ich gezwungen, mit meinen Ausgaben zu sparen. Die Wohnung wäre eine meiner schwersten Bürden in Pest... sobald mir ihre Sorge abgenommen wird, verspreche ich Ihnen, dass ich nächsten Winter zurückkomme. Einen großen Salon brauche ich überhaupt nicht; denn, angenommen, dass die »Matinéen« wieder anfangen, wird uns unser vorzüglicher Freund Schwendtner das Empfangszimmer der Pfarre zur Verfügung stellen.xxv Augusz ging eilends ans Werk und mietete Liszt binnen zwei Monaten eine Wohnung im zweiten Stock eines Hauses im neuesten Pester Stadtviertel. Um die Ecke des Hauses verlief die Széchenyi Promenade und ihm gegenüber befand sich das Hotel Frohner, das Möglichkeiten zum Essen bot. In seinen Briefen ging Liszt bloß auf drei Einrichtungsgegenstände ein: Er bat Augusz um einen breiten, bequemen Schreibtisch mit mehreren Schubladen für seine Kompositionen und zwei Klaviere, die Bösendorfer liefern soll. Sonst „soll meine ganze Möblierung sehr einfach, ohne jeden Luxus sein.“xxvi

Liszt bezog seine erste ständige Wohnung in Budapest am 16. November 1871 und wohnte dort bis zum 31. März 1873. Inzwischen hielt er sich zwischen April und November 1872 in Weimar auf. Er hatte die Wohnung kaum einige Tage in Besitz genommen, als er einen Brief an Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein nach Rom schrieb: „Bei meiner Ankunft am Donnerstag Abend fand ich Augusz, Reményi und mehrere meiner Freunde am Budaer Bahnhof vor. Augusz führte mich in seiner Kutsche in meine Wohnung in der Nádor-Straße Nr. 20 – wo mich Frau Augusz und ihre Töchter: Helen und Anna sehr herzlich empfingen und unterbrachten. Sie kennen bereits die Beschreibung dieser Wohnung, die ganz geeignet ist – vollkommen eingerichtet, ohne den Luxus eines Börsenmaklers, aber bequem, – sauber, ordentlich, gut gelegen – und ist nicht zu teuer im Vergleich zu den hohen Pester Mieten. Das nächste Mal wird Ihnen Augusz irgendein Bild von meinen Türen und Fenstern schicken. Daran werden Sie sehen können, dass meine Unterkunft sehr bequem, ja sogar geräumig ist, und dass ich allen Grund habe, zu Hause zufrieden zu sein – besonders, wenn ich meine Zeit gut einteilen kann. Meist gehe ich von halb 7 bis 7 in die Sankt Leopoldskirche in die Messe, die unweit von meinem Hause liegt. Ich werde mein Mittagessen im Hotel Frohner einnehmen.“xxvii

Das Haus steht immer noch unter Nummer 23 der Nádor Straße. Seine Lage war nicht so günstig, wie die des Pfarrhauses, wo Liszt früher zu Gast gewesen war. Es lag etwas ferner vom damaligen Stadtzentrum, vom Konzertsaal und Theater. Liszt lud dorthin nur wenige Besucher ein. Offensichtlich wäre er länger, vielleicht endgültig dort geblieben, wenn inzwischen nicht ein Parlamentsbeschluss über die Errichtung der Musikakademie gefasst worden wäre, der das Ministerium dazu bewog, die Unterbringung der neuen Hochschule und zugleich der Naturalwohnung Liszts auf einen Hieb zu lösen.

Diese zweite Wohnung Liszts befand sich am ehemaligen Hal (Fisch) Platz, Nr. 4, links zum Pester Brückenkopf der gegenwärtigen Elisabethbrücke, in einer Straße hinter dem Mathiaskeller. Das Haus wurde um 1910 abgerissen. Der Ort, wo es einst gestanden hatte, ist jetzt durch eine Gedenktafel an der Wand des Hauses Irányi Straße Nr. 1 kenntlich gemacht. Von seinem Äußeren sind zwei Fotografien erhalten; das Bild von Liszts Salon ist teilweise durch eine zeitgenössische Zeichnung bewahrt. Es war ein Gebäude im klassizistischen Stil, wie der überwiegende Teil der Häuser in imposanter Ausführung entlang dem alten Pester Donauufer. Der Besucher betrat das Haus durch einen Fachwerkgewölbeeingang; der zweite und dritte Stock waren mit Sturzgesimsfestern verziert. Es war ein für Zwecke der Musikakademie und Liszts Wohnung vom Ministerium von Fechtmeister Ferenc Friedrich in der ersten Junihälfte 1873 für sechs Jahre gemietete Haus.

Liszt zog am 30. Oktober 1873 ein. Am nächsten Tag schrieb er Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein einen Brief über seine ersten Eindrücke: „Meine neue Wohnung gefällt mir mehr als die in der ich die letzten zwei Winter verbrachte. Sie ist ruhiger und sehr zentral gelegen, im ersten Stock, auf etwa zwei Schritte von der städtischen Pfarrkirche, die die Haupt- und am besten in Ordnung gehaltene Kirche der Stadt ist. Schwendtner, der Pfarrer ist ein Priester mit Bischofstitel, der mir bereits dreimal, im Jahre 65, 67 und 70 eine weit umfassende und herzliche Gastfreundschaft zuteilen werden ließ und ist einer meiner besten Freunde geblieben; darüber hinaus haben zu mir alle Priester, die in seiner Kirche dienen, seit vielen Jahren ein gutes Verhältnis. In der gleichen Kirche habe ich die »Graner Messe« und die »Missa choralis« dirigiert.“xxviii

Die Fenster dieser Wohnung gingen auf den stillen Hal-Platz. Beim Hinauslehnen konnte sein Blick nach links über die Donau bis zum jenseitigen Budaer Ufer, bis hin zum Fuß des Gellérthügels schweifen. Gegenüber, jenseits des kleinen Platzes, erhoben sich die Türme der Innerstädtischen Kirche. An ihrer Ecke, unmittelbar am Donauufer, stand das ehemalige Pfarrhaus mit herrlicher Aussicht auf das Budaer Panorama, in dem Liszt beim Mihály Schwendtner früher öfters abgestiegen war. (Der Abt war nach der Niederlage des Freiheitskampfes von 1848-49 zum Tode verurteilt und leistete dann antelle der Hinrichtung sieben Jahre schwere Zuchthausstrafe ab, nachdem der grausame General Haynau bei Franz Joseph plötzlich in Ungnade gefallen war.) Diese zweite Wohnung lag wirklich allem nahe. In demselben Gebäude wurde später, im Jahre 1875, die Musikakademie eröffnet, was Liszt ermöglichte, an Ort und Stelle zu unterrichten. In einiger hundert Meter Entfernung konnte er am Donauufer den großen, auch heute noch vorhandenen Konzertsaal, den sogenannten Redoutensaal (Vigadó) erreichen und stadteinwärts das Gebäude des inzwischen abgerissenen Nationaltheaters. Das Kloster der Englischen Fräulein war mit dieser Wohnung fast benachbart und die Franziskanerkirche, wohin Liszt jeden Tag beim Morgengrauen, wenn noch kaum Menschen auf den Straßen zu sehen waren, Beten ging und unter den Bettlerinnen seine täglichen Almosen verteilte, befand sich ebenfalls sehr nahe.

Über diese zweite Wohnung sind uns nur wenig Angaben überliefert. Sie bestand aus drei Zimmern mit Fenstern auf den Platz und einem Dientsbotenzimmer. Daneben erstreckte sich ein offenbar aus mehreren Zimmern des Hauses zusammengeschlossener großer Saal für Konzertzwecke der Institution. Liszts Salon lag unmittelbar neben dem großen Saal, dann kam das Speisezimmer und schließlich das Schlaf- und Arbeitszimmer. Die Zimmer standen miteinander in Verbindung. Aus dem Salon ging man direkt in den großen Saal, an dessen Podium zwei Klaviere standen, vermutlich von Bösendorfer geschickt. Auf die Größe der Wohnung kann man nur schließen. In ihrem geräumigen Salon gab es einen Flügel, an dem Liszt seinen ungarischen und ausländischen Schülern vor und nach der Eröffnung der Musikakademie Stunden gab. In dem Salon und dem benachbarten Zimmer waren die illustrierten Gäste zusammengedrängt, als Ferenc Erkel am 15. November 1875 die Musikakademie eröffnete, zu deren Direktor Erkel und zu deren Präsidenten Liszt ernannt wurde. Liszt zog sich gern mit seinem engen Freundeskreis in sein Schreib- und Schlafzimmer zurück, um bei offenen Türen Karten zu spielen, sogar dann, wenn in den beiden anderen Zimmern die übrigen seiner zum Soupér zu Ehren von Delibes eingeladenen fünfundzwanzig Gäste geschäftig waren. Berühmte Musiker und andere Künstler, Schriftsteller und Staatsmänner gaben sich hier die Klinke in die Hand: von Wagner und Wieniawski zu Jókai und dem Königlichen Obersthofmeister Bodenstedt, vom Minister für Unterrichtswesen zum Oberbürgermeister von Budapest und dem holländischen Konsul, der Liszt die Einladung seines Herrschers vermittelte. Sechs Jahre lang, bis zum Frühjahr 1879, war diese Wohnung ein Mittelpunkt des Budapester geistigen Lebens, wann immer sich Liszt in seiner Heimat aufhielt.

Inzwischen wurde das für Zwecke der Musikakademie und der schönsten Wohnung Liszts gedachte neue, stattliche Gebäude in der damals Sugár (heute Andrássy) genannten Straße errichtet. Sein Architekt war Adolf Lang, der 1876 die Räume der Musikakademie am Hal Platz und offensichtlich auch Liszts dortige Wohnung gründlich in Augenschein nahm. Dadurch soll Liszts neue, dritte Budapester Wohnung in der Einteilung der früheren Wohnung durchaus ähnlich, in den Maßen jedoch größer und eleganter gewesen sein.

Der Unterricht an der Musikakademie begann bereits in diesem neuen Gebäude im Herbst 1879. Liszt kehrte aus der Villa d’Este in Tivoli am 15. Januar 1880 zurück. Das Ministerium hatte ihm für die Dauer der hier verbrachten Zeit des akademischen Jahres drei Zimmer im Hotel Hungaria reserviert und bezahlt: Da gab er auch seine Stunden, weil die Wände seiner Wohnung im neuen Akademiegebäude, wie man ihm mitteilte, noch nicht ausgetrocknet waren. Es war aber bloß eine Ausrede, um Zeit zu gewinnen. Alle Räume des Gebäudes waren seit Herbst gebraucht und Erkel zog sogar in die Wohnung über Liszt ein. Man wollte seine neue Wohnung mit äußerster Sorge einrichten, und dazu brauchte man Zeit.

Mit der Innenarchitektur und -ausstattung von Liszts Wohnung war der 23jährige Arhitekt Sándor Fellner beauftragt, der nach seinen Pariser Studienjahren 1879 nach Ungarn zurückgekehrt, den großzügigen Vorbereitungen bis ans Ende vorstand. Liszts Wohnung bestand aus drei Zimmern und einem Dienstbotenzimmer. Das größte mit zwei Festern und einer auf den Balkon hinausgehenden Glastür war zum Empfangszimmer oder Salon ausgebildet. Fellner ließ den Salon pfaublau tapezieren und die Decke mit reich verzierten Ornamenten aus dem 16. Jahrhundert auf heller Grundlage schmücken. Die sichtbaren Holzteile der Möbel waren aus altem Eichenholz; die Türen und die Fenster der Wohnung waren in der gleichen Farbe angestrichen. Fellner plante die Möbel streng im Stil von Henri II., mit der Neuerung, das er Leder neben Plüsch verwendete.

Aus dem Salon gingen vier Türen: drei in den Korridor bzw. in Liszts Appartement und eine unmittelbar in den Konzertsaal. Den Fenstern gegenüber, an der Wand zum Korridor stand ein Marmorofen und die sogenannte Ofenbank, deren Polsterung mit mattgrüner Kreuzstichstickerei verziert war. In der Mitte des Salons lag ein herrlicher großer Teppich – das gemeinsame Geschenk von Albert Apponyi, Ödön Mihalovich und Frigyes Harkányi. Die von der Decke herunterhängende schöne Gaskrone wurde von den Mosonyi-Brüdern besorgt. Die beiden Bösendorfer-Flügel waren auf der rechten Seite des Salons, in die Nähe der auf die Sugár Straße hinausgehenden Fenster aufgestellt. Dorthin, an die Seitenwand kam auch das kombinierte Harmonium-Klavier, das aus Liszts am Hal Platz aufgeräumten Wohnung hinübergetragen wurde.

Die von Fellner im Stil von Henry II. entworfene Möblierung setzte sich aus vier Armstühlen, zwei Stühlen, einem sogenannten x-Sitz, einer Ottomane (Ofenbank) und einem Spieltisch zusammen. Zwei Armstühle waren mit braunem Leder und pfaublauem Plüsch, die beiden anderen mit grünem Leder und dunkelrotem Plüsch bezogen. Zu den zwei Stühlen sowie dem x-Sitz mit braunem Leder wurde pfaublaues Plüsch verwendet. Der Spieltisch war mit dunkelrotem Plüsch dekoriert und einer prächtigen Tischdecke bedeckt: Sie war aus braunem Stoff mit Goldfaden durchwirkt, mit Holbeinstichen auf dunkelrotem Plüsch ausgeführt. Auf dem braunen, mit Gold durchwirkten Stoff und dem dunkelroten Plüsch der wunderschönen Ottomane lagen vier Polster: drei dunkelrot und ein pfaublau, alle mit flachen Stichen verziert. Der Sitz der beiden Klavierstühle war mit Silber durchwirktes Rohr, da Liszt zum Spielen immer einen Stuhl mit Rohrgeflecht bevorzugte; sonst waren die beiden Stühle mit Kreuzstichstickerei auf dunkelrotem Plüsch verziert. Die beiden Fenster auf die Sugár Straße und die Balkontür waren mit sehr originellen Vorhängen behangen, mit Plattstich geziert und mit weissen Spitzenstores.... Alle Stickereien an den Möbeln, Polstern, Vorhängen und der Tischdecke waren die Arbeit von fünfzehn Damen. Das Stickmuster des x-Stuhls war von Fellner entworfen; sonst richteten sich alle Stickereien der Damen nach alten ungarischen Mustern, die sie durch den Direktor des Museums für Angewandte Künste kennengelernt hatten. Die Muster dieser Stickereien in äußerst künstlerischer Ausführung unterschieden sich von den Verzierungen der modischen Salons. Zeitgenossen fanden, dass eine solche Wiederbelebung alter ungarischer Muster ein glücklicher Einfall war und dass es erfreulich wäre, wenn sie auch in andere vornehme Salons Eingang finden würden. Fellner hatte die Möbel von vornherein so entworfen, dass dabei der Handarbeit der Frauen ein weites Feld eröffnet werde, trotzdem gelang es ihm, eine Überladenheit der Stickereien an den Möbeln zu vermeiden.

Zwei sehr schöne Schränke, ein Geschenk von Sophie Menter, die einen Teil von Liszts Notensammlung behielten, ergänzten bereits damals oder etwas später die Einrichtung des Salons. In einer Ecke zog eine Miniaturbronzestatue Beethovens, ein Geschenk des Wiener Beethoven-Ausschusses für Liszts Konzert im Jahre 1877, den Blick auf sich. Ohne das großzügig überlassene Einkommen dieses Konzerts hätte das lebensgroße Original der Statue in Wien kaum aufgestellt werden können. Unter den wertvollen Bildern, die an den Wänden aufgehängt waren, schmückten als weitere hervorragende Kunstwerke Gustave Dorés zwei Radierungen den Salon, die Illustrationen zur Dante Sinfonie und zum Werk „Der heilige Franziskus auf den Wogen schreitend“ waren.

Der Speisesaal zur Rechten des Salons war wesentlich einfacher eingerichtet. Seine Schätze waren bloß die Prachtausgaben mit kostbar ausgestattetem Einband, Gedenkkränze und andere Reliquien, die in zwei Glasvitrinen aufbewahrt wurden.

Aus dem Speisaal führte der Weg in Liszts Schreib- und zugleich Schlafzimmer weiter, das ein richtiges kleines Museum war. Dort wurde seine wertvolle Hausbibliothek untergebracht. An dem Schreibtisch und dem kleinen Tisch daneben befanden sich Gegenstände für Kunst- und Korrespondenzzwecke, am oberen Teil des Schreibtisches standen Porträts und andere Lieblingserinnerungsstücke und über dem Ganzen, in einer Nische stand eine Marmorstatue der heiligen Elisabeth. An den Wänden hingen zerstreut Porträts, Landschaften und ein paar Karikaturen. Über seinem Bett war ein wertvoller Teppich, seitlich sein Betschemel zu sehen; darauf wurde das Gebetbuch, das Liszt 1869 vom Papst Pius IX. erhalten hatte und der Schlüssel gelegt, der Liszt jede Zeit Eingang in den Vatikan gewehrte sowie einige wertvolle Bronzeabgüsse, die seinen Besitz bildeten. Zur Einrichtung gehörte außerdem Bösendorfers ausziehbarer zweioktaviger Klaviertisch von sehr leisem Ton und ein Liegestuhl, der Liszt als Ruheplatz diente.

In den Salon zurückkehrend konnte man auf der dem Speisezimmer gegenüberliegenden Seite direkt auf das Podium des Konzertsaales der Musikakademie kommen. Da prangten zuerst zwei Bösendorfer-Flügel und später der meisterhaft ausgeführte Flügel der amerikanischen Firma Chickering, den sie als Zeichen ihrer Achtung Liszt schickte.

Die Wohnung wurde für 1881 festiggestellt. Liszt verließ Rom am 15. Januar. Unterwegs machte er zwar in Venedig Station, von da an legte er aber die Reise mit einem Schnellzug ohne Unterbrechnung durch Triest und Fiume in 29 Stunden zurück. Seine Wohnung war für seine Ankunft und in den zwei darauffolgenden zwei Tagen mit Blumensträußen überhäuft. Noch am gleichen Tag, dem 20. Januar schrieb er der Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein: „Ich bin heute Früh angekommen. Da ich keinen stören wollte, hielt ich mich zurück und benachrichtigte niemanden über den Tag und die Stunde meiner Ankunft. Dennoch erwarteten mich Géza Zichy und Ábrányi am Bahnhof und führten mich in meine geräumige Wohnung, die mit vollkommenem Geschmack geschmückt ist. Sie wissen aus den Zeitungen, dass ungefähr zehn Damen meine Armstühle und Kanapeen mit ihren Stickereien verziert haben. Sie sind herrlich, einem herzoglichen Palast würdig – Balzac hätte Freude daran gehabt, sie mit ihren Monogrammen, Kränzen und Symbolen zu beschreiben. Mehrere meiner Freunde sorgten für die Teppiche, die mit den Vorhängen und dem sinfonischen Ganzen der in meiner Wohnung aufgehängten und befestigten lieblichen Gegenstände harmonisieren. Sie alle werden aber von dem sehr wertvollen und sehr teuren Talisman-Teppich übertroffen, den Sie in Weimar gestickt haben – er hängt immer bei meinem Bett an der Wand und darauf erstreckt sich tagsüber die vom Kardinal Hohenlohe geschenkte schöne geblümte Tischdecke. Ihr Porzelan Straußbehälter-Antiphonar ziert den Salontisch – ein Geschenk von Herzogin Wrede – und so ist daneben Ihr Lassarre-Band, die Notre-Dame de Lourdes in guter Gesellschaft.“xxix

Liszt bewohnte diese Wohnung immer, wenn er sich in Budapest aufhielt, jedes Jahr in den Wintermonaten bis zu seinem Tod. Viele der wertvollen Gegenstände sind erhalten geblieben, in erster Linie Liszts Notensammlung und Bibliothek. Einen Teil der anderen Kostbarkeiten nahmen auf den bedauerlichen Vorschlag von Liszts Erbin, der Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein, die ehemaligen Schenker als Andenken mit. Wer weiß, wo ihre Nachkommen leben und was sie nach zwei Weltkriegen von dem bewahrten, auf dem einst Liszts Augen ruhten. Es ist uns mit geduldiger und mühsamer Arbeit gelungen, vieles wieder einzusammeln, aber wir können immer noch hoffen, dass es weitere versteckte Reliquien gibt. Man darf bei der Aufspürung keine Mühe und kein Opfer scheuen, damit die noch verborgenen und überall zerstreuten Gegenstände an ihren Platz, neben die erhaltenen Musikinstrumente, Armstühle, die Ofenbank, den Betschemel, die Notensammlung und die Bibliothek und andere ehemalige Einrichtungsstücke gestellt werden. Eines der wertvollsten Künstlerheime Europas aus dem 19. Jahrhundert ist nun endlich erstanden. Wir hoffen, dass zusammen mit ihm auch der Geist erwacht, der einst dieses Heim beseelte und dort, in den vier Wänden seines ehemaligen Salons auf Dohnányi, Bartók und Kodály am Anfang des Jahrhunderts weiter vererbt wurde, die dort die Kompositionsstunden besuchten.



János Kárpáti

Die Klaviere von Franz Liszt im Budapester Liszt Ferenc Gedenkmuseum



Unter den Reliquien des Liszt Ferenc Dedenkmuseums kommt den Klavieren besondere Aufmerksamkeit zu, denn diese schönen, authentischen und auch heute noch ertönenden Instrumente erweisen sich gewissermaßen als lebendige Zeugen des legendären Klavierspiels von Franz Liszt, zumindest was ihren Klang, ihre Tonfarbe und ihre Mechanik anbelangt. Die Studien von György Gábry und Sz. Márta Farkas haben bereits viel Wichtiges über Liszts Klaviere in Ungarn ans Licht gebracht.xxx Meine Aufgabe beschränkt sich daher auf die Beschreibung der Klaviere im Besitz der Musikakademie und den Überblick ihrer Geschichte.

Die wertvollsten Stücke des Liszt-Museums der Akademie sind die beiden von der amerikanischen Firma Liszt geschenkten Chickering-Flügel sowie ein Instrument der Bösendorfer Fabrik, das, wie bekannt, im Salon Liszts stand und von dem Meister im Alter am häufigsten benutzt wurde.

Die Firma Chickering war einer der wichtigsten Klavierbauer der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert. Jonas Chickering gründete seine Werkstatt im Jahre 1823 in Boston und bauete zuerst nur Tafelklaviere und Pianinos. Der Entwicklung der Fabrik gab die 1843 patentierte Erfindung Jonas Chickerings einen großen Aufschwung, nämlich der Gebrauch des Gusseisenrahmens, der eine stärkere Spannung der Saiten ermöglichte. Seine durch lauten Klang und reiche Tonfarbe gekennzeichneten Klaviere hatten auch in Europa Erfolg. Die Firma Chickering trug eine der vier Goldmedaillen der Pariser Weltausstellung von 1867 und die Ehrenlegion von Napoleon III. davon. Den Höhepunkt ihres Ruhmes erreichte sie in den 1870er-1880er Jahren, als sie sich als der einzige wahre Rivale von Steinway erwies. Verschärfter Wettbewerb und andere finanzielle Probleme führten um die Jahrhundertwende den langsamen Verfall der Firma Chickering herbei, die 1908 mit der American Piano Co. (heute Aeolian American Corporation) fusionierte.

Es war nicht nur ausgezeichneter Geschäftssinn, sondern auch der Ehrgeiz des Klavierbauers, der Charles Francis Chickering, den Sohn und Nachfolger des Gründers Jonas Chickering dazu veranlasste, den Pariser Erfolg von 1867 mit der Bestätigung des größten Klaviervirtuosen der Zeit zu krönen. Er wollte dazu Liszt gewinnen, da sich aber der Meister damals vorwiegend in Rom aufhielt, ließ er den preisgekrönten Flügel nach Rom kommen und schenkte ihn feierlich Liszt.

Sehen wir die Beweise dazu. In einem Brief datiert mit 8. Dezember 1867 schrieb Liszt an A. Giacomelli, den Gründer der Presse théatrale in Verbindung mit der feierlichen Übergabe des Klaviers: „Die kurze Rede, die Sie im Zusammenhang mit der Sendung von Herrn Cikering [sic] an mich richten wünschen, ist ebenso klar und genau wie interessant. ... Ich werde Herrn Poznanski willkommen heißen – und werde alles tun, Herrn Cikering nicht allzu verbunden zu bleiben ... Wenn Herr Poznanski ankommt, werde ich ihn bitten, mich mit Madame Chikering bekannt zu machen, die ich soweit noch nicht die Möglichkeit hatte, zu treffen.xxxi

Die feierliche Übergabe des Instruments fand – aller Wahrscheinlichkeit nach in der Anwesenheit von Herrn Chickering und seiner Frau – Ende Dezember statt, wie ein Brief Liszts, geschrieben im darauffolgenden Jahr, am 8. September 1868 dem Großherzog von Weimar, Carl Alexander, bezeugt.: „Verzeihen Sie mir, Ihre Hoheit, für die lange Pause in der Korrespondenz... Ein prächtiger amerikanischer Flügel, den Herr Chickering, der Hersteller selbst für Weihnachten hierher brachte, gab den Vorwand für die ständig anwachsende Flut von Besuchen ...“.xxxii Einen Bericht von dem in Rom derart bewunderten Flügel gibt es bereits vom Januar 1868. Am 13. Januar schrieb Liszt Jessie Laussot: „Ohne jemandem Anstoß zu geben, passt dem Chikering Flügel der berühmte Ausdruck von dem Chassepotgewehr: Er wirkt Wunder in Rom. Jeder spricht mit mir davon, alle wollen ihn sehen und hören. Ein Freund von mir, ein Archäologe, nennt ihn das Kolosseum der Klaviere!xxxiii

Doch blieb das Klavier nicht lange in Rom. Da die Unterbringung wegen seiner großen Ausmaße Schwierigkeiten bereitete, wurde er auf den Vorschlag der Fürstin Carolyne Wittgenstein hin nach Ungarn, ins Szekszárder Herrenhaus von Baron Augusz, geschickt. Die erste Erwähnung des amerikanischen Flügels taucht im unveröffentlichen Briefwechsel der Fürstin mit Antal Augusz im Januar 1871 auf und am 16. Dezember scheint sie bereits eine Vereinbarung bezüglich der Lieferung getroffen zu haben. „Es ist ein Meisterwerk der Industrie der Vereinigten Staaten, das an der 1867er Pariser Weltausstellung preisgekrönt und nachher Liszt geschenkt wurde ... Es wäre angebracht, dass diese Angaben in ein Metalltafelchen graviert zum Klavierdeckel gefestigt werden und das Instrument wie ein historisches Dokument bewahrt werde, auf die Art, wie wir in Weimar die Instrumente von Mozart und Beethoven bewahren, das Spina Liszt in Wien gegeben hatte.xxxiv Liszt selbst verfügte über die nach Ungarn zu schickenden Gegenstände in einem Brief an Baron Augusz vom 7. April 1872 folgendermaßen: „Ich lege die Anweisungen für den Chikerey-[Chickering]-Flügel, für das Klavier-Harmonium von Erard-Alexandre und die Spielharmonika aus Glas (le joujou d’harmonica verre)xxxv bei. Den Chikering bestimme ich nach Szekszárd, wo die Harmonica so mit ihm zusammen sein wird, wie der kleine Hund im Löwenzwinger (wie einst im Pariser Zoo bereits zu sehen war.)“xxxvi



Zum Schluss soll noch ein kurzer, keineswegs belangloser Hinweis von Franz Liszt selbst auf seine Klaviere zitiert werden. In einem Brief an C. F. Weitzmann datiert mit 24. Mai 1878 schreibt er:„... der Flügel von Chikering, den ich in Rom benutzte, steht nun glänzend in Ungarn.“xxxvii

Nach dem Tod des Meisters handelte Baronin Augusz im Geiste des im Brief gemachten Testaments und übergab den Chickering-Flügel zusammen mit der Glasharmonika im April 1887 der Musikakademie.xxxviii Über sein späteres Schicksal ist überraschenderweise wenig bekannt und auch das wird erst später, im Zusammenhang mit dem anderen Chickering-Flügel, erzählt. Einige Bauangaben sollen jedoch bereits an diesem Punkt erwähnt werden. Der 254 cm lange Konzertflügel mit einem Tonumfang von 7 1/3 Oktaven hat ein reich geschnitztes Rosenholzgehäuse. Er ist ein geraderebesaitetes Modell mit englischer Mechanik, zwei Pedalen und Gusseisenrahmen. Seine Produktionsnummer ist 30.540, die aufgrund der anderen bekannten Produktionsnummern das Baujahr 1867 wahrscheinlich macht. Es ist vorstellbar, dass das Unternehmen dieses dekorative Instrument direkt für die Weltausstellung baute.

(A köv. 4 sor a magyarban nincs.!)

Das Instrument ist in keinem guten Zustand. Ein Riss verläuft den ganzen Resonanzkörper entlang. Das mag daher kommen, dass der Flügel nicht regelmäßig instand gehalten wurde. Er war eher als Zierde für das Direktorzimmer gemeint. Seine Restauirierung wurde unlängst in der Werkstatt der Musikakademie ausgeführt.

Der andere Chickering-Flügel in der Sammlung der Musikakademie war ausgesprochen für Liszt gebaut, eine Tatsache, die durch die in die Tastenklappe eingelegte Widmung bekräftigt wird: „Chickering & Sons à F. Liszt“. Die Werknummer des Flügels (50.080) lässt auf das Produktionsjahr 1879 oder 1880 schließen. Aus dem mit dem Schenken verbundenen Briefwechsel ist leider nur ein Dokument erhalten: Liszts Brief an Chickering datiert mit Villa d’Este, den 30. September 1880, in dem er das Geschenk annam und so verfügte, dass das Instrument an die Budapester Musikakademie geliefert werden soll.xxxix

Das Datum, an dem der Flügel eingetroffen ist, ist unbekannt. Alle Zeichen weisen aber darauf hin, dass er im Frühjahr 1881 bereits hier gewesen sein soll, da zwei Briefe Liszts, die er parallel an Erkel und Ábrányi schrieb und über das Schicksal des Flügels verfügte, mit dem 21. bzw. 22. Mai datiert sind. Der etwas längere Text an Ábrányi lautet folgendermaßen: „Ferenc Erkel, unserem verehrten Direktor an der königlich-ungarischen Musikakademie schreibe ich, dass Chickerings Flügel, dieses ausgezeichnete und liebenswürdige Geschenk aus Amerika im Musiksaal auf der Sugár út (Radialstrasse) aufgestellt werden soll. Nach meinem bevorstehenden Tode wird dieser Flügel genauso wie all mein Budapester Besitz der königlich-ungarischen Musikakademie gehören.xl

Der Chickering-Flügel war also im Musiksaal der Musikakademie, und zwar neben den beiden Bösendorfer-Flügeln aufgestellt, von denen Fõvárosi Lapok am 22. März 1881 berichteten.xli Im öffentlichen Konzert, das Liszts Schüler am 1. April 1882 gaben, spielte nach Angaben von Zenészeti Közlöny Aladár Juhász darauf.xlii Höchstwahrscheinlich stellten die beiden Bösendörfer- und der Chickering-Flügel auf der Bühne des Musiksaales eine Auswahl für die dort gehaltenen Konzerte dar, denn so beschrieb 1884 auch August Stradal die Szene.xliii Die Beschreibung Kornál Ábrányis lautet folgendermaßen: „Im großen Orgel- und Konzertsaal, der sich aus dem Salon öffnete?, stand der von der berühmten amerikanischen Firma Chikering als Zeichen der Ehre und der Ergebenheit gesandte wertvolle und meisterhaft ausgearbeitete Flügel, den er aber nur sehr selten zu spielen pflegte ...“xliv

Außer schriftlicher Zeugnisse gibt es auch ein Bilddokument, und zwar eine von Kászoni aufgrund eines Entwurfs des Architekten Sándor Fellner angefertigte zeitgenössische Zeichnung. Dieses von Füssmann, Matéka und Prahács gleichermaßen veröffentlichte allgemein bekannte Bild zeigt einen Flügel mit sichbar gekrümmten Beinen, das ausschließlich einem von Chickering gebauten Instrument gehören konnte.xlv

Nach dem Tode Liszts erlitten die Besitzstücke seiner Pester Wohnung ein trauriges Schicksal, wie dies die ausgezeichnete Studie von Margit Prahács bezeugt.xlvi Der Chickering-Fügel kam jedoch samt Liszts Bibliothek und einigen wichtigen Einrichtungsgenständen gemäß seinem im oben zitierten Brief enthaltenen Testament in den Besitz der Musikakademie.

Das 1886/87er Jahrbuch der Musikakademie berichtet über die Übernahme des Liszt-Nachlasses und bestätigt die Inbesitznahme beider Chickering-Flügel.xlvii Es stellt sich jedoch die Frage, was mit den zwei wertvollen Instrumenten später geschah, wo sie aufgestellt und wie sie benutzt wurden. Der zweite Chickering-Flügel blieb bis zum Umzug der Akademie ins neue Gebäude wahrscheinlich im Konzertsaal. Der von Szekszárd nach Pest gelieferte erste Chickering-Flügel war eventuell im Direktorzimmer untergebracht, auch wenn das bloß eine Vermutung ist. Der Gebrauch, diesen prächtigen Flügel als Zierde des Direktorzimmers anzusehen, dürfte auf diese Zeit zurückgehen. Ist diese Gewohnheit im Gebäude am Liszt Ferenc Platz weiterbestanden? Auch wenn einer der Flügel im Direktorzimmer ständig untergebracht war, wissen wir immer noch nicht, wie es mit dem anderen bestellt war.

Wie bekannt, richtete Kálmán Isoz, damals noch Hauptbibliothekar des Nationalmuseums ein Liszt-Zimmer auf die Initiative von Jenõ Hubay anläßlich der Fünfzigjahrfeier des Bestehens der Musikakademie im Jahre 1925 im Eckzimmer im ersten Stock ein. Nach dem Zeugnis des Katalogs befand sich aber keiner der Chickering-Flügel unter den ausgestellten Gegenständen.xlviii

Das 1927/28er Jahrbuch teilt dagegen die folgende wichtige Nachricht mit: „Die Institution erhielt im Laufe dieses akademischen Jahres eine Spende von größerem Wert: Die amerikanische Klavierfabrik Chickering & Sons schenkte der Hochschule unter dem Titel Liszt-Chickering Stiftung 1500 Dollar gegen Überlassung der beiden aus dem Nachlass von Franz Liszt stammenden zwei Chickering-Flügel in ihrem Besitz als Leihe für Ausstellungs- und Konzertzwecke.“xlix

Zahlreiche Eintragungen auf dem Resonanzboden und den Balken zeugen von der amerikanischen „Tournée“ der beiden Chickering-Flügel: der Name von Stimmern, Reparateuren und Künstlern. Die Route kann ziemlich genau verfolgt werden von New York ausgehend, wo die Instrumente im Oktober 1927 ankamen, durch Ohio, Michigan, Iowa, Idaho zurück nach New York, wo die letzte Eintragung im September 1928 gemacht wurde. Ihre Rückkehr ist durch die Eintragung im Register der Hochschule am 21. Dezember 1928 bekräftigt: „Für die aus New York zurückgeschickten zwei Chickering-Flügel werden wir um Zollfreiheit ansuchen.“l

Eine der öffentlichen „Auftritte“ des zweiten Flügels in der Stadt Muskegon im Staat Michigan ist sogar durch einen Zeitungsbericht belegt.li Der wichtigste Umstand ist aber, dass wir auch wissen: bei der ersten Vorstellung des Flügels im Carnegie Hall spielte Josef Lhevinne darauf. Der Bericht lautet folgendermaßen: „Er führte das angekündigte Programm auf einem gewöhnlichen Klavier auf... dann setzte er sich an einen prachtvollen braunen Flügel und spielte Liszts Liebesträume. Der Flügel, dessen Ton immer noch kräftig und sanft ist, war einer von Liszts eigenen Chickering-Flügeln.“lii

Die erste Liszt-Ausstellung in Ungarn, wo einer der Chickering-Flügel der Öffentlichkeit gezeigt wurde, war die großangelegte Gedenkausstellung im Nationalmuseum im Jahre 1936, veranstaltet von Dénes Bartha. Die Katalogseintragung lautet wie folgt: „139. Von Chickering gebauter Flügel aus Franz Liszts Wohnung in Pest.“liii Das im selben Jahr von Füssmann und Mátéka veröffentlichte Bilderbuch wirft weitere Fragen auf, da dort im Zusammenhang mit der Zeichnung, die den Konzertsaal der alten Musikakademie darstellt, die Bemerkung zu lesen ist: Dieses Klavier steht momentan im Arbeitszimmer des Direktors der Hochschule.liv Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Instrument für die Dauer der Ausstellung von dort ausgeliehen wurde, aber es ist auch vorstellbar, dass das Direktorzimmer schon damals – und bis zur Eröffnung des Liszt Ferenc Gedenkmuseums – den anderen Chickering-Flügel beherbergte.

Zur Verwechselung der beiden Instrumente trug auch Margit Prahács bei. Sowohl in ihrem 1959er Artikel über Liszts Nachlass als auch in dem 1966 gedruckten Band Franz Liszt, Briefe aus ungarischen Sammlungen gab sie das Direktorzimmer als Aufbewahrungsort des zweiten Chickering-Flügels an, obwohl es allgemein bekannt und durch ihren zweiten Katalog von 1968 ebenfalls bestätigt ist, dass das Instrument in den sechziger Jahren bereits im Liszt-Zimmer untergebracht war.lv

Es ist kein Zufall, dass gerade der zweite Chickering-Flügel für Konzertzwecke verwendet wurde. Dieses Instrument trägt nämlich die Veränderungen der Produktionstechnik der 1870er Jahre, das heißt alle heutzutage als modern geltenden Konstruktionslösungen in sich. Daher sind die Mechanik und der Klang des hundertjährigen Chickering-Flügels denen der Klaviere unserer Tage mehr ähnlich, als was seine dreißig Jahre früheren Vorgänger aufzuweisen hatte.

Was die Maße anbelangt, ist er ein 260 cm langer Konzertflügel mit 7 1/3 Oktaven Umfang, geschnitzten Beinen und Rosenholzgehäuse. Seine ausdrückliche Neuigkeit im Vergleich zum Klavier von 1867 besteht in der Kreusbesaitung und den drei Pedalen. Das dritte Pedal ist eigentlich ein geteilter Dämpferhebel. Wenn er abgedrückt wird, heben sich die Dämpfer nur im Diskant. Auf diese Weise kann also die Dynamik der verhältnismäßig schwachen Diskanttöne in Wirkung verstärkt werden. Die Mechanik ist äußerst empfindlich: Sie repetiert tadellos. Die Unausgeglichenheit gewisser Register und die Schwachheit des Diskants kann auch mit dem Alter des Instruments erklärt werden. Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass sich in den obersten anderthalb Oktaven ein Riss durch den Steg zieht, den wir im Laufe der Restaurierung nicht zu berühren wagten. Umso erstaunlicher ist, dass er die Stimmung ziemlich gut bewahrt.

Eines der Hauptmerkmale des Instruments ist der schöne Klang der außergewöhnlich langen, eisenumsponnenen Saiten. Trotzdem besteht keine Möglichkeit, wahres fff zu spielen.

Zum Schluss müssen wir noch erwähnen, dass die Tasten kürzer sind als die der modernen Klaviere. Aus diesem Grund ist der Spieler stellenweise gezwungen, die übliche Handhaltung zu verändern. Das Klavier wurde auf die Anregung und auf Kosten eines schwedischen Schallplattenverlags restauriert. Die Schallplatte ist im Frühjahr 1984 auf den Markt gekommen.lvi

Das dritte und zugleich wichtigste Instrument der Liszt-Sammlung der Musikhochschule ist im 1968er Katalog von Margit Prahács folgendermaßen beschrieben: „Bösendorfer Flügel aus Liszts Wohnung in der Sugár Straße, den er am öftesten benützte. Länge: 1,87 cm, siebenoktavig, Wiener Mechanik, geradebesaitet, op. 7561.“

Seine Authentizität steht außer Zweifel, da in den Resonanzboden unter den Saiten die folgende notariell beglaubigte Bescheinigung eingraviert ist: „Dieses Klavier No. 7561 benutzte Dr Franz Liszt in seiner Wohnung in Pest vom Jahre 1880 bis zu seinem Tode (1886) J. N. Dunkl – Henrei Gobbi – Gusztáv Chmel.“ Es kommt ein ungarischer Text, der auf Deutsch wiederholt wird: „Ich beurkunde auf Grund des von mir unter Geschäftszahl 634/1887 aufgenommenen Protokolles dass Herr Johann Nep. Dunkl Musikalienhändler, Herr Heinrich Gobbi Landes-Akademie Professor, Herr Gustav Chmel Klavierhändler, Budapester Einwohner und mir persönlich bekannt dieses Zeugniss vor mir eigenhändig unterschrieben haben. Budapest am elften 11 Juni Einthausendachthundertsiebenundachtzig 1887 ... Steinbach István közjegyzõ (k. Öff. Notar)“.

Von diesem Klavier zeugen auch die Berichte, die Franz Liszts Wohnung im Jahre 1885 bzw. 1886 mehr oder weniger ausführlich beschreiben. In den Memoiren von August Stradal heißt es: „In der Mitte des Salons stand ein Bösendorfer Flügel...“lvii Kornél Ábrányi beschreibt die Aufstellung des Instruments im letzten Jahr wie folgt: „....der Bösendorfer Flügel, auf dem ihm seine Schüler ihre Fähigkeit täglich vorzeigen, steht zwischen zwei Schränken.“lviii

Auf Grund dessen ist es mit gutem Recht anzunehmen, dass dieses Instrument gleich bei der Einrichtung von Liszts Wohnung im Jahre 1880 hierher gebracht wurde. Sein früherer Ort – und überhaupt: der Zeitpunkt seiner Überführung von Wien nach Budapest – sind vorläufig noch unbekannt. Nur einige Folgerungen können aufgrund zeitgenössischer Presseberichte riskiert werden. Der Korrespondent der Zeitung Fõvárosi Lapok berichtet am 22. März 1881 über die Schülermatinée der Musikakademie und erwähnt dabei zwei Bösendorfer-Flügel, die auf dem Podium standen. Ist es möglich, dass diese zwei Instrumente identisch mit den beiden Bösendorfer-Flügeln sind, die laut Bericht der Zeitung Egyetértés am 21. Januar 1880 noch in Liszts Wohnung im Hotel Hungária geliefert worden waren? „Liszt gab seine erste Unterrichtsstunde am 20. Januar in der vom Ministerium für ihn gemieteten neuen Wohnung im Hotel Hungária. Das Appartement des Meisters besteht aus einem Schlafzimmer und einem Salon, im letzteren befinden sich auch die zwei riesigen Bösendorfer-Flügel, die der Wiener Fabrikant persönlich hierher begleitete und am erwähnten Ort unterbrachte.“ (Wie bekannt, war das Gebäude der Musikakademie im Januar 1880 bereits fertiggestellt, nur die Einrichtung von Liszts Wohnung war erst im darauffolgenden Jahr vollendet.)

Diese Frage könnte nur aufgrund des Werkbuches der Firma Bösendorfer glaubwürdig beantwortet werden. Zu unserem größten Bedauern müssen wir jedoch feststellen – wie es bereits aus der erwähnten Studie von Márta Sz. Farkas hervorging –, dass dieses Dokument gerade hinsichtlich der Liszt geschenkten Flügel äußerst lückenhaft ist. Nicht nur die 1880 gelieferten Klaviere können nicht identifiziert werden, sondern auch Liszts Klavier mit der Werknummer 7561 fehlt im Werkbuch der Firma.lix

Die Serienzahl passt übrigens in die Reihenfolge der im Jahre 1873 gebauten Klaviere. Es ist also anzunehmen, dass dieses Instrument direkt für Liszt gebaut worden war und bereits damals oder in den darauffolgenden Jahren in Liszts Wohnung am Hal Platz gelangte. Auf jeden Fall bekräftigt ein Brief an Bülow, dass in der Wohnung am Hal Platz bereits zwei Bösendorfer-Flügel gestanden haben.lx

Liszt schätzte die Produkte der Fabrik Bösendorfer sehr hoch und war mit Ludwig Bösendorfer laut Zeugnis zahlreicher Briefe seit 1870 befreundet.lxi Der hervorragende Wiener Klavierfabrikant wusste genau, dass die Liszt zur Verfügung gestellten Instrumente – unabhängig davon, ob sie nach Rom oder Pest geliefert werden mussten, – dem Ruhm seiner Firma Gewinn einbringen würden, da Liszts ehrenvolle Freundschaft die größte Anerkennung war, die einem Klavierfabrikant beschert werden konnte.





KATALOG



Vorraum



1.**

TAFEL NEBEN DEM EINGANG VON LISZTS WOHNUNG IN PEST



Komposit-Schwermetall, vergoldete Grundlage, die Buchstaben sind schwarz oxydiert. Inschrift auf Ungarisch und Deutsch. Franz Liszts Nachlass.

30 x 57 cm. – LM B. 40.



2.

LISZT AM KLAVIER



Ölgemälde von Gräfin Eliza Nemes, geb. Baronin Ransonnet-Villez (1843-1899). Budapest, 1879. Im Jahre 1986 in Verwahrung gegeben und 1992 von der Familie Zeuper-Bogyó dem Museum geschenkt. 150 x 200 cm. – LM O. 11. Rahmen: MSK. Eine Karikatur in der Zeitung Borsszem Jankó stellt Liszt inmitten einer Schar von Damen dar, die sein Porträt malen (s. Bory: La vie de François Liszt par l’image, 1936, S. 213; Burger: Franz Liszt, 1986, Nr. 555). Vom 17. März 1879 an saß Liszt der Frau des Grafen Nándor Nemes, der begabten Baronin Elise (Elza) Ransonnet-Villez regelmäßig Modell. Das Porträt war angeblich für den Festsaal der neuen Musikakademie in der Sugár-Straße gedacht. Gräfin Nemes war eine der Damen, die die Möbelstücke in Liszts Salon schmückten, ihr bestickter Armstuhl ist aber nicht erhalten geblieben (s. Legány: Liszt Ferenc Magyarországon 1874-1886, 1986, S. 115, 243, 258).



3.

GESTELL MIT RUNDEM OBERTEIL UND GEMALTEM BLUMENSTRAUß



Eichen- oder Ulmenholz, gedrechselt, bemalt.

Ungarisch oder österreichisch, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Höhe: 81,5 cm, Durchmesser: 43 cm. – LM B. 9.



DARAUF:



4.**



LISZTS VISITENKARTENSCHALE AUS DEM VORRAUM SEINER PESTER WOHNUNG



Alabaster, mit Fuß. Österreichisch oder ungarisch, ca. 1860/70. Mit eineM die Authentizität bezeugenden Dokument von Vilma Varga, einer Schülerin Liszts. Geschenk von Rudolf Brandt.

Höhe: 20 cm, Durchmesser der Schale: 23,5 cm. – LM Er. 49.



Obwohl Vilma Varga (1865-1950) keine ordentliche Schülerin der Musikakademie war, studierte sie bei Liszt im akademischen Jahr 1884/85 und 1885/86.



DARIN:

5.

VISITENKARTEN AUS LISZTS UMGEBUNG

a)

Richard Burmeister (1860-1944), deutscher Pianist, Liszts Schüler an der Musikakademie im Jahr 1883/84.

7 x 11,2 cm. – LM Ep. 1280.



b)

Henrik Gobbi (1842-1920), ungarischer Pianist und Komponist, Liszts Kollege an der Musikakademie von 1878 an.

(Für sein Porträt s. Kat. Nr. 89).

6,1 x 10,2 cm. – LM Ep. 1270.



c)

Lajos Haynald (1816-1891), Erzbischop von Kalocsa, Liszts Freund, der Vorsitzende des Budapester Liszt-Vereins.

6,4 x 10,8 cm. – LM Ep. 1273.



d)

Sofie (Sophie) Menter (1846-1918), deutsche Pianistin, Liszts Lieblingsschülerin.

6,4 x 13,3 cm. – LM Ep. 1276.



e)

János (Hans) Richter (1843-1916) war ein Kapellmeister ungarischer Herkunft, Freund von Liszt und Wagner; er dirigierte Liszts „Christus“ im Jubiläumskonzert von 1873 sowie die ersten Aufführungen der Werke Wagners in Bayreuth.

4,6 x 8 cm. – LM Ep. 1271.



f)

Graf Géza Zichy (1849-1924) war Pianist, Komponist, Schriftsteller, Liszts Protegé und Freund, Vorsitzender des Nationalen Konservatoriums.

(Für sein Porträt s. Kat. Nr. 36)

5x 8,8 cm. – LM Ep. 1278.



6.

LISZTS PORTRÄT



Kupferstich, eine ganzfigürige Darstellung Liszts am Klavier sitzend. Werk von József Rippl-Rónai (1861-1927) nach einem 1886 gemalten Ölgemälde von Mihály Munkácsy (1844-1900). Widmung unten rechts: „Emlékül Kedves Anyámnak. Rippl Józsi. Páris 1888.“ [„Meiner lieben Mutter zur Erinnerung. Józsi Rippl. Paris 1888“]

46 x 35,3 cm. – LM Gr. 50.



7.

LISZTS PORTRÄT



Basrelief aus Gips, Tondo. Verfertigt von Ernst Friedrich Rietschel (1804-1861) im Jahre 1854. Eine Kopie von 1859. Inschrift links: „FRANZ LISZT“.

Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

Durchmesser: 48 cm. – LM Pl. 15.



8.

LISZTS PORTRÄT IM ALTER,

MASKE IN GLASKASSETTE MIT HOLZRAHMEN



Gips. Studie zum Bronzeporträt (HNG 56.593–N.) von Alajos Stróbl (1856-1926).

Höhe: ca. 35 cm, Kassettenhöhe: 56 cm, Länge: 37 cm, Breite: 21 cm. – LM Pl. 18.



9.

COSIMA VON BÜLOW, LISZTS TOCHTER



Basrelief aus Gips, Tondo. Verfertigt von Elisabeth Ney (1830-1907) im Jahre 1859. Runde Inschrift: „COSIMA VON BÜLOW GEB: LISZT“.

Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

Durchmesser: 48 cm. – LP Pl. 11.

Cosima Liszt war seit 1857 mit Hans von Bülow, Liszts Schüler verheiratet.

Nach der Scheidung heiratete sie 1870 Richard Wagner.



10.

LISZTS PORTRÄT



Kupferstich, Halbfigurdarstellung des Meisters in Abbékleidern von Konrad Meindl (1883-?). Unter dem Bild, links ist die Zeichnung einer winzigen Todesmaske angebracht. Auf der rechten Seite steht die Widmung mit Bleistift: „Dem genialen Interpreten des „Heil. Franciscus“ / Professor Stefan Thoman / zum freundlichen Andenken / Konrad Meindl / Budapest 1911.“

Porträt: 43,5 x 33,3 cm.

Blattgröße: 58,5 x 43,3 cm. – LM Gr. 47.

István Thomán (1862-1940) war einer der besten ungarischen Schülern von Liszt an der Budapester Musikakademie (1883/86), sein Nachfolger als Professor am Klavierlehrstuhl (1887-1907). Seine Klavierschüler waren u. a. Béla Bartók und Ernõ (Ernst von) Dohnányi.



11.

PORTRÄT DER GRÄFIN

MARIE D’AGOULT



Kupferstich, Porträt im Profil von Émile-Pierre Metzmacher (1815-1890) nach einem Ölgemälde von Henri Lehmann (1814-1882). Signatur unten links: „Peint par H. Lehmann – Rome 1839“, zur Rechten: „Dessiné et gravé par Metzmacher, 1849.“ Verleger: L’Artiste, Paris; Goupil, Vibert & Cie, Paris – New York; Gambart, Londres.

Auf dem Passepartout, in der rechten unteren Ecke steht die Widmung mit Tinte: „Marie d’Agoult / à M. le Comte Ladislas Teleki / Paris 1 juillet 1850“.

38,4 x 30 cm, Passepartout: 56 x 45,5 cm. – LM Gr. 83.



Gräfin Marie d’Agoult, geb. Flavigny (1805-1876) war Liszts erste Lebensgefährtin und Mutter seiner drei Kinder: Blandine (1835-1862), Cosima (1837-1930) und Daniel Liszt (1839-1859). Nach ihrer Trennung im Jahre 1844 war sie als Schriftstellerin unter dem Pseudonym Daniel Stern tätig. Neben ihrem berüchtigten Schlüsselroman Nélida gehörte Histoire de la revolution de 1848 (2 Bände, Paris 1850-1851) zu ihren bekanntesten Werken. Das mag der Grund für die Widmung an Graf László Teleki (1811-1861) gewesen sein, der vom September 1848 an Minister der ungarischen Revolutionsregierung in Paris war und nach der Niederlage des Freiheitskampfes lange Zeit dort im Exil lebte. Kurz nach seiner Rückkehr in Ungarn beging er Selbstmord wegen seiner Enttäuschung über die politische Lage. Liszt verewigte seine Figur im Klavierzyklus Historische Ungarische Bildnisse.



12.

LISZT-LITHOGRAFIEN

VON JOSEPH KRIEHUBER (1800-1876)



a)

Halbfigurdarstellung, sitzend, 1838.Gedruckt von Joh. Höfelich. Unten: Faksimile der Unterschrift und Saphirs Gedicht An Liszt’s Bild.

29,5 x 22,6 cm. – LM Gr. 10.



b)

Halbfigurdarstellung, sitzend, 1838. Gedruckt von Joh. Höfelich. Der Körper ist nach links gedreht, der Kopf im linken Profil, die linke Hand ruht an der Stuhllehne. Unten: Faksimile der Unterschrift, Wappen mit Doppeladler und das Verlangszeichen (Tobias Haslinger, Wien).

43,3 x 31,7 cm. – LM Gr. 20.



c)

Halbfigurdarstellung, stehend, 1839. Gedruckt von Joh. Höfelich. Im mit Schnüren besetzten Mantel, die Arme über die Brust gekreuzt. Unten: Faksimile der ungarischen Unterschrift „Liszt Ferencz“, Wappen mit dem Doppeladler und das Druckvermerk: „Bécsben, Haslinger Tóbiás cs. k. udvari’s kiváltságosított mûvészet és hangászat árosnál. Graben, No 618.“ [In Wien, bei Tobias Haslinger, kaiser- und königlicher Kunst- und Musikalinhändler. Graben, No 618.“]

38 x 22 cm. – LM Gr. 24.



d)

Darstellung in Ganzfigur, stehend, 1840. Gedruckt von Joh. Höfelich. Im ungarischen Mantel. Gefärbt. Unten: vier Zeilen aus Byrons Gedicht To Thomas Moore („Here is a sigh to those who love me, / And a smile to those who hate; / And, whatever sky’s above me / Here is a heart for every fate“ in der Faksimile von Liszts Handschrift, mit Unterschrift.

53,3 x 37,5 cm. – LM Gr. 17.

Ungefärbte Kopie: LM Gr. 1.



e)

Liszt mit seinen Künstlerfreunden („Une matinée chez Liszt“), 1846. Liszt am Klavier, umgeben von Kriehuber und Ernst sitzend sowie Berlioz und Cherny, stehend. Kopie ohne Titel mit den Namen der dargestellten Personen.

39,1 x 50,3 cm. – LM Gr. 2.



Heinrich Wilhelm Ernst (1814-1865) war ein tschechischer Violinvirtuose, der mit Liszt in mehreren Konzerten spielte. – Hector Berlioz (1803-1869) war ein französischer Komponist, Liszts Freund seit 1830. – Carl Czerny (1791-1857) war ein österreichischer Pianist und Komponist, Beethovens Schüler und Liszts Lehrer.



f)

Halbfigurenbild, 1846. Der Körper ist nach rechts gedreht, die linke Hand unterstützt den Kinn und mit der Rechten lehnt er sich an die Notenblätter. Unter: Faksimile der Unterschrift und das Verlagszeichen (C. A. Spina, Wien). Kopie ohne Jahreszahl.

61,5 x 45,3 cm. – LM Gr. 3.



g)

Halbfigurdarstellung, stehend, 1846. Gedruckt von J. Höfelich. Im Samtkragenmantel, mit, weißer Weste und Fliege. Unten: Faksimile der Unterschrift.

44,9 x 34,2 cm. – LM Gr. 5.



h)

Büste, 1856. Gedruckt von Jos. Stoufs. Der Körper ist nach rechts gedreht. Unten: Faksimile der Unterschrift und das Verlagszeichen (L. T. Neumann, Wien).

42,5 x 30 cm. – LM Gr. 8.



Speisezimmer



(In diesem Zimmer sind die temporären Ausstellungen untergebracht. Die ständig dort ausgestellten Gegenstände sind:)



13.*

DER VON CHICKERING GEBAUTE FLÜGEL,

BOSTON, OP. 30.540



AUS LISZTS NACHLASS, 1867.



Großer Konzertflügel mit englischer Mechanik und einem Tonumfang von 7 1/3 Oktaven (AAA-c5), gerader Besaitung und zwei Pedalen. Gusseisenrahmen. Poliertes Palisandergehäuse mit geschnitzten Verzierungen und Beinen mit geschnitzter Blattverzierung geschmückt. Inschrift auf dem Klaviaturdeckel: „Chickering. / BOSTON.“ Auf der Weltausstellung in Paris 1867 mit Goldmedaille ausgezeichnet, wurde er von Chickering 1867 zu Weihnachten Liszt geschenkt. Aus Rom wurde er ins Herrenhaus der Familie Augusz in Szekszárd überliefert. Nach Liszts Tod, im April 1887 schenkte ihn Frau Augusz der Musikakademie.

Länge: 254 cm, Breite: 147 cm, Höhe: 9,8 cm. – LM H. 6.



Die ausführliche Beschreibung und die Geschichte s. in der Studie von János Kárpáti auf S. 25-32.



14. **

VORHANG AUS LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Sandfarbener, grünbrauner Rips mit handgestrickter und applizierter Verzierung und Quasten, in der Form eines umgekehrten U. Oben in der Mitte ist das Monogramm „FE“ zu sehen, umgeben von Lorbeerzweigen, die in einem Strauß zusammengebunden sind. Emma Földvárys Geschenk an Liszt. Ursprünglich als Türrahmenvorhang in Liszts Wohnung in der Sugár Straße verwendet.

Höhe: 210 cm, Breite: 190 cm. – LM B. 17.

Emma (Emília) Földváry war Mitglied einer angesehenen Familie im Komitat Pest, in derem Salon Liszt oft verkehrte.



15.

LISZTS PORTRÄT



Aquarell, Viertelgröße, ohne Signatur.

Verfertigt nach einer Zeichnung von George Henschel (1850-1934) von Árpád Szendy (1863-1922). Karikaturartige Darstellung Liszts im linken Profil und mit Kneifer.

31,9 cm x 26,5 cm. – LM Gr. 38.



Árpád Szendy war 1883/84 Liszts Schüler an der Budapester Musikakademie und ein Liszt-Stipendiat. Später studierte er bei Bernhard Stavenhagen und Hans von Bülow, den Schülern Liszts. Als Klavierlehrer der Musikakademie zwischen 1891 und 1921 stellte Szendy außer seinem Kollegen István Thomán ein wichtiges Bindeglied in der Weitergabe der Lisztschen Tradition dar. Seine Veröffentlichungen zum Klavierunterricht waren in breiten Kreisen benutzt. Viele seiner Schüler wurden ausgezeichnete Lehrer (Margit Varró, Ernõ Fodor, Sándor Reschofsky).



Arbeits- und Schlafzimmer



(Es folgt zuerst ist die Beschreibung jenes Zimmerteiles, der in einer zeitgenössischen Reproduktion aufbewahrt ist.)



16.**

KOMPONIERTISCH MIT KLAVIER AUS LISZTS WOHNUNG IN PEST



Schreibtisch: Nussbaum mit Nussbaumwurzeleinlagen.

Der untere Teil hat zwei Türe, der obere Teil drei Schubladen. An der Stelle der mittleren Schublade gibt es ein kleines ausziehbares Klavier mit dreioktaviger Klaviatur. Gebaut von Ludwig Bösendorfer (Wien) und Ende 1876 oder Anfang 1877 Liszt geschenkt An der rechten Tür oben befindet sich eine Kupfertafel mit einer die Handschrift nachahmenden Inschrift: „Bösendorfer“. Der mit bordeauxrotem Tuch ausgestattete Schreibtischdeckel kann hinten aufgehoben werden.

Höhe: 82,5 cm, Länge: 148,5 cm, Breite: 75 cm. – LM H. 1.



Ein Ausschnitt aus Liszts Dankbrief: „Abermals beschenken Sie mich mit einem prächtigen Kunstobjekt welches mein Schreib-, Schlaf- und Speise Gemach illustrirt. Den Besuchern zeige ich mit Vorliebe dieses Kunstobjekt [...] woran der mir so liebe Nahme L. Bösendorfer nächstens eingraviert werden soll.“ (Budapest, den 30. Januar 1877; Legány: Franz Liszt. Unbekannte Presse und Briefe aus Wien, Nr. 195.)

Eintragung im Jahrbuch 1886/87 der Musikakademie mit der Aufzählung der aus Liszts Nachlass stammenden Gegenstände, u.a.: „ein Schreibtisch zum Komponieren gemacht und mit Klaviatur versehen “ (Az Országos Magyar Királyi Zeneakadémia évkönyve, 1887, S. 65).



AUF DEM SCHREIBTISCH:



17. *

ZWEIARMIGER KERZENLEUCHTER MIT SCHIRM



Vergoldetes Metall. Wien, ca. 1870. In der Mitte des Schirmes befindet sich das Monogramm EL auf eine umgerahmte Kunstknochenplatte gemalt. Franz Liszts Geschenk an seinen Wiener Onkel, den Rechtsberater Eduard von Liszt (1817-1879).

Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

Höhe: 52 cm. – LM B. 5.

Franz Liszts Großvater, der Dorflehrer, Kantor und Schreiber Georg Adam List [Liszt] (1755-1844) hatte 25 Kinder aus drei Ehen. Ádám Liszt, Franz Liszts Vater war das zweite Kind aus der ersten Ehe und Eduard der Ältere das letzte Kind aus der dritten Ehe. So war Franz älter als sein Onkel, den er als „oncle-cousin“ bezeichnete. Von seinen zahlreichen Verwandten hegte Liszt nur mit Eduard und seiner Familie engen und regelmäßigen Kontakt, dem er auch seinen Rittertitel übertrug (s. Eduard Ritter von Liszt: Franz Liszt. Abstammung, Familie, Begebenheiten, 1937).



18.

FOTOGRAFIE VON HANS VON BÜLOW



1863. Bülow, stehend, lehnt sich an einen Notenständer an, an dem die Noten von Liszts sinfonischer Dichtung Die Ideale zu sehen sind. Reproduktion einer Eduard von Liszt dem Älteren gewidmeten Kopie im Burgenländischen Landesmuseum, Eisenstadt.

23 x 14 cm. – LM F. 218.



Aus Liszts Brief an seinen ehemaligen Schüler und Schwiegersohn Baron Hans von Bülow (1830-1894): „Votre portrait des ‘Ideale’ (1863) avec l’inscription: ‘nec vincere desistam’ est devant moi. Soyons victorieux: les blessures du sort servent d’éperonnement’; les obstacles deviennent moyens.“ [Ihr Porträt mit den ‘Idealen’ (1863) und der Inschrift: ‘nec vincere desistam’ steht vor mir. Wir sollen siegreich sein: Die Wunden, die uns das Schicksal zugefügt hat, dienen uns zum Ansporn; die Hindernisse werden zu Mitteln.’] (Budapest, den 20. Januar 1877, Br. L.–Bü., Nr. 196.) Liszt hatte Hans von Bülow gegenüber väterliche Gefühle, auch danach, wenn seine Tochter Cosima Bülow verließ und Wagner heiratete. Der Aufbewahrungsort der Kopie der Liszt gewidmeten Fotografie ist unbekannt.



19.

FOTOGRAFIE VON LISZT, NÁNDOR TÁBORSZKY UND LINA SCHMALHAUSEN



Aufnahme von Károly Koller, Budapest, Februar-April 1885. Liszt und Schmalhausen sitzen an einem kleinen Tisch voller Flaschen und Gläser, Táborszky steht in der Mitte und sein rechter Arm ruht an der Lehne von Liszts Stuhl. Autographe Widmung auf der Rückseite: „Meinem lieben Freund F Taborsky herzlich ergebenst F. Liszt. 13ten April 85 – Budapest.“

16,9 x 11,2 cm. – LM F. 17.



Nándor (Ferdinand) Táborszky (1831-1888) war ein Pester Kunsthändler und Mitbesitzer des Verlags Táborszky und Parsch, der zahlreiche Kompositionen Liszts im Alter druckte.

Die deutsche Pianistin Lina (Louise) Schmalhausen (1864-1928) war seit 1879 Liszts Schülerin zunächst in Weimar, später auch an der Budapester Musikakademie. Für die 1880er Jahre wurde sie Liszts Vertraute und eine Art Haushälterin in seiner Budapester Wohnung. Sie erscheint auf dem zeitgenössischen Bild, das vom Schlaf- und Arbeitszimmer erhalten geblieben ist (Kat. Nr. 20, abgebildet auf S. 22). Ihr Tagebuch über die letzte Tagen und den Tod Liszts in Bayreuth ist ein vielverratendes biographisches Dokument (see Walker, The Death of Franz Liszt, 2002).

20.

LISZT MIT LINA SCHMALHAUSEN IM ARBEITS- UND SCHLAFZIMMER SEINER WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Fotografische Reproduktion eines Kupferstichs von A. Weinwurm nach einer Originalfotografie (jetzt verschollen) von Gyula Széchy. Der Kupfestich wurde in der Märznummer 1886 der ungarischen Zeitung Magyar Salon veröffentlicht; auch seine fotographische Reproduktionen waren im Umlauf. Das ausgestellte Foto entstand nach einer in der Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller Archiv (GSA 59/220,7) aufbewahrten Kopie, die auf der Rückseite Lina Schmalhausens Widmung an Frau von Schwartz und die folgende Inschrift trägt: „Letzte Aufnahme Franz Liszt’s in seinem Arbeitszimmer zu Budapest (10. März 1886). Vor seinem Arbeitspult: die ‘Heilige Elisabeth’ (das Rosenwunder, Geschenk v. Fr. Von Schwartz)“

Diese Statue ist in Liszts Nachlass nicht erhalten geblieben.

10,8 x 14,5 cm. – LM F. 230.



21. *

LISZT: „VERLÄNGERUNG“ ZUM KLAVIERWERK „SALVE POLONIA“



Faksimile der Originalhandschrift (gedruckt im Jahre 1884).

24,5 x 31 cm. – LM Ms. Mus. L. 13.

Liszt arbeitete an seinem Oratorium Die Legende des heiligen Stanislaus mehr als ein Vierteljahrhundert lang. Nur einige Nummern (darunter das Zwischenspiel „Salve Polonia“) waren beendet, aufgeführt und in verschiedenen Bearbeitungen veröffentlicht.



22. **

LISZTS BRIEF AN JÁNOS NEPOMUK DUNKL, BUDAPEST, DEN 27. JANUAR 1881



Faksimile der Originalhandschrift. Der erste Brief in der Sammlung der Musikakademie, der in der Wohnung in der Sugár Straße geschrieben wurde, wohin Liszt am 20. Januar 1881 eingezogen war.

Bifolio, Schrift: 1recto.

17,8 x 11,1 cm. – LM Ep. L 146.



Geehrter Freund, Da Bartay’s Conservatoriums Production morgen schon 6 Uhr beginnt, möchte ich ihnen den weiten Besuch, Radial Strasse ersparen. Treffen wir uns also: Redouten Saal [...]“.



23.

CHARLES VERLATS BRIEF AN FRANZ LISZT, ANVERS, DEN 29. JANUAR 1881



Faksimile der Originalhandschrift (SzNB Handschriftensammlung).

2 Fol., 20,3 x 13,2 cm. – LM Ep.foto 1.

Einer der ersten Briefe, die Liszt nach seinem Einzug in die Wohnung in der Sugár Straße erhielt, war von dem belgischen Maler Michel Marie Charles Verlat (1824-1890).



24. **

BÜCHER AUS FRANZ LISZTS NACHLASS



a)

Julius Schuberth: Kleines musicalisches Conversations-Lexikon.

8. Auflage, Leipzig–New York–Philadelphia: 1871.

XXI, 452 S., 17,5 cm. – LM LK. 218.



b)

La Mara: Musikalische Studienköpfe. 3 Bd.: Jüngstvergangenheit und Gegenwart.

5. Auflage, Leipzig: 1883.

338, [2] S., 18 cm. – LM LK. 104.



25. **

TINTENFASS AUS FRANZ LISZTS NACHLASS



Bronze, mit Messingseinlage, Blatt- und Früchteverzierung, zwei Henkeln. Nachlass-Stempel auf einem Stück Papier, das auf den Boden geklebt ist. Mit einem Begleitbrief, der die Auslieferung aus dem Nachlass bestätigt.

Höhe: 1,5 cm. – LM Er. 69.

Handgeschriebenes Zertifikat auf der Namenskarte des Rechtsanwalts Dr. Mór Stiller (Budapest V., Sas-utcza 14): „küldi Rózsa úrnak az ígért emléket Liszt hagyatékából“ [Ich schicke Herrn Rózsa das versprochene Andenken aus Liszts Nachlass].



26.

FEDERSTIEHLE UND FEDER

MIT BEZUG AUF FERENC LISZT (?)



a)

Eichenfederstiehl mit geschnittener Stahlfeder.

Länge: 18,5 cm – LM Er. 12.



b)

Feder aus braunem polierten Holz. Inschrift: „Liszt – 23. IV. 75.

Rubinstein“.

Länge: 16,4 cm. – HNM 105/1912.3.



27.*

STIMMGABELN AUS FRANZ LISZTS BESITZ



a)

A“-Stimmgabel, ohne Signatur.

Länge: 13,4 cm – LM Er. 66.



b)

C“-Stimmgabel, mit der Signatur: „Continental J. Brinsmead et Sons London“. Blauer Stahl.

Länge: 10,6 cm – LM Er 68.



Jenõ Hubay kaufte 1916 beide Stimmgabeln von Márton Keltscher, der sie als Liszt-Reliquien anläßlich der Auflösung des Musikliebhabervereins erworben hatte. Keltschners Zertifikat ist vom 14. Januar 1916 datiert. Deponiert von Jenõ Hubay (1925), Schenkung seiner Enkelkinder (1974). – Liszt wohnte den Konzerten des Chors und Orchesters des Pester Musikliebhabervereins häufig bei und war bei ihren Veranstaltungen als Ehrengast oft zugegen. Der Verein, dem eine Zeit lang Mihályi Mosonyi bzw. János Richter vorstanden, führte mehrere Werke Liszts auf und nahm auch an der Jubiläumsaufführung von Christus im Jahre 1873 teil. (S. Kat. Nr. 150)



28. *

LORGNETTE AUS LISZTS BESITZ

Rahmen and Stiel aus Horn. In den Griff ist der Buchstabe „L“eingeritzt.



29.

BRIEFBESCHWERER AUS LISZTS BESITZ (?)



Liegender Löwe aus Gussmessing.

Länge: 17,5 cm. – LM Er. 62.



Provenienz unbekannt; laut Prahács’ Katalog und der Inventarkarteikarte des Museums gehörte er einst Liszt.



30.

ARMSTUHL

Lederbezug. Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Höhe: 97 cm, Breite: 70 cm, Länge: 70 cm. – LM B. 24.



31.

TISCHCHEN



Nussholz, mit gekrümmten Beinen und großer Schublade; an der Vorderseite und der Decke: Intarsia-Verzierung. Erste Hälfte der 19. Jahrhunderts.

Höhe: 80 cm, Breite: 52 cm, Länge: 98,5 cm. – HNM 59.1587.



DARAUA:

Notenpapiere aus dem 19. Jahrhundert und



32.

NACHBILDUNG VON FRANZ LISZTS RECHTER HAND



Bronze, auf viereckigem grauem Marmorsockel. Werk von Alajos Stróbl (1857-1926). Signatur beim Gelenk: „STROBL“. Auf dem Marmorsockel: „Liszt Ferencz keze“ [„Ferencz Liszts Hand“].

Länge: 19,6 cm, Breite: 12,5 cm. Sockellänge: 24 cm, Breite: 13,8 cm, Höhe: 2 cm. – LM Pl. 17.



33.

PROGRAMM DER PARISER LISZT-SOIRÉE AM 23. MÄRZ 1866



Mit einer Liszt-Zeichnung von Mihály Munkácsy (1844-1900). Druck (Maison Rapide) in verstellbarem Rahmen. Mit Munkácsys Monogramm und seiner Faksimileunterschrift versehen.

22 x 18 cm. – LM Gr. 41.



1886 bewirtete Munkácsy Liszt sowohl in seinem Pariser Haus als auch auf seinem Schloss in Colpach (Luxemburg) und veranstaltete Soiréen zu seiner Ehre. Das große Ölgemälde entstand anlässlich des Pariser Besuchs von Liszt (UNG; die nach diesem Bild gemachte Radierung s. Nr. 6). Das Porträt auf dem Programm der Soirée ist grundverschieden.



34.

TINTENFASS AUS FRANZ LISZTS BESITZ (?)



Würfelförmig; aus farblosem Glas mit abgeschnittenen Kanten.

Höhe: 4,5 cm, Breite: 5 cm, Länge: 5 cm. – LM Er. 4.



Die Provenienzangaben sind ungeklärt; nach der Inventarkarteikarte des Museums gehörte der Tintenfass zu Liszt. Er stammt wahrscheinlich aus der Liszt-Sammlung der Gobbi Familie.



35.

FEDERHALTER UND FEDER

Weiß lackiertes Holz mit der Inschrift: „1875 IV List“. Am versilberten Hals das Vermerk: „Blanzy Fouré et Cie“ und darin eine geschnittene Stahlfeder.

Länge: 22,8 cm. – LM Er. 5.



AN DER WAND ÜBER DEM SCHREIBTISCH UND DEM TISCHLEIN:



36.

PORTRÄT DES GRAFEN GÉZA ZICHY



Dreiviertellange Litographie gedruckt von H. Gerhardt, Wien und verlegt von Soma Vereby. Fotoreproduktion des Stückes UNM Hist. Gall. 6253.

52 x 38 cm. – LM Repr. 462.



Teil der Beschreibung der Wohnung Liszts in der 3. August 1886-Nummer des Budapester Tagblatt: „Ueberdies befinden sich hier noch einige kleinere Bilder, darunter ein sehr schönes, in Kreide ausgeführtes Porträt des Grafen Géza Zichy.“ Da das Porträt nicht ausfindig gemacht werden konnte, wurde es durch die jetzige Litographie ersetzt. – S. Zichy, Kat. Nr. 5/f. Er war einer der vertrautesten Freunde des alten Liszt. Sie gaben gemeinsam Konzerte: 1879 in Kolozsvár (Klausenburg) und 1881 in Pozsony (Pressburg). Liszt war ein häufiger Gast im Budaer Zichy-Palais (Országház Straße 5) und im Jahre 1884 hielt er sich im Schloss Zichy in Tetétlen auf. Zichy, der ein berühmter einhändiger Klaviervirtuose war, widmete Liszt seine berühmten Etudes pour la main gauche seule [Etudes für die linke Hand allein], der seinerseits eine glänzende Bearbeitung für zwei Hände von Zichys Valse d’Adèle machte, die ursprünglich bloß für die linke Hand geschrieben worden war.



37.

PORTRÄT DES GRAFEN ALBERT APPONYI



Holzschnitt von Zsigmond Pollák (1837-1912) nach einer Zeichnung von Ferenc Haske (1833-1934) aus der 19. Mai 1878-Nummer von Vasárnapi Újság. Fotoreproduktion des Stückes UNM Hist. Gall. 58.49.

18 x 14,3 cm. – LM Repr. 53.



Graf Albert Apponyi (1846-1933) war ein treuer Verehrer von Liszt und Wagner. Als Parlamentsabgeordneter setzte er sich für die Förderung der Sache der Musikakademie ein. Liszt schrieb folgendermaßen über ihn: „Albert Apponyi est la perle des jeunes de l’aristocratie d‘ici – très sérieux, non ennuyeux, plein d‘instruction, de talent et d‘agréement.“ [Albert Apponyi ist die Perle der jungen Aristokraten hier – sehr ernst, nicht langweilig, gebildet, begabt und angenehm.“] (An Carolyne Sayn-Wittgenstein, Pest, den 8. März 1874. Br. VII, Nr. 51.)



38. **

DECKENDEKORATIONSPLAN MIT SZENEN AUS DANTES „DIVINA COMMEDIA“

AUS LISZTS NACHLASS



Bronzene, patinierte, galvanoplastische Kopie des Metallreliefs eines unbekannten Meisters. Konzept: eine von Peter Cornelius (1783-1867) im Jahre 1817 für die Villa Massima (Rom) aufgezeichnete Skizze; lithographische Version: „Umrisse zu Dantes Paradies von Peter Cornelius“, Leipzig: 1830.

Hohle elliptische Form. Die Zusammenstellung stellt Dantes Paradies als eine mystische Rose dar. Im zentralen ovalen Feld ist die Heilige Dreifaltigkeit und die Jungfrau Maria mit dem Heiligen Bernhard zur Linken und Dante zur Rechten zu sehen. Der Rand ist mit Sternen und verschiedenen Himmelskörpern geschmückt; über ihnen erscheinen nach einer von Dante bestimmten Konstellation und auf Wolken sitzend Gruppen von Menschen, die im Paradies der Divina Commedia von Dante vorkommen. Der Rand ist mit je einem Seraph in vier Teile geteilt und durch Kompositionen von mehreren Figuren: Heiligen, Patriarchen, Herrschern usw.in zwei Teile weitergeteilt. An einer mit bordeauxrotem Samt überzogenen, rechteckigen Holzunterlage befestigt; darunter befindet sich eine Kupferplatte mit der Inschrift: „LISZT FERENCZ HAGYATÉKA“ [Nachlass von Ferenc Liszt]. Unter der Platte kommen ein rechteckiges Papierblatt mit dem Nachlass-Stempel und der verblassten handschriftlichen Inschrift vor: „Hohenlohe kardinális ajándéka (1867)“ [„Geschenk des Kardinals Hohenlohe (1867)“].

Relief: 29,5 x 32 cm.

Holzunterlage: 38 x 50 cm. – LM Er. 39.



Liszt erhielt die niederen Weihen 1865 aus der Hand von Kardinal Gustav von Hohenlohe-Schillingsfürst (1823-1896), dem Schwager der Tochter von Fürstin Carolyne Sayn-Weittgenstein (s. Kat. Nr. 49). Der Kandinal, der ein Freund Liszts war, ermöglichte ihm, in der Villa d’Este in Tivoli bei Rom zu wohnen, um ungestört arbeiten zu können. Dantes Divina Commedia gab Liszt Inspiration zu zwei hervorragenden Werken: der „Dante-Sonate“ (Après une lecture de Dante, Fantasia quasi Sonata, dem letzten Stück des Klavierzyklus Années de pélerinage, Deuxième Année: Italie) und der „Dante-Sinfonie“ (Eine Symphonie zu Dante‘s Divina Commedia). Die Idee, eine Kopie für Liszt zu bestellen, dürfte mit der Aufführung der „Dante-Sinfonie“ anlässlich der Eröffnung der „Dante-Galerie“ in Rom am 26. Februar 1866 im Zusammenhang gewesen sein. S. Kovács, Imre: „The Galvanoplastic Replica ...“, 2006.





39.**

FOTOGRAFIE VON FRANZ LISZT



Dreiviertellange Fotografie aufgenommen im September 1867 von Joseph Albert, München,. Autographische Unterschrift und Datum: „F. Liszt, Octobre 67 Munich.“



Widmung auf der rechten Seite:

Thomán István úrnak, a nagy mester érdemes tanítványának, szíves emlékül Mihalovich.“ [„Herrn István Thomán, dem würdigen Schüler des großen Meisters, zum freundlichen Andenken, Mihalovich.“]

Geschenk von Frau Szinyei Merse aus István Thománs Nachlass.

85 x 60 cm. – LM F. 1.



Ödön (Edmund) Mihalovich (1842-1929) war ein ungarischer Komponist, der 1866-1867 in München bei Peter Cornelius (1824-1874) studierte. Während seines dortigen Aufenthalts knüpfte er Freundschaft mit Liszt, Wagner und von Bülow an. Er gab mehrere Konzerte mit Liszt und gehörte zu seinem engen Freundeskreis in Pest an. Er stand auch mit Liszts Tochter Cosima im Briefwechsel. Zwischen 1887 und 1919 war er Direktor der Musikakademie und nach 1919 ihr lebenslanger Präsident. – Diese Fotografie ähnelt sich sowohl in Maßen als auch in der ovalen Form der in der Zeitung Magyar Szalon abgebildeten Zeichnung. Letztere ist aber nicht Liszts Porträt, sondern das Bild eines Mannes, der trotz der gut erkennbaren Gesichtszüge noch nicht identifiziert werden konnte.



40.**



SONNENUNTERGANG IN ROM VOM MONTE PINCIO HER

AUS LISZTS PESTER WOHNUNG



Ölgemälde von Karl Lindemann-Frommel (1819-1891) mit dem Nachlass-Stempel auf der Rückseite. Einst im Besitz von Dr. Emy Seregély, war es zwischen 1986 und 1989 als Depositum ausgestellt und im November 1989 von ihren Erben ihrem Testament entsprechend dem Museum geschenkt.

10 x 27 cm. – LM O. 10.



Das Gemälde war bereits in Liszts Besitz, als er noch in der Wohnung am Hal Platz wohnte. Es hing dort im Speisezimmer, wie der Korrespondent der Neuen Illustrierten Zeitung, Arno J. Mayer beschrieb (II. Bd., 1886, Nr. 47): „Ferner hing dort ein nicht allzugrosses Oelgemälde, die Engelsburg in Rom in abendlicher Beleuchtung vorstellend. Der Himmel dieses Gemäldes ist mehr gelb als blau oder roth gehalten, und der Meister stellte mir dieses ‘Kunstwerk’ als seine ‘Eierspeise’ vor.“

Von der Zeichnung in Magyar Szalon kann man feststellen, dass das Gemälde wahrscheinlich an der Wand zwischen dem Schreibtisch und dem spiralbeinigen Tischlein im Arbeit-Schlafzimmer in der Sugár-Straße hing.



41.**

WANDPENDELUHR AUS LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Aus Nussbaum; geschnitzt und zum Teil gedrechselt. Mit römischen Ziffern auf dem weißen emaillierten Zifferblatt, ohne Signatur. Das Pendelgehäuse ist auf beiden Seiten verglast. Erworben von Frau Dévay im Jahre 1934.

Höhe: 96 cm, Länge: 28 cm, Breitet: 12 cm. – LM B. 1.



42.

SÁNDOR TELEKI ALS WANDERBURSCHE

(AUF DER INSEL JERSEY



Zeichnung von József Borsos, Litographie von J. Rauh. Fotoreproduktion des Stückes UNM

Hist. Gall 54.889, das Telekis autographische Widmung an Gyula Gáll aus dem Jahre 1882 enthält.

52 x 38 cm. – LM Repr. 50.



Teil der Beschreibung der Wohnung Liszts in der 3. August 1886-Nummer des Budapester Tagblatt: „Eine kleine humoristische Zeichnung des Grafen Alexander Teleki verdient ebenfalls Erwähnung.“ Graf Sándor Teleki (1821-1892) begegnete Liszt, als er 1939-1940 Ungarn besuchte. Sie wurden enge Freunde im Jahre 1842 in Berlin. 1843 fuhren sie gemeinsam nach Schlesien und Russland. Eine andere wichtige gemeinsame Reise führte sie Ende 1846 nach Kolozsvár/Klausenburg (wohin Teleki für Liszt einen berühmnten Zigeunerviolinisten bestellte) sowie nach Bucharest. Wegen seiner Teilnahme an der Revolution und dem Freiheitskampf von 1848/49 lebte Teleki bis 1867 im Exil und besuchte unter anderen Orte wie die Insel Jersey, wo er Freundschaft mit Victor Hugo schloß. – 1877 veröffentlichte Teleki einen Artikel über seinen Aufenthalt in Kolozsvár /Klausenburg mit Liszt im Jahre 1846 und erinnerte sich an den Koltói csárdás, den Liszt dort von einem Zigeunerviolinisten hörte. (Liszt bearbeitete diese Melodie in seiner 14. Ungarischen Rhapsodie). Liszt hatte öfter geplant, Teleki in seinem Schloss in Koltó zu besuchen; sein Plan ging aber nie in Erfüllung. Das Bild von Liszts Arbeits- und Schlafzimmer, wie es auf Széchys Zeichnung in Magyar Szalon abgebildet ist (s. S. 22), ist mit der ausgestellten Lithographie identisch, obwohl diese Kopie nicht Liszt gehörte, wie die autographische Widmung bezeugt.



43.

FOTOGRAFIE VON SOFIE (SOPHIE) MENTER



Originalaufnahme von J. Löwy, Wien. Sie zeigt die Pianistin, wie sie sich mit dem Ellbogen an eine griechische Säule anlehnt und nach links schaut. Auf der Rückseite steht eine mit Bleitstift geschriebene Eintragung: „Menter Zsófia. Liszt kedvenc tanítványa. 1848-1918.“ [Sophie Menter. Liszts Lieblingsschülerin 1848-1918.] Im zeitgenössischen Ovalrahmen.

16,1 x11,2 cm, Rahmen: 39 x 35 cm. – LM F.22.



Nach der bereits erwähnten Beschreibung im Budapester Tagblatt hing ursprünglich an der Wand des Salons ein umfangreiches Ölgemälde von Menter [„ein grosses Porträt der ebenso schönen wie genialen Sophie Menter“], dessen Aufbewahrungsort unbekannt ist.



44.

BETT



Ungarisch, ca. 1870-1880.

Länge: 206 cm, Breite: 100 cm. – LM B. 26.



45. **

DRAPERIE AUS FRANZ LISZTS NACHLASS



Bordeauxrotes Tuch mit sandfarbener Baumwollstickerei (Lyre und Tulpen) und gewobener Wollen- und Baumwollborte. Trapezförmig.

Parallelseiten: 162 und 194 cm, Höhe: 111 cm. – LM B. 15.



Nach Prahács’ Katalog von 1968 gehörte sie Liszts Nachlass an. Ihre Provenienz und ihre ehemalige Funktion sind unbekannt. Über dem Bett hing ursprünglich in Liszts Wohnung ein von Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein gestrickter Teppich. Die Bettdecke war ebenfalls ihrer Hände Arbeit. Ihr gegenwärtiger Aufbewahrungsort ist unbekannt.



46.

PORTRÄT VON COSIMA LISZT-BÜLOW (?)



Ölgemälde von Alajos Györgyi–Giergl (1821-1863); ovales Brustbild. Signatur rechts: Györgyi 862. (?).

Aus dem Hertelendy Nachlass.

81x 68 cm. –Museum von Zalaegerszeg 76.1.34.



Angaben über die Art und den Ort des Malens sind unbekannt. Nach der Überlieferung in der Familie des Malers soll Liszts Tochter Cosima dem Modell zum Bild gesessen haben. 1862 war sie jedoch erst 25 Jahre alt (auch wenn damals schwerkrank), und schaut auf dem Bild wesentlich älter aus. In Wirklichkeit durfte ihre Mutter, Marie d’Agoult das Modell gewesen sein, obwohl Giergls Verbindung mit der Mutter oder der Tochter nirgendwo belegt ist. Andererseits ist bekannt, dass Giergl im September 1856 ein Porträt über Liszt in Pest malte (s. Br.IV, Nrn. 238 und 239), aber diese Tatsache in Liszts Ikonographie nicht aufgezeichnet. Das Bild ist entweder verschollen oder verloren gegangen.



47.

NACHTTISCH



Nussbaumfurnier auf Nadelholzgrundlage. Budapest, ca. 1874.

Höhe: 110 cm, Länge: 47 cm, Breite: 35 cm. – LM B. 22.



48.**

NACHTTISCHLAMPE AUS LISZTS PESTER WOHNUNG



Der Lampenkörper ist einer griechischen Säule nachgebildet: Der Unterbau ist aus Kunstmarmor, der untere Teil der Säule und das korinthische Säulenkapitell sind aus Messing. Am Messingunterteil gibt es zwei tanzende Frauenfiguren, zwischen ihnen eine Amphora und einen Kandelaber. Ursprünglich mit grünem Lampenschirm und vier Kerzen ausgestattet; später in eine elektrische Lampe umgebaut. Der Kerzenleuchter und der Schirm sind verschollen. – Aus Henrik Gobbis Nachlass.

Höhe: 34 cm; Unterbau: 10,5 x 10,5 cm. – Zwischen 1986 und 1988 als Depositum ausgestellt; im Dezember 1999 von István Gobbi dem Museum geschenkt.



AN DER WAND ÜBER DEM BETT UND DEM NACHTTISCH



49.*

KIRCHLICHE URKUNDE ÜBER

DEN EMPFANG DER VIER NIEDEREN WEIHEN,

ROM, DEN 2. AUGUST 1865



Lithographiertes Formular mit stilisierter Rahmenverzierung, in der Mitte mit dem Kardinalswappen und dem gedruckten Text: „CONSTANTINUS [...] EPISCOPUS PORTUENSIS ET C. RUFINAE [...] SSMI D.N. PAPAE VICARIUS GENERALIS [...]“. Der Text der Urkunde ist teils gedruckt, teils handgeschrieben: „Quiversis et singulis, ad quos praesentes litterae pervenerint, testamur: Illmum ac Rmum P.D. Gustavum de Hohenlohe Achiepum Edessen. Tibure in privato sacello die 30 Julii Dom. VIII post Pentec. Ann. 1865 dilectum Nobis in Christo D. Franciscum Liszt origine Jaurien. Numper vero in romanum Clerum cooptatum praevio examine [...] cum caeremoniis et solemnitatibus necessariis et opportunis juxta S. R. E. Ritum ad quatuor minores ordines servatis servandis de licentia in Domino promovisse. [...] die 2 Mensis Augusti Anni 1865 [...]“

32,8 cm 43,8 cm. – LM Ad 9.



Liszt empfing die vier niederen Weihen in der Privatkapelle des Kardinals Hohenlohe am 30. Juli 1865. Laut Dokument stammt er von Gyõr (Raab), da Doborján (Raiding) der Diözese Gyõr angehörte.



50.*

PORTRÄT VON FRANZ LISZT ALS ABBÉE GEKLEIDET

AUS SEINEM NACHLASS



Dreiviertellange Lithographie von Alfred Lemoine nach Erwin [Hanfstaengls] Fotografie (Paris, März 1866), gedruckt von Bertauts, Paris. Inschrift: „L‘ABBÉ LISZT (au Vatican – Rome 1866).“ Mit Faksimile der Unterschrift und dem Nachlass-Stempel.

28,4 x 20,2 cm. – LM Gr. 33.



Liszt trug Abbégewand vom Empfang der niederen Weihen bis zu seinem Tod.



51.*

BETSCHEMEL AUS FRANZ LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Entworfen von Sándor Fellner, Budapest, ca. 1880. Geschnitzte Eiche mit lilafarbigem Samtbezug. Von dem Postament kann ein Betschemel ausgezogen werden. Auf der Rückseite ist im geschnitzen Rahmen das Monogramm FL zu sehen; unter dem Pult in einem Winkel gibt es einen Gebetsbuchhalter. – Geschenk von Frau Vörös, geb. Paulina Várkonyi für Liszts Wohnung in der Sugár Straße. Erworben im Jahre 1936.

Höhe: 112 cm, Länge: 68 cm, Breite: 45,5 cm. – LM B. 11.



AM BETSCHEMEL ANGEFESTIGT



52.**

KRUZIFIX AUS FRANZ LISZTS NACHLASS

Schwarzes Kreuz aus Holz mit einem früher geschnitzten Elfenbeinkorpus und der Inschrift INRI. Geschenk von Frau Szinyei Merse aus István Thománs Sammlung.

Länge: 39,3 cm, Breite: 20 cm. – LM Er. 65.



Laut Thomán nahm Liszt dieses Kruzifix auf seine Reisen mit (s. Mátéka: „Az Andrássy-úti régi zeneakadémia...“, 1940, s. 136). In Thománs Nachlass ist jedoch ein anderes „Reisekruzifix“ erhalten geblieben, das sich im Weimarer Liszt Museum befindet. Süddeutsche Arbeit, Anfang des 18. Jahrhunderts (Prahács: Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola, Liszt Ferenc Emlékmúzeum, 1968, Nr. 129). Nach Prahács soll es Liszt von der Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein bekommen haben. Es kann aber mit dem Kruzifx identisch sein, das Liszt in seinem Testament von 1860 Marie Hohenlohe, geb. Fürstin Sayn-Wittgenstein hinterließ: „Le crucifix en ivore – ‘cinque cento’ qui m’a été donné par mon bienveillant protecteur, le Prince de Hohenzollern-Hechingen“ [„Das Elfenbeinkruzifix – ‘cinque cento’, das mir von meinem wohlwollenden Gönner, Fürst Hohenzollern-Hechingen gegeben wurde“] (Br. V, Nr. 27). S. Lucke-Kaminiarz: „Liszts Weimarer Reisekruzifix“; Eckhardt: „Liszts Budapester Reisekruzifix“, 2007.



53.**

FRANZ LISZTS GEBETBUCH

Paroissien romain complet noté d‘aprés le chant grégorien. Notation moderne. Paris, 1860, Adrien le Clere. Mit dem Nachlass-Stempel. Geschenk von Gyula Kapossy.

(VIII), 924 S., 16 cm. – LM LK. 174.



54.**

FRANZ LISZTS ROSENKRANZ



Mit vier Zehnteln (unvollständig). Glatt gedrehte Perlen an einer Metallkette mit einer rosettenartigen Vaterunserperle nach jedem Zehntel. Am Schluss befinden sich eine doppeltseitige Knochenschnitzerei (Christus und ein Schädel oder Totenkopf), ein Metallkorpus, eine Messingmedaille mit der Darstellung der Jungfrau Maria und einer Inschrift auf Französisch. Ein handgeschriebener Brief bestätigt seine Authentizität: „Ez a ‘Jóhalál’ rózsafûzér Liszt Ferenc tulajdona volt, állandóan zsebében hordta. Ezt bizonyítom: Varga Vilma Liszt Ferenc tanítványa. Budapest 1940. VII. 24.“ [„Dieser ‘gute Tod’ Rosenkranz gehörte Franz Liszt, der ihn ständig bei sich in der Tasche trug. Bestätigt von Vilma Varga, Schülerin von Ferenc Liszt, Budapest, den 24. Juli 1940.“]

Geschenk von Rudolf Brandt.

Länge: 32 cm. – LM Er. 55.

Die fehlenden Teile dieses Rosenkranzes sind im Erard-Klavier gefunden worden, das Liszt in der Villa d’Ester in Tivoli gebraucht hatte (heute im Privatbesitz).



AN DER WAND:

55.**

RELIGIÖSE LISZT-RELIQUIEN AUS SEINEM BESITZ



Gesammelt von Vilma Varga, einer Schülerin Liszts.



a)

Darstellung des Heiligsten Herzens Jesu mit Seiden- und Metallfaden auf Duvertine gestickt. Der handgeschriebene Brief auf Ungarisch bekundet ihre Echtheit: „Ez a Jézus Szt. Szíve hímzés Liszt Ferenc felsõ kabátjának bélésébe volt varrva. Ezt bizonyítom: Varga Vilma, Liszt Ferenc tanítványa.“ [„Diese Strickerei vom Heiligsten Herzen Jesu war in das Futter von Ferenc Liszts Mantel genäht. Bestätigt von Vilma Varga, Schülerin von Ferenc Liszt. Budapest, den 24. Juli 1940.“] Geschenk von Rudolf Brandt.

Höhe: 7,5 cm. – LM Er. 53.



b)

Fotografie eines Heiligenschreines der Jungfrau Maria (Mariazell) mit einem Gnadenbild über der Kirche. Ovalenförmig, auf einen unregelmäßig umgeschnittenen Karton geklebt. Mit einem handgeschriebenen ungarischen Bekundungsschreiben versehen: [„Dieses Bildchen befand sich an seinem Bett, sein Rahmen ist verschwunden. Vilma Varga.“]

Höhe: 5,5 cm, Breite: 4,7 cm. – LM Er. 70.



c)

„Dilectus meus mihi, et ego illi!“ Deutsches geistliches Gedicht, eine von der Buchdruckerei der Kath. Aktiongesellschaft, Pressburg gedruckte vierseitige Ausgabe. S. 1 enthält oben die handgeschriebene Eintragung: [„Das bekam ich aus dem Gebetbuch meines Professors Franz Liszt und ich gebe sie meinem /meiner Gyubika [?], Tante Vilma“.]

11,2 x 7,4 cm. – LM Any. 62.



d)

Einige Worte für das Herz.“ Geistliches Gedicht auf einer zweiseitigen Ausgabe. Aus der Serie „Blütchen für‘s fromme Herz“. Gedruckt von Fr. Puster, Regensburg. Oben, auf S. 1 ist der handgeschriebene ungarische Text zu lesen: [„Seiner Schülerin Vilma Varga von Franz Liszt im Jahre 1885 gegeben“.]

12 x 7,6 cm. – LM Any. 61.



56.**

CHRISTUSKOPF („ABGAR“-GNADENBILD)

AUS FRANZ LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Ölgemälde auf Nadelholz. Kopie eines unbekannten Malers (Anfang 17. Jahrhundert) nach dem im Kloster S. Silvestro in Capite, Rom aufbewahrten Original. Die Vorderansicht des Kopfes ist von Strahlen umgeben. Inschrift oben: „SPECIOSVS FORMA PRAE FILIIS HOMINVM + DIFFVSA EST GRATIA IN LABIIS TVIS + VNXITTE DE[VS] TV[VS] OLEO LETITIAE PRAE CO[N]SORTIB[VS] TVIS RESPICE IN FACIEM CHRISTI TVI“ [„Schöner bist du als die Menschensöhne, Gnade zerströmt auf deinen Lippen, Dein Gott hat dich über deine Gefährten gesetzt, indem er dich mit dem Öl der Freude gesalbt hat, schau in das Gesicht Deines Christus“]. Auf beiden Seiten des Kopfes befinden sich die Buchstabensymbole Jesu und Mariä, eine Inschrift im Kreis: „IMAGO CHRISTI SALVATORIS AD IMITATIONEM + EIVS QVAM MISIT ABAGARO QVAE + ROMAE HABETVR IN MONASTERIO S. SILVESTRI“ [„Bildnis Christi, unseres Erlösers, eine Kopie dessen, das er Abagarus schickte, das im Kloster Hl. Sylvester in Rom aufbewahrt ist“]. Auf der Rückseite des Bildes ist die Eintragung mit Tinte zu lesen: „Reuerendae et dilectae Christo Mat[ri] Abbatissae Conventus Posniens[is] Ordini[s] S. Clarae, Annae Mariae à Lichtenberg recordationis ergo“ [„Anna Maria Lichtenberg, der von Christus geliebten ehrwürdigen Mutter Superiorin des Konvents der Pressburger Klarissinnen, zum Zeichen des Andenkens“].

Nach Vilma Vargas mündlicher Mitteilung war das Bild in Liszts Wohnung in Pest am Beetschemel aufgehängt. Geschenk von Rudolf Brandt.

45,2 x 28,5 cm. – LM O. 4.



Mehrere Quellen bezeugen, dass sich über Liszts Beetschemel ein Bild der Heiligen Jungfrau befand (wie Ábrányi in Magyar Salon schreibt: „Auf der Seite war sein Beetschemel mit frommen Abzeichen, einem Gebetbuch und einem Bild der Heiligen Jungfrau Maria“; in der Beschreibung des Budapester Tagblatt vom 3. August 1886 heißt es: „Eine Tizian‘sche Madonna (Kopie), die über dem Betschemel hängt“. Doch kann Vilma Vargas Information nicht bezweifelt werden – es durften mehrere Bilder an der Wand gehangen sein, die eventuell abgewechselt wurden.

S. Kovács, Imre: „Liszt’s devotional image“, 2003.





57.**

GLASVITRINE MIT DOPPELTÜR (BÜCHERSCHRANK)

AUS LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Nussbaumfurnier und geschnitzte Verzierung. Ungarisch oder österreichisch, ca. 1860/70. Die Türe sind in zwei Teile geteilt; der obere Teil ist mit Glass versehen.

An der Randleiste: geschnitzte Blumen- und Obstverzierung. Gekauft von Frau Dévay im Jahre 1934.

Höhe: 202 cm, Länge: 132 cm, Breite: 61 cm. – LM B. 18/1.



IM INNEREN



58.**

LISZTS BUDAPESTER BIBLIOTHEK



278 Titel, 311 Bände. Einige mit Eintragungen von Liszts Hand. Ihre ausführliche Beschreibung s. in einer separaten, zweisprachigen Veröffentlichung: Eckhardt, Liszt Ferenc hagyatéka a budapesti Zenemûvészeti Fõiskolán. I. Könyvek. / Franz Liszt’s estate at the Budapest Academy of Music. I. Books, 1986.



AN DER WAND, ZUR RECHTEN



59.

CAROLYNE SAYN-WITTGENSTEIN,

LISZTS ZWEITE LEBENSGEFÄHRTIN



Fotografie von Le Lieure (Rom) aus den 1870er Jahren, Reproduktion von Louis Held (Weimar).

21,7 x 16,7 cm. – LM F. 174/7.

Fürstin Carolyne Jeanne Elisabeth von Sayn-Wittgenstein, geb. Iwanowska (1819-1887) traf Liszt in Kiew im Februar 1847 und folgte ihm nach Weimar im April 1848. Sie hatten vor, zu heiraten. Obwohl ihr nach vielen Jahren verzweifenten Kampfes vom Papst 1861 die Annullierung ihrer ersten, erzwungenen Ehe erteilt wurde, war ihre geplante Ehe mit Liszt durch Intrigen vereitelt. Sie ließ sich in Rom nieder und sie blieben lebenslang gute Freunde.



60.*

TISCHFÖRMIGES GLASKLAVIER AUS FRANZ LISZTS BESITZ



Vieroktaviges Klavier (c1-c5), Klaviermechanik mit gestimmten Glasplatten. Im Mahagonischrank mit gedrehten Einzelheiten. Gebaut von Bachmann, Tours & Angers. Ohne Opusnummer; vor 1872. Liszt nannte das Klavier „harmonica en verre“ und schickte es von Rom nach Szekszárd, ins Herrenhaus von Antal Augusz (s. die Studie von János Kárpáti auf S. 25-32).

Von Frau Augusz im April 1887 in die Musikakademie geschickt.

Höhe: 70 cm, Länge: 87 cm, Breite: 60 cm. – LM H. 4.



HINTER IHM, AN DER WAND:



61.

GEORG ADAM LIST (LISZT), GROßVATER VON FRANZ LISZT



Ölgemälde von Joseph Lemmermayer, 1841. Sitzende Halbfigurdarstellung mit der Signatur rechts unten: „Lemermayer 841“. Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

80,5 x 64,5 cm. – LM O. 2.



Ihr jüngstes Kind, Eduard (s. Nr. 17 dieses Katalogs) hatte sowohl von Georg Adam Liszt als auch von seiner dritten Gemahlin ein Porträt malen lassen. Das Gegenstück zu diesem Bild befindet sich im Burgenländischen Landesmuseum, Eisenstadt.



62.

ADAM LISZT (1776-1827), VATER VON FRANZ LISZT



Fotoreproduktion der Gouache eines unbekannten Malers. Halbfigurdarstellung an einem kleinen Klavier sitzend. Er wendet sich nach links und blickt nach vorne. In der oberen linken Ecke hängt eine goldene Uhr an der Wand. Auf der Rückseite des Bildes mit unbekannter Hand: „Franz Liszt’s Vater und Lehrmeister am Spineth worauf lernte. Raiding 1819“.

Original: UNM Hist. Gall. 1907. 112.

37 x 29 cm. – LM Repr. 111.



63.

ANNA MARIA LAGER (1788-1866), FRAU VON ÁDÁM LISZT,

FRANZ LISZTS MUTTER



Reproduktion einer Originalfotografie ohne Signatur, die sie im Alter zeigt.

Original: Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien.

31 x 23 cm. – LM F. 219.



64.

FRANZ LISZTS GEBURTSHAUS IN RAIDING (DOBORJÁN)



Lithographie von Johann Stadler (1804-1859) nach einer Zeichnung von E. Grünes, gedruckt von J. Rauh. Inschrift über dem Bild: „Beilage zum Österreichischen Morgenblatt / Redigiert von J. N. Vogl.“, unter dem Bild: „LISTS GEBURTSHAUS ZU REIDING [sic] / in Ungarn. In zeitgenössischem Rahmen. Nachlass von Eduard Liszt dem Jüngeren.

22 x 25,5 cm. – LM Gr. 46.



Liszts Geburtsort, Raiding (Doborján) gehörte früher zu Komitat Sopron in Westungarn; seit 1920 befindet er sich in Burgenland, Österreich. Das Haus, indem er geboren wurde, ist heute ein Museum.



65.

BLANDINE, COSIMA UND DANIEL,

KINDER VON FRANZ LISZT UND MARIE D’AGOULT



Fotoreproduktion der ovalen Miniatur, die Fürstin Amélie de Lacépède (1796-1860) im Jahre 1843 mahlte (Original: Richard Wagner Museum, Bayreuth). Die Kinder sitzen in einem Armstuhl, Daniel mit einem Buch am Schoß, Blandine ist zu seiner Linken, Cosima zu seiner Rechten. Signatur unter, rechts.

13 x 9.3 cm. – LM Repr. 53.



66.

LISZTS WIENER VERWANDTEN



Fotografien im gemeinsamen Rahmen. Aus dem Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.



a)

Eduard von Liszt der Ältere (1817-1879), Franz Liszts „oncle-cousin“. Reproduktion einer unsignierten Fotografie.

11,7 x 8.8 cm. –LM F. 192/2.



b)

Henriette von Liszt geb. Wolf (1825-1920), zweite Gattin von Eduard von Liszt dem Älteren. Reproduktion einer Aufnahme von Winzent Weissmann (Wien).

11,2 x 8,8 cm – LM F. 192/1.



c)

Dr. Franz von Liszt (1851-1919), zweiter Sohn von Eduard von Liszt und seiner zweiten Gattin Karoline Liszt, geb. Pickhart (1827-1854). Originalfotografie von Lafranchini (Wien).

10,7 x 6,7 cm – LM F. 181.



d)

Marie von Liszt (1853-1919), Tochter von Eduard und Karoline von Liszt. Originalfotografie von Lafranchini (Wien), ca. 1872.

10,6 x 6,4 cm – LM F. 182.



e)

Hedwig von Liszt (1866-1941), Tochter von Eduard und Henriette von Liszt. Originalaufnahme von Dr. Székely (Wien).

10,5 x 6,5 cm – LM F. 182.



f)

Eduard von Liszt der Jüngere (1869-1961), Sohn von Eduard und Henriette von Liszt. Originalaufnahme des Ateliers Adele, Wien.

10,7 x 6,5 cm. – LM F. 183.



67.

RICHARD WAGNER (1813-1883)



Originalaufnahme ohne Signatur. Ovalformat.

Nachlass von Ödön Mihalovich.

39,5 x 28,5 cm. – LM F. 6.



AN DER WAND, RECHTS BEI DER TÜR:



68.

GLASSCHRANK MIT ZWEI TÜREN

Ungarisch, 19. Jahrhundert.

Höhe: 185 cm, Länge: 126 cm, Breite: 49 cm. – KGM, ohne Inventarnummer.



IN IHM:



69. **

HANDGLOCKE AUS FRANZ LISZTS BESITZ

Messing mit Silberüberzug. Griff in der Form eines Frauenbrustbildes im klassizistischen Stil. Aus dem Nachlass von István Thomán. Geschenk von Frau Félix Szinyei Merse.

Durchmesser: 7 cm, Höhe: 9 cm. – LM Er. 47.



70.*

BESTECK, DAS FRANZ LISZT BEI SEINEN BESUCHEN IN VILMA VARGAS HEIM IN RÁKOSPALOTA VERWENDETE



Nachlass von Vilmos Varga, Geschenk von Rudolf Brandt.



a)

Zuckerzange, österreichisch oder ungarisch, ca. 1870. Aus Silber mit eingravierter Verzierung und der Herstellermarke „St“.

Länge: 15,6 cm. – LM ER. 50.



b)

Messer, österreichisch oder ungarisch, ca. 1850. Schneide aus Stahl, silberner Griff.

Länge: 24,1 cm. – LM ER. 51.



c)

Gabel, österreichisch oder ungarisch, ca.1850. Dreizackig aus Stahl, Griff ähnlich wie oben.

Länge: 21,2 cm. – LM ER. 52.



Liszt war bei dem berühmten Tierartprofessor Dr. Ferenc Varga und seiner Tochter zweimal auf Besuch: Am 8. März 1885 spielte er sogar Klavier dort (s. „Liszt Ferenc Rákospalotán“ [Franz Liszt in Rákospalota], Budapesti Hírlap, 10. März 1885). Das Haus (jetzt: Budapest IV. (Újpest) Vécsey Károly Straße 120) erhielt 2007 eine Gedenktafel.



71.

TELLER AUS DEM NOHANT TAFELGESCHIRR VON GEORGE SAND



Französische Fayence mit bunten gemahlten Blumen und weinrotem geometrischem Rand. Auf der Rückseite die Signatur: „LINNEE / U. & Cie / SARREGUEMINES“ [Paul Utzschneider & Paul Geiger aus Sarreguemines an der Mosel]. Von Christiane Sand durch Vermittlung von Mme Márta Klein 1997 dem Museum geschenkt.

Durchmesser: 24 cm. – LM Er. 92.



Liszt und Marie d’Agoult hielten sich 1837 eine Weile im Château de Nohant, dem Herrschaftssitz ihrer Freundin, der französischen Schriftstellerin George Sand (1804-1876) auf.

S. Tafelgeschirr in Sand, Christiane: A la table de George Sand, 1997.



72.

GLASSCHÜSSEL MIT BEINEN



Ungarisch, 19. Jahrhundert [?]. Blaues Glas mit gebrannten gemahlten Verzierungen; auf Metallunterbau. Im Jahre 1966 anonym geschenkt. Ihre Beziehung zu Liszt ist ungeklärt.

Höhe: 14 cm, Durchmesser: 22,5 cm. – LM B. 14.



73.*

ZWEI ZIGARREN AUS FRANZ LISZTS BESITZ



Im papiergefütterten Glasgefäß. Nachlass von Vilma Varga.

Höhe: 16.3 cm. – LM Er. 3.



74.*

IRDENE GEFÄßE AUS LISZTS NACHLASS



Zwei Stücke aus Ausgrabungen, die Liszt Vilma Varga schenkte. Sie gab sie wiederum Rudolf Brandt weiter, der sie dann der Musikakademie schenkte.

Höhe: 8,5 cm und 7,3 cm. – LM. Er. 56 und 57.



75.*

GETROCKNETE BLUMEN, LISZTS GESCHENK AN VILMA VARGA



Getrocknete Blumen, mit gelbem Zwirn auf ein Stück weißes Papier genäht und mit den folgenden, mit Tinte geschriebenen handschriftlichen Zeilen versehen: „Blumen, die mir Franz Liszt schenkte. Vilma Varga.“

Papier: 8,4 x 10,5 cm. – LM Er. 54.



76.*

ZWEI KERZENSTÄNDER AUS DEM WIENER HAUS VON EDUARD VON LISZT DEM ÄLTEREN



Aus Silber mit winziger Perlenkettenverzierung; balusterförmiger Körper auf runder Unterlage, mit kelchförmigem Oberteil.

Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

Höhe: 17 cm, Durchmesser der Unterlage: 10,5 cm. – LM ER. 46/1-2.



Während seiner Besuche in Wien hielt sich Liszt seit 1869 in Eduard von Liszts Haus am Schottenhof auf. Dort verwendete er diese Kerzenständer.

77.*

TABAKDOSE AUS FRANZ LISZTS BESITZ



Aus Horn, gepresst und gemeißelt. Imitations-Schildplattdeckel auf der Innenseite mit dem eingravierten Monogramm „FL“. Von Jenõ Hubay in Verwahrung gegeben und seinen Erben dem Museum geschenkt. Eine Aufzeichnung über die Authentizitätsbeglaubigung von Ferenc Farkas ist zwar vorhanden, aber das Dokument selbst ist verloren gegangen.

Länge: 5,5 cm, Breite: 2,8 cm, Höhe: 1,8 cm. – LM Er. 10.



78. *

FRANZ LISZTS HAARLOCKEN



aus verchiedenen Perioden seines Lebens.



a)

Haarlocke des fünfzehnjährigen Liszt in einem späteren vergoldeten Rahmen. Geschenk von Vilma Varga. Auf die Rückseite ist die Bescheinigung auf Ungarisch geklebt: [„Ich bezeuge, dass diese blonde Haarlocke Franz Liszts Haar im Alter von 15 Jahren ist. Vilma Varga, Franz Liszts letzte lebende Schülerin. Budapest, den 7. September 1949“].

9,3 x 11,5 cm. – LM Er. 14.



Die anderen von Vilma Varga gesammelten Andenken s. Kat. Nrn. 4, 55 und 56.

b)

Liszts Haarlocke im Alter, in schwarzem und vergoldetem Rahmen.

Geschenk aus dem Jahr 1952, die Dokumente des Ursprungs sind verloren.

10.2 x 14 cm. – LM Er. 63.



c)

Liszts Haarlocke im Alter von 74 Jahren in silberner Fassung (1863), die ursprünglich für eine Taufmedaille oder ein Bild gemacht werden soll. Heute hält sie eine graue Locke unter Glasplatte und einen Papierstreifen mit der handgeschriebenen Note: „Liszt Ferencz haja 1885 okt.“ [Franz Liszts Haar, Oktober 1885]. Hinterlassenschaft von István Thomán, Geschenk von Frau Szinyei Merse.

Höhe: 8,5 cm, Breite: 7,5 cm. – LM Er. 13.



Die Locke wurde von Thomán in einer Innsbrucker Barbierstube am 22. Oktober 1885 aufgehoben, als er in Liszts Gesellschaft reiste (s. Vándor: „Liszt utolsó élõ tanítványa“, 1935).



d)

Blumenstrauß aus Liszts Haar geflochten von Baronin Anna von Walser-Wendesheim. Die graulichen Haare sind um einen Dratrahmen gewunden; das Staubblatt der Blumen besteht aus metallglänzenden Glasperlen; die Stiele sind mit einem aus Haar geflochtenen Band zusammengebunden. Auf weiße Seide montiert: in schwarzem Metallrahmen mit Perlen-und-Pfeilverzierung unter Glass.

Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

20 x 16.5 cm. – LM Er. 61.



79.*

ABBÉHUT AUS FRANZ LISZTS NACHLASS



Schwarzer Kanin mit schwarzen Seidenschnüren und Doppeltrosten. Im Inneren ist ein schwarzer Lederband mit vergoldetem Druck zu finden: „Giovanni Wulzer, Roma, Via della Maddalena, 22.“ Depositum von Jenõ Hubay, bzw. Geschenk seiner Erben. Die Hutschachtel ist verloren gegangen.

Durchmesser: 45 cm. – LM Er. 41.



80.*

FRANZ LISZTS TOTENMASKE



Die erste Gipskopie nach dem Originalabdruck Weissbrods, den er am 1. August 1886 in Bayreuth nahm. Auf der rechten Seite befindet sich der gedruckte Stempel: „WEISSBROD / ** / SCHNAPPAUF“. Von Dr. Hans Schnappauf 1936 der Ungarischen Liszt-Gesellschaft (zusammen mit Kat. Nrn. 81-83) geschenkt; Anfang der 1950er Jahre wurde sie im Museum deponiert und später ihm geschenkt.

Länge: 26 cm, Breite: 18,5 cm, Höhe: 12 cm. – LM Pl. 4.

Liszt starb an Lungenentzündung nach vielen Tagen schrecklichen Leidens am 31. Juli 1886 in Bayreuth. Der Barbier-Wundarzt Bernhard Schnappauf (1840-1904), das Faktotum der Wagner-Familie war mit ihm während des ganzen letzten Tages und auch im Augenblick des Todes um 11.15 in der Nacht zugegen. Er zog Liszt um, so dass der Körper für den Katafalk vorbereitet sei und hinterließ eine geschriebene Nachricht, wonach die Totenmaske am 1. August um 1 Uhr Nachmittag von dem Bildhauer Weissbrod, Peter Kästner und ihm selbst abgenommen wurde. Die Schenkung, die Schappaufs Sohn zum Andenken an seinen Vater machte, erfolgte am 50. Todestag Liszts.

S. Hamburger: „Ismeretlen dokumentum Liszt Ferenc haláláról“, 2005: Eckhardt: „Mégis megvan Liszt Ferenc ‘halottas inge’“, 2005; Walker: The Death of Franz Liszt, 2002.



81.*

FRANZ LISZTS LETZTES HEMD



Weißes, maschingenähtes Leinenhemd mit Falten auf dem Rücken und bis zur Mitte offenem Vorderteil. Kragenlos. Früher befand es sich zusammen mit Liszts Handtuch (s. Kat. Nr. 82) in einer Glasschachtel, die an einer Ecke eine Metallplatte enthielt, auf die die Authentizität bekundenden Worte eingraviert wurden. Die Schachtel ist verschollen.

Provenienz: s. Kat. Nr. 80.

Breite an den Schultern: 50 cm, Rückenlänge: 90 cm. – LM Er. 17.



82.*

FRANZ LISZTS LETZTES HANDTUCH



Weißer Batist mit eingewebter gebänderter Saumverzierung. In einer Ecke ist das weiß gestickte Monogramm FL mit fünfzackiger Krone zu finden. Nachlass von Franz Liszt (s. auch Kat. Nr. 81). Provenienz: s. Kat. Nr. 80, 47 x 52 cm. – LM Er. 16.



83.*

FRANZ LISZTS HAARLOCKE AND GETROCKNETE GRÜNE ZWEIGE IM RAHMEN



Graue, nach Liszts Tod vom seinem Kopf abgeschnittene Haarlocke. – Getrocknete grüne Zweige aus einem der Grabkränze. Der Rahmen ist mit weichselfärbigem Leder bezogen, innen mit weichselfärbiger Seide gefüttert und mit Glas versehen.

Provenienz: s. Kat. Nr.80.

18,5 x 14 cm. – LM. Er. 15.

Zur Zeit der Schenkung enthielt der Rahmen eine ovale Fotografie von Liszt (Julien Ganz, Zürich, Juli 1882), die später abgetrennt wurde (LM F. 84).



84.*

FRANZ LISZTS HANDSCHUHE



Schwarze Zwirnhandschuhe mit drei Zierstreifen an der Oberhand und schwarzem Gummi am Handgelenk. Zwei gleiche (rechtshändige) Handschuhe. Nachlass von Eduard von Liszt.

Länge: 24 bzw. 21 cm. – LM Er. 42/1-2.



85.

SPAZIERSTOCK



Schwarz lakiertes walzenförmiges Holz, das sich nach unten hin verjüngt. Die mit einem Metallring angeschlossene Spitze und der Griff sind aus gedrechseltem Knochen.

Provenienz und die Beziehung zu Liszt sind ungeklärt.

Länge: 83 cm. – LM. Er. 43.



AN DER WAND NEBEN DER VITRINE



86.

DREI ZIGEUNER



Gefärbte Lithographe von Alois Schönn (1826-1897). Inschrift unten: „DIE DREI ZIGEUNER (nach Lenau’s gleichnamigem Gedichte.) Von dem oesterreichischen Kunst-Vereine zu Wien 1859.“ Signatur: „Gemahlet u. lith. v. A. Schönn – Eigenthum des oesterreichischen Kunstverein’s-Druck v. Reiffenstein & Rösch in Wien.“

71 x 55.2 cm. – LM. Gr. 48.



Liszt vertonte Lenaus Gedicht „Die drei Zigeuner“, das der Lithogaphie als Inspiration diente, für Gesang und Klavier oder Orchester im Jahre 1860 und bearbeitete das Werk für Violine und Klavier später.



87.

DAS PORTRÄT VON MÁTYÁS ENGESZER MIT FRANZ LISZTS BÜSTE



Dreiviertellange stehende Darstellung. Fotoreproduktion einer Lithographie von György Suhajdy (tätig in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts). Engeszer ist im ungarischem Anzug und lehnt sich mit der linken Hand an ein Geländer, an dem ein Brustbild von Liszt steht (von Zumbusch, s. Kat. Nr. 105). Ohne Datum (1870er Jahre).

Original: UNM Hist. Gall. 7861.

43,6 x 31,4 cm. – LM Repr. 55.

Mátyás Engeszer (Engesser) (1812-1855), Komponist, Dirigent, Kapellmeister der Pester Innenstädtischen Pfarrkirche und Lehrer des Nationalen Konservatoriums gründete mit seiner Ehefrau, der Sängerin Katalin Marsch den Budapester Liszt-Verein im Dezember 1870, der zunächst ein Frauenchor, später ein gemischter Chor war und bis Anfang der 1880er Jahre fortbestand. Sie gaben die Uraufführung vieler Werke Liszts bzw. führten sie in ihrem Repertoire. Liszt wohnte ihren Proben häufig bei, dirigierte oder begleitete den Chor manchmal am Klavier und widmete ihnen sein Chorwerk Hymne de l’enfant à son réveil.



88.

PORTRÄT VON MIHÁLY MOSONYI



Dreiviertel-lange sitzende Darstellung, Lithographie von Henrik Weber (1818-1866). Unter dem Bild sind in zwei Zeilen 9 Takte aus der Oper „Szép “Ilonka“ und Mosonyis Unterschrift in Faksimile zu sehen. Unten: Verlagszeichen „Rózsavölgyi és Társa sajátja Pesten“ [Eigentum von Rózsavölgyi und Kompagnon, Pest].

32 x 23,9 cm. – LM Gr. 15.



Liszt schätzte den ungarischen Komponisten und Musikschriftsteller Mihály Mosonyi (urspr. Brand, 1815–1870) sehr. Er komponierte eine Klavierfantasie auf Motive der Oper Szép Ilonka und nahm Mosonyi als einzigen Komponisten in sein Zyklus Historische ungarische Bildnisse auf.



89.

PORTRÄT VON HENRIK GOBBI



Halbfigurdarstellung, Ölgemälde von János Valentiny (1842-1902). Eintragung in der oberen linken Ecke: „Kutyafuttában festette / Gobbi mûvész barátjának / emlékül / Valentiny“ [„In aller Eile gemalt / seinem Künstlerfreund Gobbi / zum Andenken / von Valentiny“]. Im vergoldeten Originalholzrahmen. 1999 aus dem Familiennachlass von István Gobbi dem Museum geschenkt.

29,5 x 22 cm, mit Rahmen: 40 x 33,5 cm. – LM O. 14.



Der ungarische Komponist und Pianist Henrik Gobbi (1842-1920) war Liszts Protégé und Kollege an der Budapester Musikakademie von 1878 an. Er komponierte eine „Liszt-Kantate“ für das 50. Künstlerjubiläum des Meisters (1873). Gobbi war einer der drei Menschen, die die Authentizität von Liszts Bösendorfer-Flügel nach dem Tod des Meisters bezeugten (s. Kat. Nr. 107 und die Studie von Kárpáti, S. 25-32).



90.

PORTRÄT VON FERENC (FRANZ) DOPPLER



Dreiviertelgroße stehende Darstellung, Lithografie von Ágost Canzi (1808-1866). Doppler lehnt sich mit seinem rechten Arm an ein Klavier, an dem eine Partitur mit den Titeln seiner Opern aufgestellt ist. Signatur unten links: „Canzi Ágost Pest 1853“, rechts unten: „GEDR. B.J.RAUH IN WIEN“. In der unteren linken Ecke gibt es eine eigenhändige Widmung Dopplers: „Zur freundlichen Erinnerung / an Ihren Freund Fr. Doppler. /Pesth d 24’ Octob. / 854.“

35,3 x 26,3 cm. – LM. Gr. 14.



Der Flötist, Komponist und Dirigent Ferenc (Franz) Doppler (1821-1883) erfreute sich nebst Mosonyi der Freundschaft und der Hochschätzung Liszts. In einem Brief vom 14. April 1882 an den Intendanten Frigyes Podmaniczky (Br. II. Nr. 342, im Ungarischen: Zeneközlöny, 1. Juni 1882) empfahl Liszt, dass Statuen von beiden an der Fassade der neuen Budapester Oper untergebracht seien.



91.

ZIGEUNERKAPELLE AUS SIEBENBÜRGEN IM JAHRE 1847



Handgesticktes Wandbild hergestellt 1847 von Márta Lázár in Gyergyószentmiklós. Gobelinstich im goldenen Rahmen. Aus dem Familiennachlass des Liszt-Wissenschaftlers Dr. Béla Matéka dem Museum geschenkt.

26 x 33 cm. – LM. E. 10.



Auf der Rückseite eine Eintragung von Mátéka auf Ungarisch: [„Zigeunerkapelle aus Siebenbürgen (Ost-Siebenbürgen, Komitat Gyergyó und Csík) um die Zeit als Liszt seine erste Ungarische Rhapsodie komponierte“], sowie Provenienzangaben zu finden.



92.

LIEGESTUHL



Nussholz, Sitz und Rücken mit Rohrgeflecht.

Ungarisch, Ende 19. Jahrhunderts.

Höhe: 74 cm, Länge: 120 cm, Breite: 60 cm. – KGM 53.3937.1.



Ein Liegestuhl schließt die Einrichtung des Zimmers ab, der einen Ruheplatz für den Meister bildet.“

(Ábrányi: „Liszt Ferenczrõl“, 1886)



AN DER WNAD ZWISCHEN DEN FESTERN:



93.

LUDWIG VAN BEETHOVENS BÜSTE



Spätere Kopie einer von Hugo Hagen (1818-1871) hergestellten Büste. Gips, die Büste auf je einem runden and viereckigen Sockel, auf der Rückseite ausgehöhlt, tabula ohne Inschrift. Vergoldung durch den letzten Besitzer. Signatur auf der Rückseite in Persischer Schrift, Datum: 1909 (oder 1900).

Höhe: 65 cm. – LM Pl. 139.

Von István Gobbi aus Henrik Gobbis Sammlung in einem Vertrag dem Museum geschenkt, der nach seinem Tod im Jahre 2007 ausgeführt wurde. In seiner Liste war die Büste irrtümlich Kaspar Clemens von Zumbusch zugeschrieben.



94.*

GLASVITRINE MIT DOPPELTÜR (BÜCHERSCHRANK) AUS LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Gegenstück zu Kat. Nr. 57.



IM INNEREN:



95.*

LISZTS NOTENSAMMLUNG IN BUDAPEST



Nur die Noten im Prachteinband sind ausgestellt; die übrigen Stücke werden in dem Lagerraum aufbewahrt. Die ganze Notensammlung besteht aus 259 Titeln, von denen viele Eintragungen von Liszt bzw. Widmungen an ihn enthalten. Ihre ausführliche Beschreibung s. in einer separaten zweisprachigen Ausgabe: Eckhardt: Liszt Ferenc hagyatéka a budapesti Zenemûvészeti Fõiskolán. II. Zenemûvek. / Franz Liszt’s Estate at the Budapest Academy of Music. II. Music, 1993.



IN DER MITTE DES ZIMMERS:



96.

ESSTISCH



Ungarisch, ca.1800. Nussholz mit Ahorneinlage.

Länge: 123 cm, Breite: 97 cm, Höhe: 81 cm. – KGM 67.786.l.



DARAUF:



97.**

ALBUM MIT KUPFERSTICHEN; DARSTELLUNG

DER 14 STATIONEN DES KREUZWEGES („VIA CRUCIS“)



Kupfersstiche von Francesco Bartoccini (geb. 1816) nach Zeichnungen von Friedrich Overbeck (1789-1869) mit biblischem Text unter jedem Bild. Roter Ledereinband. Geschenk von Carolyne Sayn-Wittgenstein an Liszt. Franz Liszts Nachlass.

45 x 33 cm. – LM Gr. 72/1-14.



Ausschnitt aus Liszts Brief an die Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein vom 12. Dezember 1876: „Je garde votre Via Crucis, dans le sens indiqué à un album, donné par Mr. Dudevant a son fils Maurice, fils de Mme George Sand: ‘à condition de le garnir de beaux dessins’. Cette fois, ce sera peut-être de la mauvaise musique, qui s’ajoutera aux beaux dessins d’Overbeck!“ [Ich bewahre Ihre Via Crucis in dem Sinne, den Herr Dudevant seinem Sohn, dem Sohn von Mme George Sand im Zusammenhang mit einem Album gab: ‘unter der Bedingung, dass es mit schönen Zeichnungen gefüllt wird’. Diesmal wird sich den schönen Zeichnungen Overbecks vielleicht schlechte Musik anschließen!“].(Br. VII, Nr. 165.) Liszt beendete Via Crucis, sein Spätwerk von großer Wichtigkeit im Jahre 1879. Er hatte mehrere Entwürfe zum Schluß gemacht (s. das Faksimile auf S. 84), bevor er sich für die endgültige Fassung entschied.



98. **

LISZT: VIA CRUCIS



Faksimile einiger Manuskriptseiten aus der ursprünglichen handschriftlichen Orgelpartitur.

Deponiert von Jenõ Hubay und geschenkt von seinen Erben.

24,5 x 31,5 cm.

Originalmanuskript: LM Ms.mus. L. 3.



99.

ARMSTUHL



Ungarisch, ca. 1870-80.

Höhe: 90 cm, Breite: 65 cm, Breite???: 64 cm. – LM B. 25.



DER SALON



100.**

DER VON CHICKERING & SONS (BOSTON) GEBAUTE FLÜGEL, OP. 50.080.

AUS LISZTS NACHLASS



AUS DEM KONZERTSAAL IN DER SUGÁR-STRAßE, 1879/80



Konzertflügel mit englischer Mechanik und einem Umfang von 7 1/3 Oktaven (AAA-C5), kreuzbesaitet, mit drei Pedalen versehen (Mittelpedal: geteiltes Pedalhebelwerk für die Steigerung der Dynamik der Diskanttöne). Gusseisenrahmen, dunkel lackiertes Palisandergehäuse mit geschnitzten Verzierungen und Beinen (schneckenförmige, Blatt- und Perlenverzierungen). An den Pedalen: lyrenförmige Verzierungen. Vorne, unter dem Deckel befindet sich ein Dreiernotenpult der ganzen Breite des Klaviers entlang. Innerhalb der Tastenklappe Inschrift mit goldenen Buchstaben: „Chickering & Sons / à F. Liszt.“ Charles Francis Chickering hatte Liszt den Flügel im Herbst 1880 geschenkt, der es im Frühjahr 1881 im Konzertsaal in der Sugár Straße aufstellen ließ. Kurz nach Liszts Tod ist er in den Besitz der Musikakademie übergegangen.

Länge: 260 cm, Breite: 150 cm, Höhe: 97 cm. – LM H. 5.



S. die ausführliche Beschreibung des Instruments in der Studie von János Kárpáti, S. 22-25.



101.*

FOTOGRAFIE EINES NOTENPULTES AUS LISZTS BESITZ



Fotografie des Originals von Ágnes Bakos und Bence Tihanyi, Eigentum des Ungarischen Nationalmuseums. Das Original ist eine Gussarbeit von Silber, gewaltzt und gaviert. In der Mitte, im runden, von verschiedenen Instrumenten umgebenen Feld ist das Bas-relief von Liszt zu sehen (nach Bovys Medaillons, s. Kat. Nr. 117). Darunter in barocker Kartouche gravierte Ansichten von Wien und Budapest mit Spruchbänden: „FRANZ LISZT“ „SYMPHONIE – FESTMESS – FANTASIE-TRANSCRIPT“. Im oberen Teil, von Engeln gehalten sind die Brüsten von Beethoven, Schubert und Weber. Die zur Blattverzierung stilisierten Füße der Engel halten je einen Armleuchter. Auf dem breiten Sockel ist der Name der Schenker vor allem aus Liszts Wiener und Pester Umgebung eingraviert. 1858, Wien. Original: UNM 1887.41.24, das Ungarische Nationalmuseum erwarb ihn aus Liszts Nachlass. Breite: 63 cm, Höhe: 60 cm, Länge: 128 cm. Fotografie: LM F. 851. Ausschnitt aus Liszts Brief an Fürstin Carolyene Sayn-Wittgenstein datiert vom Wien, den 16. April 1858,: „Le fameux pupitre m’a été remis avant-hier, 5 heures, et c’est encore Assmayer en sa qualité de Hofkapellmeister qui s’était chargé de l’allocution, à laquelle je n’ai répondu qu’un simple merci. Pourtant j’ajoutai le voeu de produire bientôt quelques oeuvres, qui seraient dignes d’être placées sur un pareil pupitre, et dignes aussi d’être offertes en hommage aux trois Patrons de la musique Beethoven, Weber et Schubert, dont les bustes semblent me commander de marcher mon chemin, et de remplir ma tâche.“ [„Der berühmte Notenstand ist mir vorgestern, um 5 Uhr, gegeben worden, und es war wieder Assmayer, der in seiner Eigenschaft als Hofkapellmeister die Anrede auf sich nahm, die ich mit einem einfachen Danke beantworte. Ich fügte jedoch das Versprechen hinzu, bald einige Werke zu produzieren, die sich würdig erweisen werden, auf einen solchen Notenpult gesetzt zu werden und ebenso würdig, als Huldigung den drei Patronen der Musik: Beethoven, Weber und Schubert, deren Büsten mir zu befehlen scheinen, meinen eigenen Weg zu gehen und meine Aufgabe zu erfüllen, dargeboten zu werden.“] (Br. IV, Nr. 317.)



102.

KLAVIERSTUHL



Dunkel gebeiztes Eichenholz, Produkt von Thonet (Wien). Letztes Drittel des 19. Jahrhunderts. Gebogenes Holz, mit geschnitzen x-Beinen und angeschraubtem, drehbarem Rohrsitz. Geschenk von Péter Király im Jahre 1986.

Mindesthöhe: 41 cm, Sitzdurchmesser: 38,2 cm. – LM B. 27.



103.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Ölgemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805-1874). Stehende Ganzfigurdarstellung. Liszt trägt schwarzen Anzug und einen braunen Mantel, in seiner Rechten hält er Handschuhe und Zylinder, seine Linke ruht auf dem Tisch neben ihm. Signatur auf der Seite des Tisches: „W. Kaulbach.“ 230 x 137 cm. – UNM Hist. Gall. 515.



Prahács setzt das Entstehungsjahr des Bildes für 1857. Liszt bewunderte Kaulbauch, dessen historisches Bild „Hunnenschlacht“ seine eigene ebenfalls im Jahre 1857 entstandene sinfonische Dichtung inspirierte.



104.

BÜSTE VON FRANZ LISZT



Ein von Alajos Stróbl (1856-1926) im Jahre 1883 verfertigtes Werk aus Gips mit Bronze überzogen. Zeigt Liszt im Mantel und Weste. Auf einem Quadratsockel.

Höhe: 70 cm. – LM Pl. 2.



Auszug aus einem Brief Liszts an Fürstin Sayn-Wittgenstein datiert vom 4. Februar 1833, Budapest: „Voici maintenant qu’un jeune sculpteur de beaucoup de talent, de nom de Strobel, m’entreprend en buste, après avoir modélé l’hiver dernier une grande statue assise de ma personne.“ [„Jetzt unternimmt also ein junger, sehr begabter Bildhauer namens Strobel, eine Büste von mir zu machen, nachdem er letzten Winter eine große sitzende Statue von meiner Person modellierte.“]

(B. VII, Nr. 366.)



105.

BÜSTE VON FRANZ LISZT



Von Kaspar Clemens von Zumbusch (1830-1915), München, 1867. Polierter Gips. Sie zeigt Liszt im Priesterrock. Auf rundem Sockel.

Höhe: 66 cm. – LM P. 3.



AUF DER LINKEN SEITE DER BALKONTÜR



106.

BÜSTE VON FRANZ LISZT



Verfertigt von Pál Ferenc Kugler (1836-1875) im Jahre 1871. Bronzefarbig bemalter Gips. Sie stellt Liszt in ungarischem Mantel mit Verschnürung und einem über die Schulter geworfenen Umhang dar. An rundem Sockel. Aus Henrik Gobbis Nachlass; deponiert im Museum und 1999 von István Gobbi geschenkt.

Höhe: 66 cm. – LM Pl. 101.



Das Original aus Marmor, das sich in der Ungarischen Nationalgalerie befindet (UNG 5953), war für die Londoner Ausstellung hergestellt. Im Februar 1871 hatte Liszt zwei Sitzungen im Atelier von Kugler, der aus Sopron (Ödenburg), einer Stadt in der Nähe seines Geburtsortes gebürtig war.

(S. Legány: Ferenc Liszt and his country 1869-1873, 1983, S. 42)



107.*

DER VON BÖSENDORFER (WIEN) GEBAUTE FLÜGEL, OP. 7561,

AUS DEM SALON DER WOHNUNG LISZTS IN DER SUGÁR STRAßE



Siebenoktaviger Stutzflügel (AAA-a4) mit Wiener Mechanik, gerader Besaitung und zwei Pedalen. Gehäuse mit Mahagoniüberzug und schwarz lacquierten Einzelheiten. Der Deckel ist schwarz eingerahmt; darunter befindet sich der Notenpult mit zwei stylisierten Lyren und Blattverzierung. Innerhalb der Tastenklappe Signatur mit Metalleinlage: „Bösendorfer“. Zwei lyrenförmige Pedale. Gebaut wahrscheinlich im Jahre 1873. Laut Authentizitätszertifikat, das in den Resonanzboden unter den Saiten eingetragen ist, soll Liszt dieses Klavier in seiner Wohnung in der Sugár Straße von 1880 [!] bis zu seinem Tod verwendet haben.

Länge: 187 cm, Breite: 143 cm, Höhe: 97 cm. – LM H. 2.



Liszt schrieb über die Bösendorfer Instrumente wie folgt: „...à mon avis, ses pianos sont les plus complets, les plus sonores et agréables à toucher, entre tous ceux qui produisent les fabriques de l’Empire d’Autriche et au delà “ [„meiner Meinung nach sind seine Klaviere von allen, die die Fabriken im Reich Österreich und jenseits produziert werden am meisten vollendet, wohltönend und angenehm anzuschlagen “]. (An Kardinal Gustav Hohenlohe, Pest, den 22. Januar 1872. Br. VIII, Nr. 206) – Für eine ausführliche Beschreibung des Instruments s. die Studie von Kárpáti auf S. 25-32.



108.

LEHNSTUHL



Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Signatur Thonet (Wien). Eiche. Am Sitz mit Lederüberzug sind eine stylisierte Lyre und Loorbeerzweige, an der Rückenlehne Weinranken und ein am Fass sitzender und Flöte spielender Knabe zu sehen. Das Fass enthält das Monogramm „A“. Es war der Klavierstuhl von Antal Siposs.

Höhe: 89 cm. Länge: 44 cm, Breite: 46 cm. – UNM 1970.2.2.



Antal Siposs (1839-1923) war in den 1850er Jahren ein Schüler Liszts in Weimar. 1875 gründete er eine Privatmusikschule in Budapest, deren Arbeit Liszt mit großem Interesse folgte. Zahlreiche Schüler Liszts (u.a. Miklós Almássy, Aladár Juhász, Ilona Ravasz und Vilma Varga) hatten bei Siposs ihre Grundausbildung bekommen.



HINTER DEM FLÜGEL:



109.

SITZENDE STATUE VON FRANZ LISZT



Von Alajos Stróbl (1856-1926) im Jahre 1883 verfertigt. Das Modell oder eine kleinere Variante der Statue befindet sich am Eingang des Budapester Opernhauses. Mit Bronze überzogener Gips, ohne Signatur. Gekauft 1960 von der Táborszky Familie.

Höhe: 50 cm. – LM Pl. 1.



S. Táborszky, Kat. Nr. 19. – Stróbl fertigte mehrere kleine Gipsvarianten seiner Statue für das Opernhaus in verschiedenen Größen und mit geringen Veränderungen an. Die anderen Kopien sind in der Ungarischen Nationalgalerie, der Széchényi Nationalbibliothek und in einer Privatsammlung zu finden.



110.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Ölgemälde von Mór Than (1828-1899). Dreiviertelgroßes stehendes Porträt. In der rechten Hand hält Liszt einen Dirigentenstab, mit der Linken berührt er die Note von Die Legende der heiligen Elisabeth, die auf dem Notenpult geöffnet steht. Am Klavier im Hintergrund ist ein Lorbeerkranz mit breitem Band zu sehen. Signatur links unten: „Than M. 1878“.

137 x 100 cm. – UNM Hist. Gall. 1718.



Das Bild entstand im Auftrag des Nationalen Konservatoriums und wurde am 25. März 1878 in der Anwesenheit Liszts feierlich enthüllt. Liszt hatte 1840 und 1846 Konzerte gegeben, um Geld für den Fonds des Nationalen Konservatoriums zu sammeln. Die Uraufführung von Die Legende von der heiligen Elisabeth fand unter Liszts Leitung am 15. August 1865, dem 25. Jahrestag der Gründung des Konservatoriums in Pest statt. Das Oratorio erklang auf Ungarisch in Kornál Ábrányis Übersetzung.



111.**

HARMONIUM, MASON & HAMLIN (BOSTON) AUS LISZTS NACHLASS („LISZTS SCHRANKORGEL“)



Rechteckiges Holzgehäuse mit Ahornholzfurnier. Innen Mahagonie- und Ahornholz, über der Klaviatur schwarz lackiert. Notenpult: Laubsägearbeit. Die die Klaviatur deckende Vorderseite dient – wenn heruntergeklappt – zum Unterbau einer Sitzbank. Saugsystem, 6 Oktaven Umfang (CC-c3). Registertasten: Forte I, Sub Basse, Viola Dolce, Viola 3, Contra Basso 2, Englischhorn 1, Oktavkoppel, Automatische Expression, Vox Humana 3, Melodie 1, Corno 2, Piccolo 3, Seraphone, Voix Celeste, Forte 2. Signatur: Mason & Hamlin Organ Company. Inschrift über der Klaviatur: „Style 496 No. 90243“.

Wahrscheinlich im Jahre 1876 gebaut und 1877 von der Gesellschaft Liszt geschenkt, der es zuerst in seiner Wohnung am Hal Platz, dann im Salon seiner Wohnung in der Sugár Straße unterbrachte. Nach dem Tod Liszts ist das Harmonium in den Besitz der Musikakademie und im Jahre 1973 in den des Ungarischen Nationalmuseums übergegangen.

Höhe: 113 cm, Klaviaturhöhe: 85,4 cm, Länge: 135 cm, Breite: 72,5 cm. – UNM H. 1973.8.



Liszt erhielt das Harmonium wahrscheinlich durch die Vermittlung von William Mason (1829-1908), seinem ehemaligen Schüler, dem Bruder des Mitbesitzers der Orgelfabrik, die 1854 gegründet wurde und auch heute noch existiert.



112.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT

Ölgemälde von Franz Seraph von Lenbach (1836-1904). Viertellanges Bild. Zeigt Liszt im Priesterrock vor dunklem Hintergrund. Er ist nach rechts gekehrt, ist aber mit dem Gesicht den Anschauern zugewandt. Seine Haare sind grau, seine Augen blau..

76,7 x 63,5 cm. – MSK 86,15.b.



Nach Prahács soll das Bild 1870 entstanden sein. Liszts Zeilen in einem Brief an Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein vom 22. Juli 1870 (vgl. Br. VII, Nr. 403) beziehen sich wahrscheinlich auf dieses Bild von den vier Porträts, die Lenbach von Liszt malte: „Lenbach, grand peintre de portrait très en vogue, fait, dit-on, un chef-d’oeuvre de ma triste figure“ [„Lenbach, ein großer Porträtmaler sehr in Mode machte, so sagt man, ein Hauptwerk von meiner unglücklichen Figur“]

(Br. VI, Nr. 234).



113.**

PIANINO-HARMONIUM,

ERARD-ALEXANDRE (PARIS),

AUS LISZTS NACHLASS



Eine zweimanualige Kombination von Harmonium und Pianino. Gehäuse: Nussbaum mit gedrechselten Teilen. Der schmalere Vorderteil umfasst das Schöpfwerk und das dreioktavige Harmonium (C-c3); oben befindet sich eine doppelte Klaviatur, die auf beiden Seiten von je einer gedrehten Säule gehalten wird. Registertasten auf der linken Seite: Expression, Sourdine Générale, Prolongement Basson, Prolongement doux, Bourdon, Percussion ou Cor anglaise; auf der rechten Seite: Percussion ou Flute, Clarinette, Prolongement doux, Prolongement hautbois.



Innerhalb des Klaviaturdeckels Signatur mit Metalleinlage:

ORGUE PIANO

Alexandre Père et Fils P. Sébastien Erard



Der Resonanzboden, der die Saiten des Pianinos enthält, liegt höher; unter dem aufklappbaren Deckel befindet sich ein zusammenlegbarer Notenpult. Die Bauangaben auf dem Holzwirbelstock sind: „Erard Facteur de forté Pianos et harpes etc etc à Paris /37527 /44236 / 8740 / D. N.“ Das Pianino ist geradsaitig, mit Eisenrahmen, einem Umfang von 7 Oktaven (AA-a4), 1 Dämpfer und 1 pianino una corda Pedal. – Gebaut wahrscheinlich 1866. Liszt verwendete es bereits in Rom und schickte es 1872 nach Budapest. Nach seinem Tode ging es in den Besitz der Musikakademie über.

Höhe: 126,5 cm, Länge: 153 cm, Breite: 72,5 cm. – LM H. 7.



Liszt besass bereits in Weimar ein größeres Instrument, das die Kombination von Klavier und Harmonium war. Es wurde von Erard und Alexandre auf seinen Auftrag hin gebaut und 1854 in der Altenburg aufgestellt. (Heute befindet sich das Instrument in der Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien). Diese von ihm bestellte kleinere Variante mit Pianino und Harmonium verwendete er zuerst in Rom, dann in Budapest. Das Liszt Ferenc Gedenkmuseum besitzt ein Manuskript Liszts mit einem für dieses Doppelinstrument bearbeiteten Stück (s. Eckhardt: „Franz Liszt’s ‘Jeanne d’Arc’ – Version für ein Doppelinstrument“, 2006.



114.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Bronzerelief von Ludwig Schwanthaler. Linkes Profil des Kopfes auf rundem Sockel, das Haar mit Lorbeerkranz geschmückt. Ohne Signatur.

Durchmesser: 39 cm. – MSK 7659.



Liszt fasste die Geschichte dieses Porträtmedaillons, das von dem berühmten Münchener Bildhauer Ludwig Michael Schanthaler (1802-1848) gemacht wurde, in einem Brief an Ida Schmidt in Rom, 10. November 1863 zusammen: „C’est en Octobre 43, à Munich, que je me rencontrais avec Louis de Schwanthaler. Il travaillait alors avec une extrême ardeur à sa Bavaria, – et quelques heures avant mon départ, il me fit ses adieux en modelant mon médaillon (que vous avez vu dans le cabinet vert de l’Altenburg). Pour Noël de la même année, il m’en adressa quelques exemplaires à Weimar et m’écrivait: ‘Mittlerweile habe ich Dir einen Lorbeer Kranz aufgesetzt, es passt Dir besser so’ – Puisse cette intention confraternelle de sa part ne pas sembler une illusion trop flatteuse à mon sujet!“ [„Es war im Oktober 43, in München, dass ich Louis de Schanthaler zum ersten Mal traf. Er arbeitete mit äußerster Eifer an seiner Bavaria – und einige Stunden vor meiner Abreise verabschiedete er sich von mir, indem er mein Medaillon modellierte (das sie im grünen Kabinet in der Altenburg sahen). Für Weihnachten desselben Jahres schickte er mir einige Exemplare nach Weimar und schrieb: ‘Mittlerweile habe ich Dir einen Lorbeer Kranz aufgesetzt, es passt Dir besser so’ Möge diese kollegiale Absicht seinerseits nicht als eine allzu schmeichelhafte Illusion bezüglich meiner Person erscheinen!“]

(S. Kovács, Mária: „Les manuscripts de Liszt à Morlanwelz“, 1988). Das Datum 1857 in Bory: La vie de François Liszt par l’image, 1936 (S. 145) ist offensichtlich ein Fehler: Der Bidlhauer des berühmten Münchener Monuments Bavaria starb neun Jahre früher.



115.**

ZWEI ZEICHNUNGEN VON GUSTAV DORÉ (1832-1883)

AUS LISZTS WOHNUNG



Bleistift- und Farbillustrationen zu Liszts Werken. 1866. Fotoreproduktionen.



a)

Die Pforte zur Hölle“. Dante und Vergil stehen vor einer felsigen Landschaft; zwischen den Felsen gibt es eine große gähnende Höhle. Signatur unten rechts: „d’après la symphonie de l’abbé Liszt. / G. Doré.“, links ein Zitat aus Dantes Divina Commedia: „Lasciate ogni speranza voi ch’entrate“. Mit Nachlass-Siegel.

Original: MSK 1905.1963.

42,4 x 32 cm. – LM Repr. 109.



b)

Der heilige Franciscus von Paula auf den Wellen schreitend.“ Widmung rechts unten: „à l’abbé Liszt / hommage affectueux de son admirateur / Gustave Doré“. Mit Nachlass-Siegel. MSK 1905.1963.

44 x 33 cm. – LM Repr. 110.



Ausschnitt aus Liszts Brief an Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein datiert vom 13. April 1866: „Gustave Doré m’envoie ce matin un superbe dessin de St. François de Paule. En revanche, j’arrangerai une petite soirée, avec Symphonie Dantesque chez lui. Saint-Saëns se chargera du second piano“. [„Gustave Doré hat mir heute in der Früh eine herrliche Zeichnung über den heiligen Franciscus de Paula geschickt. Als Erwiderung werde ich eine kleine Soirée bei ihm mit der Dante-Sinfonie veranstalten. Saint-Saëns wird das zweite Klavier übernehmen.“] (Br. VI, Nr. 106.) – Die Soirée fand am 11. Mai statt (vgl. Br. VI. Nrn. 110, 112, 113). – Ábrányi berichtete über die Zeichnungen in der Wohnung in der Sugár Straße in Magyar Szalon wie folgt: „sein Salon verdient mit Recht, als Sammlung äußerst kostbarer und wertvoller Raritäten bezeichnet zu wenden... An den Wänden hängen wertvolle Bilder großer Meister, unter anderen zwei Original-Kreidezeichnungen von Gustave Doré, die der Künstler als Illustrationen zu den Kompositionen des Meisters “Dante“ und „Der heilige Franciscus über den Wellen“ machte.“ (Ábrányi: „Liszt Ferenczrõl“, 1886).



116.

PORTRÄT VON FRYDERYK CHOPIN



Basrelief aus dunkelbrauner Metalplatte von Antoine Bovy (1795-1877). Linke Seitenansicht des Gesichts vor rundem Hintergrund.

Signatur links unten: „A. Bovy F. / 1837.“ Links im Halbkreisbogen: „FREDERIC CHOPIN“.

Auf einem schwarzen Holzrahmen befestigt.

Durchmesser: 11,5 cm, Rahmendurchmesser: 16,5 cm. – LM Pl. 50.



117.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Metallplakette von Antoine Bovy (1795-1877). Linke Seitenansicht des Gesichts vor rundem Hintergrund. Signatur unten links: „A. Bovy F.T / 1840.“ Rechts im Halbkreisbogen: „FRANTZ LISZT“. Im schwarz lackierten Holzrahmen.

Durchmesser: 10,5 cm, Rahmendurchmesser: 16,5 cm. – LM Pl. 49.



Sie war eine der Lieblingsmedaillen Liszts. Er half dem schweizerischen Künstler, sie durch die Vermittlung seiner Freunde und seiner Musikverleger unter den seinen Anhängern in einer großen Anzahl von Exemplaren zu verbreiten.



118.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Ölgemälde von Wilhelm von Kaulbach (1805-1874). Schulterlange Darstellung in linkem Halbprofil. Liszt trägt einen brauen Mantel und ein weißes Hemd.

57 x 47 cm. – LM O. 3.



Laut Prahács entstand das Porträt 1856 in Weimar, ein Jahr früher als die stehende Darstellung (Kat. Nr. 103). Die Freundschaft zwischen Liszt und Kaulbach geht aber auf viel früher, auf das Jahr 1843 in München zurück (s. das Porträt Kaulbach-Gonzenbach, Burger: Franz Liszt, 1986, Nr. 297).



119.

GLASVITRINE



Pest, 19. Jahrhundert. Mit Nussholzfurnier und stellenweise mit geschnitzten Einzelheiten.

Höhe: 192 cm, Länge: 160 cm, Breite: 53 cm. – KGM 69.1886.1.



IN DER VITRINE: LISZT ERINNERUNGSSTÜCKE AUS SOPRON (ÖDENBURG)



120.

EHRENBÜRGERSURKUNDE DER STADT SOPRON FÜR LISZT



Eine beglaubigte Abschrift der am 24. Februar 1840 auf Ungarisch ausgestellten Urkunde mit einem deutschsprachigen Begleitbrief datiert vom 7. August 1846.

[“WIR, DER BÜRGERMEISTER, DER OBERRICHTER, DAS RAT UND DAS MAGISTRAT DER KÖNIGLICHEN FREISTADT SOPRON GEBEN ZUR ERINNERUNG kraft des gegenwärtigen Briefes: dass nachdem HERR FERENCZ LISZT, der in aller Welt bekannt gewordene Tonkünstler und Pianist im Löblichen und Noblen Komitat Sopron geboren und etliche Tage seines zarten Kinderalters unter unseren Wänden verbrachte und ebenda als zehnjähriger Knabe den ersten öffentlichen Versuch seines damals noch aufblühenden, nun aber zur höchsten Vollkommenheit gelangten künstlerischen Talents gab und daher unsere Stadt gleichsam für sein Geburtsland hält, hier am 18. des laufenden Monats zum Wohle von drei hiesigen Institutionen, nämlich der Musikschule, dem Spital der armen Handwerkgesellen und der Dienstmägde und dem Kindergarten ein Konzert gab und diesen Institutionen auf diese Weise ein zur Vergrößerung des genannten Grundbetrags dienendes Einkommen erwarb [...] Herrn Ferencz Liszt unter unsere Mitbürger aufnehmend, Ihn zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannten. [...]“].

Nach dem Zeugnis des Begleitbriefes soll Liszt die ihm 1840 verliehene Urkunde verloren und bei seinem nächsten Besuch im Jahre 1846 um eine Kopie gebeten haben. Später ist auch das Original gefunden worden. – Original: Klassik Stiftung Weimar, Goethe- und Schiller-Archiv, GSA 59/ÜF 164. Die Urkunde auf Pergament: 34 x 50 cm. Brief: zwei Blätter, 25 x 39 cm. – Reproduktion der Urkunde: LM AD-Foto 3.



121.

PROGRAMM DES KONZERTS, DAS LISZT IM SOPRONER KASINO AM 3. AUGUST 1846 GAB



Deutschsprachiger Text.

39,5 x 49,3 cm. – LM Any. 46.



Nach dem Konzert wurde Liszt zum Tafelrichter des Komitats Sopron gewählt und von der Stadt mit einem silbernen Dirigentenstab beschenkt.



122.

SILBERNER DIRIGENTENSTAB IM ETUI,

FRANZ LISZT VON DER STADT SOPRON IM JAHRE 1846 GESCHENKT



Arbeit des Soproner Goldschmieds Orthner. Gepresst und getrieben mit applizierten Verzierungen. Unten am Knauf sind Band-, Girlanden- sowie Vögelverzierungen und ein Liszt-Kopf, am Hals befindet sich die Herstellermarke und das Stadtzeichen mit je einer Lyre darüber. Walzenförmiger Stab mit vier längsseitigen Perlenreihen geschmückt, oben mit einem Ring in zwei Teile gegliedert und im Schlußring in einen halbkugelförmig geschliffenen Karneolring gefasst.

In ledernem Etui.

Länge: 36 cm. Etui: 2,3 x 6,2 x 37,8 cm. – LM Er. 60.



LISZTS GEGENSTÄNDE IM ZUSAMMENHANG MIT DER UNGARISCHEN Krönungsmesse



123.**

ERSTAUSGABE DER PARTITUR DER KRÖNUNGSMESSE

AUS LISZTS NACHLASS



Drei dekorative Titelseiten: ungarisch, lateinisch, deutsch.

Ide a német szöveget beírni!!!



Leipzig – New York: [1869], Schuberth. 100 Seiten.

33,3 x 27 cm. – LM LH 3663.



124.

EINE VON LISZT VORGESCHLAGENE VERKÜRZUNG

DES „BENEDICTUS“ DER KRÖNUNGSMESSE



Originalmanuskript, 4+3 Takte auf einem Stück Papier. Auf der Rückseite Anweisungen: „NB. Pour Mossony – / Tout le prélude du Bénédictus (Solo de Violon) peut être retranché – et remplacé par / les 4 mesures suivantes / V.S.“ [„NB. Für Mosonyi – Das ganze Prélude des Benedictus (Violine solo) kann weggelassen – und durch die / folgenden 4 Takte ersetzt werden /V.S.“] – Erworben im Jahre 1991 (Southeby’s – R. Macnutt).

7,5 x 15,5 cm. – LM Ms.mus. L. 77.



Liszt komponierte das Violin solo des Benedictus der Krönungsmesse für den weltberühmten ungarischen Virtuosen Ede (Eduard) Reményi (1828-1898), mit wem er seit 1853 befreundet war. Reményi nahm aber an der Aufführung der Messe in der Kirche während der Krönungszeremonie nicht teil, weil sie einem offiziellen Erlass von der Wiener Hofkapelle aufgeführt und das Solo von Joseph Hellmesberger gespielt wurde. Mosonyi, ein Komponist und Liszts Freund (s. Kat. Nr. 88) „der Liszts Handschrift am besten kannte und tadellos lesen konnte, hatte die Aufgabe bekommen, die Handschrift in zwei Exemplaren rein zu schreiben, sobald sie aus Rom eintraf(s. Kornél Ábrányi: A magyar zene a l9. században, 1900). Für die erste Konzertaufführung, die am 26. April 1869 unter Mitwirkung ungarischer Künstler, Reményi mit eingeschlossen, stattfand, fügte Liszt seiner Messe ein Offertorium mit Violin solo bei. Sowohl das Benedictus als auch das Offertorium waren als Instrumentalstücke in zahlreichen Fassungen auch einzeln gedruckt.



125.

GRUPPENBILD:

LISZT, PLOTÉNYI UND REMÉNYI



Von Joseph Albert, München, September/Oktober 1867. Ovalausschnitt mit abgeschnittener Signatur. Dem Museum von Frau Visontai geschenkt.

12,5 x 10 cm. – LM F. 169.

Der Violinist und Pianist Nándor (Ferdinand) Plotényi (1844-1933) war ein Schüler, Klavierbegleiter und Violinduo-Partner von Reményi. Nach 1863 gehörte er Liszts Kreis an.



126.

DIRIGENTENSTAB, GESCHENK DES FÜRTSPRIMAS JÁNOS SIMOR IM JAHRE 1867



Ebenholz und Elfenbein mit gedrechselten und geschnitzten Verzierungen. Am unteren Teil des zylindrischen Elfenbeinstabes befindet sich ein in Tropfenform mündendes Ringornament, oben ein gewundenes Kapitell mit Eichenblatt, das in Eichel ausläuft.

Länge: 40 cm. – LM Er. 8.

Die Krönungszeremonie von Franz Joseph und Elisabeth wurde am 8. Juni 1867 von dem Fürstprimas János Simor (1813-1891) ausgeführt.



127.**

UNGARISCHER KRÖNUNGSMARSCH

ERSTAUSGABE DER KLAVIERFASSUNG AUS LISZTS NACHLASS



Ungarischer Marsch / zur / Krönungs-Feier zu Ofen-Pest am 8ten Juni 1867 / componirt / von / Franz Liszt, “ Leipzig – New York: [1871], J. Schuberth, 7 Seiten.

32 x 25,5 cm. – LM LH 3809.



128.**

SCHLEIFE EINES KRANZES, DEN LISZT ANLÄSSLICH DER ZWEITEN AUFFÜHRUNG DER KRÖNUNGSMESSE AM 26. APRIL 1869 BEKAM



Ripsseide in den Nationalfarben und einer mit silbernem Faden gestickten Inschrift: „Liszt Ferencnek a hazai zenemûvészet nevében hódolói, Pest 1869 Ápril 26-odikán“[„Franz Liszt im Namen der ungarischen Musik; seine Verehrer, Pest, den 26. April 1869“].

Länge: 210 cm, Breite: 15,5 cm. – LM Er. 19.



Liszt war zu der Krönungszeremonie in der Matthiaskirche offiziell nicht eingeladen, so folgte er der Aufführung der Wiener Künstler von der Empore. Die erste Konzertaufführung der Krönungsmesse fand in Vigadó (der Redoute) zwei Jahre später unter der Leitung Liszts und der Mitwirkung ungarischer Künstler statt.



LISZTS GEGENSTÄNDE AUS POZSONY (PRESSBURG):



129.

SCHLEIFE EINES KRANZES, DER LISZT AM 19. APRIL 1874 VON DEM PRESSBURGER KIRCHENMUSIKVEREIN BEKAM



Goldene Inschrift auf sandfarbenem Seidenstoff: „Dem grossen Meister – der dankbare Pressburger Kirchenmusik-Verein 19. April 1874.“

Länge: 155 cm, Breite: 13,2 cm. – LM Er. 21.



Am 19. April 1874 fand in Pressburg ein Benefizkonzert unter Mitwirkung von Sofie (Sophie) Menter, Fürstin Rossi und Frigyes Dohnányi statt. Der Kirchenmusikvereinschor sang „Die Seligkeiten“ aus dem Oratorio Christus. Nach dem Konzert wurde im Restaurant Zöldfa (Zum grünen Baum) ein Bankett zu Ehren Liszts veranstaltet.



130.

EINLADUNGSKARTE ZUM LISZT-BANKETT AM 19. APRIL 1874



Gedruckt von C. Angermayer. Text: „Liszt-Banquet. / Hotel [Zum] „grünen Baum“ / Sonntag den 19. April 1874, / 4 Uhr Nachmittag.“

7 x 11,7 cm. – LM Any. 161.



131.

LISZT AM KLAVIER IN GESELLSCHAFT



Bleistiftzeichnung von István Zádor (1882-1983). Signatur unten links: „Zádor“. Die Inschrift mit Tinte unter dem Bild lautet: [„Franz Liszt begleitet am Klavier Fürstin Rossi, Tochter von Henriette Sonntag in Bragas Serenade (April 1874). Die Cellobegleitung spielt Frigyes Dohnányi, Lehrer aus Pozsony.“] Geschenk von Frau Keöpe, geb. Ilona Dohnányi aus dem Dohnányi-Nachlass durch die Vermittlung von Béla Mátéka.

21,7 x 28,9 cm. – LM Gr. 29.



Frigyes Dohnányi war der Vater von Ernõ (Ernst von) Dohnányi (1877-1960), der ein hervorragender ungarischer Pianist, Komponist und Dirigent, Klavierstudent des Liszt-Schülers Thomán an der Budapester Musikakademie (1894-97), später selbst Professor (1916-19) und Direktor der Institution (1919, 1928-44) war.



132.

PROGRAMM DES BENEFIZKONZERTS IN PRESSBURG AM 2. APRIL 1881

(FÜR DEN FONDS DER HUMMEL-STATUE)



Ein von Stampfel, Eder und Co. in Pressburg auf Ungarisch und Deutsch gedrucktes Doppelblatt. [„Die Mitwirkenden sind: die Damen Fánni Kováts und Irén Schlemmer-Ambros, Fürst Géza Zichy, Aladár Juhász, der Pressburger Gesangverein unter der Leitung von N. Kitzinger, und FERENCZ LISZT“]. Német eredeti hol található meg???

29 x 23 cm. – LM Any. 12.



Liszt spielte Hummels A-Moll-Sonate für vier Hände mit seinem Schüler Aladár Juhász und eine dreihändige Version des Rákóczi-Marsches mit Géza Zichy. Der Pressburger Gesangverein sang von Liszt die Chorwerke für Männerstimmen Geharnischte Lieder, Ungarns Gott (geschrieben nach einem Gedicht von Petõfi) und das Lied der Begeisterung sowie zwei weitere Lieder.



133.

FOTOGRAFIE VON FRANZ LISZT UND GÉZA ZICHY



Originalaufnahme von Ede Kozics (Pressburg). Ovales Bild in Viertelgröße. Ohne Jahr (April 1881). Im Originalrahmen mit dem Namensstempel des Studios.

11,8 x 9,2 cm. – LM F. 20.

Für Zichy, see. Kat. Nr. 36.



134.

SCHLEIFE VON DEM KRANZ, DEN GÉZA ZICHY LISZT SCHENKTE



Gestreifter Rohseidendamast mit goldener Inschrift: „SZERETETT NAGY MESTERÉNEK – ZICHY GÉZA“ [Seinem großen geliebten Meister – Géza Zichy].

Mit goldenen Fransen auf beiden Enden.

Länge: 204 cm, Breite: 21,7 cm. – LM Er. 37.



135.

DIE ERSTAUSGABE DER PARTITUR VON „UNGARISCHES KÖNIGSLIED“

AUS LISZTS NACHLASS



[„Für die Eröffnung des neuen königlich-ungarischen Opernhauses. Ungarisches Königlslied. (Text von Kornél Ábrányi dem Jüngeren.) Nach einer alten ungarischen Weise komponiert von Ferenc Liszt.“] Vierhändige Klavierversion. Budapest, Táborszky und Parsch, 1884. 13 Seiten.

34 x 27,2 cm. – LM LH 3690.



Die Komposition konnte bei der Eröffnung der Budapester Oper im September 1884 aus politischen Gründen nicht erklingen. Ihre Erstaufführung durch den Pressburger Gesangsverein fand in dem Jubiläumskonzert am 21. Dezember 1884 statt.



136.

FRANZ LISZTS BÜSTE



Aus Gips von Viktor Tilgner (1844-1896). Signatur auf der Rückseite: „nach der Natur modellirt Tilgner 1884“. Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren.

Höhe: 29 cm. – LM Pl. 6.



Die kleine Gipsstudie war das Modell für die erste an einem öffentlichen Platz aufgestellte Liszt-Statue in Ungarn, die 1893 am Szinház tér in Sopron enthüllt wurde. Sie war das Werk des aus Pozsony gebürtigen Bildhauers, der auch eine Statue von Hummel für seine Geburtsstadt machte.



GEGENSTÄNDE VON LISZTS REISEN



137.*

FRANZ LISZTS REISETASCHE



Braunes genarbtes Rindleder. Auf der Seite ist das applizierte gestickte Ritterwappen von Liszt angebracht. Nachlass von István Thomán, Geschenk von Frau Szinyei Merse.

Breite: 42 cm. – LM Er. 1.



138.*

FRANZ LISZTS STUMMES REISEKLAVIER („STUMMERLI“)



Rechteckige Nadelholzkiste mit Nussbaumfurnier; dreioktavige Klaviatur; unten offen. Von Jenõ Hubay deponiert und seinen Erben dem Museum geschenkt. Ausgestattet mit dem Authentizitätszertifikat von Caesar Simay für Gräfin Róza Cebrián, die Witwe Jenõ Hubays. Simays Großvater erhielt das Instrument von Anton Bruckner, dem Liszt persönlich geschenkt hatte.

Länge: 56 cm Höhe: 8,5 cm, Breite: 40,6 cm. – LM H. 3.



Ausschnitt aus Simays Brief an Frau Hubay, geb. Gräfin Róza Cébrián (vom 24. Februar 1941): [„Das ‘Stummerli’ war in Wiener Musikkreisen allen bekannt. Liszt nahm es auf seine Reisen besonders in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts, aber auch später noch eine Weile mit und spielte in den Gaststätten stundenlang Tonleiter darauf“].



139.*

FRANZ LISZTS REISELAMPE



Verstellbarer Kerzenständer im rechteckigen versilberten Metallbehälter mit einer Glasplatte unter dem aufklappbarem Vorderteil. Nachlass von István Thomán, geschenkt von Frau Szinyei Merse.

Höhe: 14 cm, Länge: 6,5 cm, Breite: 4,5 cm. – LM Er. 44.



140.*

SCHREIBKASTEN FÜR DIE REISE

AUS LISZTS NACHLASS



Aus geschnitztem Birnholz mit vergoldetem Beschlag. Der Deckel kann in zwei Teilen geöffnet werden und bietet eine mit purpurrotem Samt bedeckte Schreibfläche. Im Inneren: Nachlass-Siegel. Erworben von Dr. György Wenczel 1960.

Länge: 35,5 cm, Breite: 25,5 cm, Höhe: 7,7 cm. – LM Er. 7.



141.

TINTENFASS UND FEDERHALTER FÜR DIE REISE



Persisch oder türkisch, 19. Jahrhundert; aus Kupfer mit gestochenen Verzierungen. Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren. Dem Nachlassinventar zufolge gehörten diese Gegenstände zu Liszts Reiseausstattung.

Länge: 25 cm. – LM Er. 2.



142.*

FRANZ LISZTS GELDBÖRSE



Ungarisch oder österreichisch, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Weichselfarbiges Rindleder mit geprägten linearen Verzierungen. Die Silberschnalle besteht aus zwei ineinander geschlungenen Händen. Innen mit Seide gefüttert.

Geschlossen: 7 x 9 cm. – LM Er. 45.



143.*

SPAZIERSTOCK,

GESCHENK VOM PAPST PIUS IX.



Braunes spanisches Rohr mit gehämmertem Silberknopf. Der Kopf enthält eine venezianische Mosaik und das Wappen. Der Unterteil ist geschädigt. Aus Liszts Nachlass. Dem Nationalmuseum von der Baronin Antal Augusz geb. Klára Schwab durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller geschenkt.

Länge: 94 cm. – UNM 1887.41.9.



144.

FOTOGRAFIE VON FRANZ LISZT



Ein von Julien Ganz im Mai 1881 in Brüssel gemachtes ovales Foto. Durchmesser: 12,2 cm x 9 cm, Vollgröße: 20,7 x 15,4 cm. In geschnitztem Holzrahmen. – LM F. 40.

Die Aufnahme entstand während des Belgienbesuchs von Liszt, wo er in Antwerpen und Brüssel eine Konzertreihe aus seinen Hauptwerken gab. Der 78-jährige Meister war noch vor dem Unfall, der im Juli desselben Jahres „seinen traumatischen Eintritt ins Alter bedeutete“ (s. Walker: Franz Liszt, Bd 3. The Final Years, 1996, S. 403). Dennoch änderte er seine Lebensweise als „ewiger Wanderer“ nicht. Die tödliche Krankheit erreichte ihn erst später, während einer Reise nach Bayreuth.



AUF DER ANDEREN SEITE DER TÜR, DIE AUF DEN KORRIDOR GEHT:



145.**

PORTRÄTS VON ZWEI PRINZESSINNEN

AUS LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Fotoreproduktion von zwei Fotos hergestellt von Károly Koller, Budapest nach den Kreidezeichnungen eines unbekannten Künstlers 1884.



a)

Rechts: Erzherzogin Maria Valeria von Habsburg-Lothringen (1868-1924), viertes Kind von Fanz Joseph I., Kaiser von Österreich/König von Ungarn und Elisabeth von Wittelsbach, Kaiserin von Österreich /Königin von Ungarn. Signatur rechts unten: „Marie Valérie / 1884“.



b)

Links: Prinzessin Amélie Marie von Wittelsbach (1868-1924), Tochter des Herzogs Carl Theodor von Wittelsbach (Brüder der Königin Elisabeth) und Sophie von Sachsen.

Signatur rechts unten: „Amélie / 1884“.

Ovalbilder, Durchmesser: 44 x 37 cm, Vollgröße: 61 x 54 cm.

Originale: UNM Fotosammlung. – LM Repr. 202/a-b.



Die beiden jungen Prinzessinnen-Kusinen besuchten Liszt am 5. Dezember 1884in seiner Wohnung in der Sugár-Straße. Liszt spielte ihnen drei seiner Klavierstücke (Un sospiro, 13. Ungarische Rhapsodie, Soirées de Vienne Nr. 6) und schrieb in ihr Erinnerungsbuch. In Erwiderung schenkten ihm die Mädchen ihre Porträts (s. Legány: Liszt and his country 1874-1886, 1992, S. 255-256).



IN DER GLASVITRINE:



146.

BRÜSTE VON FRANZ LISZT, 1840



Biskuitbüste am verglasten Porzellanständer mit goldener Verzierung.

Eingeprägte Wiener Herstellermarke und gestempeltes Datum [1]840. Nach einer Statue von Antonio Galli. Erworben 1963.

Höhe: 40 cm, Durchmesser des Sockels: 12,5 cm. – LM Pl. 21.



IN DER GLASVITRINE:



147.*

GLAS



Aus Silber, zum Teil vergoldet. Rund um den Rand und am Fuß die Inschrift: „Souvenir de ton ami le comte Leo Festetich et son épouse Christine née de Kubiny 1873 Novembre“ und „Lisztnek emlekül Gr. Festetich Leó es Neje Kubinyi Krisztina Pest 1873 November“. Zwischen 1868 und 1873, Wien, von Vincencz Czokolly. Dem Ungarischen Nationalmuseum aus Liszts Nachlass durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller von Frau Augusz geschickt.

Höhe: 12,5 cm. – UNM 1887.41.23.



148.*

ZIGARRENKISTE



Aus Silber vorne mit der Inschrift: „presented to F. Liszt by his obliged Friend Ms. S 14th May 1841“. 1839, London, mit dem Stempel des Herstellers C.R.W. S. Liszt erhielt sie von der Sängerin Mary Steele aus Dankbarkeit für seine Teilnahme an ihrem Konzert zum angegebenen Zeitpunkt. Erworben von dem Ungarischen Nationalmuseum.

Länge: 13 cm, Breite: ??? cm. – UNM 1962. 154.



149.

BESSAMIM-TURM



Silber und bemaltes Porzellan. Das zweistöckige Türmchen mit Spitze, vier kleinen Fahnen an jeder Ecke und einem Kreuz an der Kugel der Spitze wird von einem viereckigen Sockel auf vier Erdkugeln und einem Stiel gehalten; beide Filigranarbeit. An der Vorderplatte des unteren Stockwerkes gibt es eine bemalte Porzellaneinlage mit der Figur des hl. Franziskus; im Inneren des zweiten Stockwerkes ist eine kleine Glocke zu finden. Eingraviert am Rand des Sockels: „Francisco Liszt – Johannes Card.-Scitovszky Primas – R. Hung. 1865“ Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, ohne Herstellermarke. –Aus Liszts Nachlass durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller von Baronin Augusz ins Ungarische Nationalmuseum geschickt.

Höhe: 40 cm. – UNM 1887.41.21.



150.

STIFTUNGSURKUNDE DER

LISZT FERENC STIFTUNG DER HAUPTSTADT BUDAPEST“, 1873



Vier Folien mit handgeschriebenem Text und gemalter Dekoration (Papier, Tinte, Wasserfarbe) in dekorativem Ripsalbum mit dem Stadtwappen. Inschrift mit goldenen Buchstaben: „PEST SZ. KIR. VÁROSA. / LISZT FERENCZ / ALAPITVÁNY / 1873“ [„Pest königliche Freistadt. / Liszt Ferencz / Stiftung / 1873“].

Text der Stiftungsurkunde: S. 2recto – 3recto, mit dem Datum Pest, den 23. Oktober 1873; zusätzliche Klausel: S. 3recto – 4recto, datiert vom 9. April 1890, ministerielle Genehmigung: der 22. April 1890.

39,1 x 30,2 cm. – LM AD. 12.



Anlässlich der 50. Künstlerjubiläumsfeier von Liszt gründete der Rat der ungarischen Hauptstadt Budapest eine Stiftung, die Liszt dazu ermächtigte, jedes Jahr über ein Stipendium im Wert von 600 Forint für den besten Studenten der Akademie zu verfügen, sobald sie eröffnet wird. Die Urkunde wurde ihm am 9. November 1873 im Rahmen einer dreitägigen Feierlichkeit überreicht, die den Vortrag einer Liszt-Kantate von Henrik Gobbi und die Erstaufführung von Liszts Oratorio Christus ohne Auslassungen unter der Leitung von Hans Richter umfasste. (S. das Kapitel „A nation’s celebration“ in Legány: Liszt and his Country 1869-1873, 1983, S. 221-224).



151.*

GLASS UND LÖFFEL



Vergoldetes Silber und Glas. Der Glasbehälter mit Henkel zeigt eingravierte Blatt- und Rankenverzierungen. Am Schöpfteil des vergoldeten Silberlöffels ist eine Nielloverzierung mit Schachbrettmuster zu sehen; der Stiel ist gewunden. 1968, Moskau, Aleksandr Aleksejew Mukhin. – Aus Liszts Nachlass von Baronin Augusz durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller ins Ungarische Nationalmuseum geschickt.

Höhe: 9 cm. – UNM 1887.41.19.



152.*

DREHBLEISTIFT



Gold, sechseckiger Stellring mit gravierten Verzierungen. An der Verschlusskappe befindet sich ein grüner Stein in Einfassung. Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, ohne Herstellermarke. Aus Liszts Nachlass von Baronin Augusz durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller ins Ungarische Nationalmuseum geschickt.

Länge: 8,5 cm. – UNM 1887.4128.



153.*

DREHBLEISTIFT



Gold. Am gerippten zylindrischen Körper ist ein kleiner gegliederter Stellring, am flachen knopfförmigen Verschluss am anderen Ende die Eingravierung „Caroline“ zu finden. Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, ohne Herstellermarke. Laut Liszts Verfügung von Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein dem Ungarischen Nationalmuseum geschenkt.

Länge: 7,3 cm. – UNM 1887.41.27.



154.*

TINTENFASS



Aus Platin und Glass. Würfelform, gegossen und gemeisselt mit sich nach oben öffnenden Deckel. Reiche Barockblattverzierung mit Franz Liszts Wappen an der Vorderseite. In der Mitte des Deckels kommt ein großer Türkis mit Goldeinlage und türkischen Buchstaben vor. An der Bodenplatte eine auf den Hersteller hinweisende Inschrift. Zwischen 1842 und 1870, St. Petersburg, G. Faberge. Laut Liszts Verfügung von Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein dem Ungarischen Nationalmuseum gegeben.

Höhe: 7 cm, Breite: 7 cm. – UNM 1887.41.20.



155.*

NACHBILDUNG VON LISZTS LINKER HAND



Verfertigt von einem unbekannten Bildhauer in Liszts Jugendjahren. Weiße carrarische Marmorhand, die sich mit einem Metallbindeglied dem zweischichtigen Marmorpostament (oben: rot, unten: schwarz) anschließt. Die Finger sind angeklebt; über das Handgelenk befinden sich Manschetten. Laut Liszts Verfügung von Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein dem Ungarischen Nationalmuseum gegeben.

Volle Handlänge mit Manschetten: 29,5 cm. Postament: 34 x 17 x 2 cm. – UNM 1887.41.26.



156.*

ZIGARRENTABLETT



Getriebenes und gemeißeltes Silbertablett auf vier Beinen mit erhabener Blattverzierungskante und gravierten Neobarockranken- und Tiermustern. Glockenförmige Cuppa am rechteckigen Sockel. An der Vorderseite beider sind mythologische Szenen dargestellt (Orpheus in der Unterwelt, Hebe, Melpomene, Prometheus und Dionysios). Auf beiden Seiten des Zigarrenbehälters gibt es je eine kleine Kelchtasse. Am Boden des Tabletts ist eine Inschrift zu finden, die sich auf den Hersteller bezieht. Zwischen 1842 und 1870, St. Peterburg, G. Faberge. – Aus Liszts Nachlass durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller von Baronin Augusz in das Ungarische Nationalmuseum geschickt.

Breite: 26,5 cm, Länge: 39 cm, Höhe: 21 cm. – UNM 1887.41.22.



157.*

TINTENFASS



Getriebenes und graviertes ovales Silbertablett auf vier Beinen, auf dem sich die Tinten- und Streusandflaschen in zaunartigen Behältern von etwas erhöhter Seite befinden. Ein ähnlicher Zaun mit einer Dattelpalmenstatue in der Mitte schließt auch die Rückseite des Tabletts ab. Die Inschrift in dem Hohlteil in Blätterkartouche lautet: „Liszt Ferencnek mûvészi pályája félévszázados ünnepének emlékére 1873. B. L. M.“ [„Franz Liszt, zur Erinnerung an die Feier seiner fünfzigjährigen Künstlerlaufbahn 1873. B. L. M.“] Ohne Stempel and Herstellersmarke. – Aus Liszts Nachlass durch die Vermittlung von Dr. Mór Stiller von Baronin Augusz in das Ungarische Nationalmuseum geschickt.

Breite: 22 cm, Länge: 36 cm, Höhe: 21 cm. – UNM 1887.41.16.



AN DER WAND NEBEN DER VITRINE:



158.

GEDENKBLATT FÜR DAS KÜNSTLERISCHE JUBILÄUM



Farblithografie eines unbekannten Meisters, gedruckt und veröffentlicht von István Halász in Pest. Sie ist in einen runden und vier elliptische Teile gegliedert. Inschrift in der Mitte, unter der lorbeerbekänzten Büste Liszts im runden Feld: „LISZT FERENC / Liszt Ferenc elsõ nyilvános föllépésének fél évszázados emléke. / Erinnerung an das 50 jährige Jubilaeum des Franz Liszt.“ In den elliptischen Feldern sind Szenen aus Liszts Leben zu sehen.

Links unten: „Liszt szül. helye Reidingsben [sic] Sopr. vármegyében“ [„Liszts Geburtsort in Reiding [sic], Komitat Sopron“], links oben: „Liszt elsõ hangversenye Bécsben, Beethoven által megölelve“ [„Liszts erstes Konzert in Wien, von Beethoven umarmt“]. Rechts oben: „Liszt Ferencz utolsó hangversenye a redouteban“ [Franz Liszts letztes Konzert in der Redoute“]. Rechts unten: „Üdv Liszt Ferenczünknek! “ [Heil unserem Franz Liszt!“]. In der Mitte über der Büste: 1873.

44,5 x 60,3 cm. – LM Gr. 35.



Alle Bilder sind Fantasieszenen, mit Ausnahme der Szene rechts oben, die nach einem Ölgemälde von Franz Schams (1823-1883) und Ernst Lafite (1826-1885) entstanden ist und Liszt in einem Konzert am 18. März 1872 in Pest zeigt, das er im Beisein der königlichen Familie gab.



159.

FOTOGRAFIE VON FRANZ LISZT

ALLE SEINEN AUSZEICHNUNGEN TRAGEND



Ovale Fotografie der Dreiviertelfigur, aufgenommen von Ferenc Kozmata, Budapest. Ohne Datum [1873]. In zeitgenössischem Rahmen.

32,5 x 27 cm. – LM F.7.



160.

FOTORAFIE VON FRANZ LISZT MIT DER ORGANISATIONSKOMMISSION SEINES KÜNSTLERISCHEN JUBILÄUMS



Ohne Signatur.1873. Liszt am Klavier von seinen Freunden umgeben; seine Hände ruhen an der Klaviatur.

Sitzend: Lajos Haynald, Imre Széchényi, Albert Apponyi, Guidó Karácsonyi.

Stehend: Imre Huszár, Ödön Mihalovich, Antal Augusz, Hans Richter, János Nepomuk Dunkl. Handschriftliche Inschrift auf zeitgenössischem Passepartout; oben: „Fünfzigjähriges Liszt-Jubiläum 1873“; unten: der Name der Personen auf dem Bild.

29 x 38,5 cm, mit Passepartout: 42 x 52,5 cm. – LM F.2.



161.

HOCKER



Neorenaissance. Budapest, Ende des 19. Jahrhunderts. Geschnitztes Eichenholz mit Polster.

Höhe: 48 cm, Sitz: 35 x 35 cm. – KGM 65.136.1.



162.**

GEPOLSTERTES SOFA

AUS DEM SALON VON LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Design von Sándor Fellner, Budapest, ca. 1880. Eichenholz mit geschitzten Verzierungen; braune Samtpolsterung mit Seiden- und Metallfadenstickerei, die Blumensträuße und Vögel in ungarisch-pseudo-Spätrenaissancestil zeigt. In der Mitte der Lehne das Monogramm BM mit fünfzackiger Krone. Ein Geschenk von Frau Blaskovich, geb. Marianne Edelspacher. Die Umstände des Erwerbs durch die Musikakademie sind ungeklärt.

Höhe: 130 cm, Länge: 150 cm, Breite: 55 cm. – LM B. 4.



163.**

ZWEI ARMSTÜHLE AUS DEM SALON VON LISZTS WOHNUNG IN DER SUGÁR STRAßE



Neorenaissance, Design von Sándor Fellner, Budapest, ca. 1880. Geschnitzes Eichenholz mit Leder und pfauenblauer Samtpolsterung. An der Rückenlehne das gestickte Monogramm CKI und eine fünfzackige Krone bzw. KSM und eine frünfzackige Krone sind zu sehen. Geschenk an Liszt von Frau Csapó, geb. Ida Karlovszky und Frau Karlovszky. Beide wurden von der Familie Csapó dem Museum Ádám Béri Balogh in Szekszárd geschenkt, das 1961 der Budapester Musikakademie übergab.

Höhe: 96 cm, Länge: 70 cm, Breite: 64 cm. – LM B. 6/1-2.



Vilmos Csapó (1840-1933) war ein Grundbesitzer im Komitat Tolna, der sich leidenschaftlich für Literatur und Musik interessierte. Seine Familie war eng mit Liszt befreundet. 1911 gab Csapó Liszts Briefe an Baron Augusz und seine eigenen Erinnerungen heraus. Er beschrieb Liszts Wohnung ausführlich und erwähnte auch die beiden Armstühle: [„Fürstin Wittgenstein verteilte diese getickten Stilmöbel unter dem engen Kreis der Verehrer des verstorbenen Meisters und schickte uns auch zwei Armstühle nach Tengelicz “]. (Csapó: Liszt Ferencz levelei Báró Augusz Antalhoz, 1911, S. 9).



164.**

ARMSTUHL AUS DEM SALON DER WOHNUNG LISZTS IN DER SUGÁR STRAßE



Neorenaissance-Design von Sándor Fellner, ca. 1880. Geschnitzes Eichenholz mit Leder und Samtpolsterung, die mit spätungarisch-Pseudospätrenaissance-Blumenmotiven bestickt ist. In der Mitte, zwischen Vögeln, das stilisierte Monogramm PMR mit fünfzackiger Krone (umgekehrter Buchstabe P). Geschenk von Frau Pázmándy, geb. Mária Reitter an Franz Liszt. 1936 war der Stuhl bereits das Eigentum der Musikakademie (s. Füssmann – Mátéka, Franz Liszt, 1836, Nr. 235). Die Umstände des Erwerbs sind ungeklärt.

Höhe: 126 cm, Länge: 76 cm, Tiefe: 80 cm. – LM B. 7.



Dénes Pázmándy (1848-1931) war ein Politiker und Journalist, Herausgeber der französischen Zeitschrift Gazette de Hongrie, die Liszt auch abonnierte. Seine Frau, Tochter des Architekten Ferenc Reitter, war eine berühmte Pianistin, Schülerin von Antal Siposs. Liszt war ein Freund der Familie und wohnte ihren Soiréen öfters bei.



165.

ACHTECKIGER TISCH



Neorenaissance aus der Werkstatt von Sámuel Krámer, Budapest, ca. 1880.

Geschnitztes und gedrechseltes Nussbaumholz. Erworben im Jahre 1986.

Höhe: 71,5 cm, Tischfläche: 72 x 72 cm. – LM B. 21.



AUF DEM TISCH:



166.

KARTENPRESSE AUS LISZTS BESITZ



Ungarisch, zwischen 1870 und 1880. Palisanderfurnier mit Einlage, gerippten und geschnitzten Verzierungen und gedrechselten Einzelheiten. Geschenk von Frau Szinyei Merse.

Höhe: 14,5 cm, Länge: 23,5 cm, Breite: 11,2 cm. – LM B. 2.



AN DER WAND ÜBER DEN JUBILÄUMSBILDERN UND DEM SOFA:



167.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Eine Kopie von Viktor Madarász (1830-1917) nach einem 1839 gemalten Ölbild von Henri Lehmann (1814-1882). Stehende Darstellung bis Kniehöhe. Liszt dreht sich nach links, schaut aber nach vorn, trägt dunkle Kleider und kreuzt seine Arme. Der Hintergrund ist monochrones Grün. Inschrift links unten: „AMICUS AMICO (ROMAE) MDCCCXXXIX UTÁN / M. V. 1860“. Aus Ede Reményis Nachlass von Antal Reményi 1911 dem Museum der Schönen Künste geschenkt. Später wurde es dem Ungarischen Nationalmuseum übergeben.

116 x 89 cm. – UNM Hist. Gall.1312.



Henri Lehmann begegnete Liszt in Paris, aber ihre Freundschaft verstärkte sich erst später, in den Jahren 1838/39 in Italien, wo er Porträts von Liszt und Marie d’Agoult malte. Madarász machte seine Kopie, eine freie „Paraphrase“ von Lehmanns Original, für den großen ungarischen Violinvirtuosen Ede Reményi, der mit Liszt in enger Beziehung stand (s. Kat. Nrn. 124-125). Eine andere, etwas verschiedene Abbildung des Kopfes des gleichen Porträts von Madarász ist immer noch im Besitz der Reményi-Nachfolger.



168.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Abbild von Dalma Kakun (vor 1956) eines Ölgemäldes von Miklós Barabás (1810-1898) aus dem Jahre 1847. Öl auf Leinwand. Stehende Kniehöhendarstellung in ungarischem Gewand. Die linke Hand Liszts ist auf seiner Hüfte, seine Rechte ruht am Klavier, am dem ein Notenpult mit Partituren und der Inschrift „F. Liszt“ zu sehen ist.

Signatur rechts unten: „Barabás M. 847“.

132 x 102 cm. – LM O. 1.



Das Original ist im Ungarischen Nationalmuseum, Budapest ständig ausgestellt (UNM Hist. Gall. 178.).



169.

FRANZ LISZTS KOPF



Rot bemalter Gips, überlebensgroß von Alajos Stróbl (1856-1926). Auf viereckigem Sockel.

Höhe: 44 cm. – LM Pl. 9.

Prahács setzt sein Datum auf 1882.



S. Stróbl auch in den Kat. Nrn. 8, 32, 104 und 109. Die zahlreichen verschiedenen Liszt-Darstellungen von Alajos Stróbl können unter anderem damit erklärt werden, dass Strobl sein Studio einige Jahre hindurch in einer Dachstube des Gebäudes der Musikakademie in der Sugár Straße hatte, wo auch Liszt lebte.



IN DER ECKE



170.**

STATUE VON BEETHOVEN, SITZEND

AUS LISZTS NACHLASS



Von Karpar Clemens von Zumbusch (1830-1915), ca. 1877/78, eine Variante von kleinem Format der Hauptfigur des Beethoven-Denkmals in Wien. Bronze auf Holzsockel. Inschrift an einer Metallplatte am Sockel: „Dem verehrten Meister / FRANZ LISZT / das dankbare Beethoven-Comité“. Erworben aus Liszts Nachlass von dem Ungarischen Nationalmuseum.

Höhe: 65 cm, Sockellänge: 30 cm, Breite: 35 cm, Höhe: 22 cm. – UNM 1887.78.



171.*

SPIEGEL



Wien, Viehofener Fabrik, ca. 1850. Im Holzrahmen mit vergoldeten Gipsstuckverzierungen. – Aus dem Nachlass von Eduard von Liszt dem Jüngeren. Nach dem Nachlassinventar befand er sich in der Altenburg, dem Heim Liszts in Weimar in den 1850er Jahren.

133 x 84 cm. – LM B. 10.



172.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Ölgemälde von Fortuné Joseph Séraphin Layraud (1834-1912). Lebensgroße stehende Darstellung, etwas nach rechts gedreht, nach links blickend. Liszt lehnt sich dem Klavier an, mit gekreuzten Armen, in dunkler Bekleidung. Signatur links unten: „Layraud Rome 1869“.

63 x 35,3 cm. – MSK 4060.



Das Gemälde durfte nach einer im Jahre 1869 aufgenommenen Fotografie von Liszt gemacht worden sein (s. Burger: Franz Liszt in der Photographie seiner Zeit, 2003, Nr. 82). Laut Prahács ist es eine Studie zu einem lebensgroßen Gemälde, das sich jetzt im Städtischen Museum, Valenciennes, Frankreich befindet. Eine lebensgroße Variante des Kopfes kommt in der Sammlung des Budapester Historischen Museums vor (die Authentizität ist fraglich). Zahlreiche andere Kopien sind auch bekannt. Goupil veröffentlichte die Fotogravüre des Gemäldes im Jahre 1894.



173.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Basrelief aus Gips von A. Henselt, das Liszt in linker Seitenansicht und Pelzkragenmantel zeigt. Ohne Signatur, ohne Datum. Durchmesser: 24 cm.

Identifizert anhand einer signierten und datierten Kopie („A. Hensel, 1877“) mit unterschiedlichem Rahmen in Bory: La vie de François Liszt par l’image, 1936, S. 209.



174.

PORTRÄT VON FRANZ LISZT



Ölgemälde von Károly Jakobey (1826-1891). Dreiviertellange Figur, die sich nach rechts dreht und blickt. In schwarzem Mantel, weißem Hemd und schwarzer Fliege vor dunkelbraunem Hintergrund. Signatur in der Mitte rechts: „Jakobey 1859“. Gekauft vom Nationalmuseum von Simon Färber im Jahre 1903.

36,5 x 47 cm. – UNM Hist. Gall. 931.



175.

URKUNDE DER VERLEIHUNG DES RITTERKREUZES DES FRANZ JOSEPH- ORDENS.

Buda, den 7. JUNI 1867.



Wir Franz Joseph der Erste / [...] haben Uns bewogen gefunden, / Unseren Lieben Getreuen, den Abbé / FRANZ LISZT / anlaeßlich der Aufführung der von ihm componirten Messe bei Unserer Krönung als König von Ungarn, / zum Comthur Unseres Franz Joseph-Ordens / zu ernennen. []“. Mit gestempeltem Siegel.

46,3 x 55,3 cm. – LM AD. 1.



Zu Liszts Ungarische Krönungsmesse, für die er zum „Comthur“ (Ritter) des Franz Joseph-Ordens ernannt wurde, s. Kat. Nrn 123-128.

Abkürzungen



Br.I–VIII. – La Mara, Hrsg.: Franz Liszts Briefe. Bde. I-VIII. Leipzig: 1893–1903.

Br.L–Bü. – La Mara, Hrsg.: Briefwechsel zwischen Franz Liszt und Hans von Bülow. Leipzig: 1898.

ebd. – ebenda

Fol. – Folio, Blatt

Hrsg. – Herausgeber, herausgegeben von

Kat. – Katalog

LFMA – Liszt Ferenc Musikakademie (Universität)

(Liszt Ferenc Zenemûvészeti Egyetem – Zeneakadémia)

LM – Liszt Ferenc Gedenkmuseum und Forschungszentrum

(Liszt Ferenc Emlékmúzeum és Kutatóközpont)

MAK – Museum der Angewandten Künste (Iparmûvészeti Múzeum)

MSK – Museum der Schönen Künste (Szépmûvészeti Múzeum)

Nr. – Nummer

NBSz – Nationalbibliothek Széchényi (Országos Széchényi Könyvtár)

Op. – Opus

OszK – Országos Szécsényi Könyvtár (auch NBSz)

r. (nach Nummern) – Rekto, Vorderseite

  1. Seite

UNG – Ungarische Nationalgalerie (Magyar Nemzeti Galéria)

UNM – Ungarisches Nationalmuseum (Magyar Nemzeti Múzeum)

UNM Hist. Gall. –Ungarisches Nationalmuseum, Historische Galerie

v. (nach Nummern) – Verso, Rückseite

vgl. – vergleiche















Bibliographie





(Außer Werken, die im Katalog erwähnt werden, sind auch einige weitere Werke im Zusammenhang mit der Sammlung des Liszt Ferenc Gedenkmuseums aufgezählt.)



Ábrányi, Kornél: „Liszt Ferenczrõl“ [Über Ferencz Liszt]. Magyar Szalon, März 1886, S. 562-569.

Ábrányi, Kornél: A magyar zene a 19-ik században [Die ungarische Musik im 19. Jahrhundert], Budapest: 1900.

Bache, Constance Übers.: Letters of Franz Liszt. Collected and edited by La Mara. Bde. I-II, London: 1894, Reprint: New York: 1968.

Bartha, Dénes: „Liszt Ferenc emlékkiállítás. Leíró lajstrom“ [Franz Liszt Gedenkausstellung. Ein deskriptiver Katalog] . Budapest: 1936.

Bory, Robert: La vie de François Liszt par l’image. Paris, Genève, 1936.

Burger, Ernst: Franz Liszt. Eine Lebenschronik in Bildern und Dokumenten. München: 1986.

Burger, Ernst: Franz Liszt in der Photographie seiner Zeit. München: 2003.

Csapó, Vilmos: Liszt Ferencz levelei Báró Augusz Antalhoz. Budapest: 1911. Auf Deutsch: Franz Liszt’s Briefe an Baron Antal Agusz. Ebd.

Eckhardt, Mária – Golz, Jochen – Ladenburger, Michael – Liepsch, Evelyn: «Beethoven’s Wort den Jüngern recht zu deuten» Liszt und Beethoven. [Katalog der gemeinsamen Ausstellung der] Stiftung Weimarer Klassik, Beethoven-Haus Bonn, Liszt Ferenc Gedenkmuseum Budapest. Weimar: 2002.

Eckhardt, Mária: „Az 1936-os Liszt-kiállítás dokumentumainak nyomában“ [Auf den Spuren der Dokumente der Liszt-Ausstellung von 1936]. Magyar Zene, Juni 1984, S. 141-153.

Eckhardt, Mária: „Franz Liszt’s «Jeanne d’Arc» – Version für ein Doppelinstrument“. In: Ingrid Fuchs Hrsg.: Festschrift Otto Biba, Tutzing: 2006, S. 567-579.

Eckhardt, Mária: Liszt Ferenc hagyatéka a budapesti Zenemûvészeti Fõiskolán. I. Könyvek. / Franz Liszt’s estate at the Budapest Academy of Music. I. Books. Budapest: 1986. (Acta Academiae Artis Musicae de Francisco Liszt Nominatae – A Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola tudományos közleményei. No. 1)

Eckhardt, Mária Hrsg.: Liszt Ferenc hagyatéka a budapesti Zenemûvészeti Fõiskolán. II. Zenemûvek. / Franz Liszt’s estate at the Budapest Academy of Music. II. Music. Zusammengestellt von den Mitgliedern des Liszt Ferenc Gedenkmuseums und Forschungszentrums: Zsuzsanna Domokos, Györgyi Éger, Zsófia Koffán, Katalin Neumayer. Budapest: 1993. (Acta Academiae Artis Musicae de Francisco Liszt Nominatae – A Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola tudományos közleményei. No. 3).

Eckhardt, Mária Hrsg.: Liszt Ferenc Memorial Museum, Liszt Ferenc Academy of Music. Catalogue. Budapest: 1986, 2. Aufl. mit einem Ergänzungs- und Korrekturblatt: 1996.

Eckhardt, Mária: „Liszt Ferenc zenemûkéziratai a Zenemûvészeti Fõiskola Liszt Emlékmúzeumában“ [Franz Liszts Musikhandschriften im Liszt Gedenkmusem der Musikakademie.]. In: Zenetudományi Dolgozatok. Budapest: 1986, S. 235-260.

Eckhardt, Mária: „Liszts Budapester Reisekruzifix“. Liszt-Nachrichten (Nachrichten der Deutschen Liszt-Gesellschaft) Nr. 10 (2007), S. 17.

Eckhardt, Mária: Liszt 125 éves Zeneakadémiája /Liszt’s 125-year-old Academy of Music. Exhibition Catalogue. Budapest: 2000.

Eckhardt, Mária: „Mégis megvan Liszt Ferenc halottas inge“ [Franz Liszts Totenhemd ist gefunden worden]. Muzsika 48/6 (Juni 2005), S. 9-10.

Eckhardt, Mária: „National or European: the beginnings of the Budapest Academy of Music“. In: Fend, Michael – Noiray, Michel Hrsg.: Musical Education in Europe (1770–1914), Berlin: 2005, Bd. 2, S. 537-564.

Eckhardt, Mária: „A Zeneakadémia Liszt Ferenc leveleiben“ [Die Musikakademie in Liszts Briefen]. In: A Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola 100 éve [Hundert Jahre der Ferenc Liszt Musikakademie]. Hrsg. József Újfalussy. Budapest: 1977, S. 18-68.

Franz Liszt“. (Artikel ohne Unterschrift.) Budapester Tagblatt, 3. August 1886.

Füssmann, Werner – Mátéka, Béla: Franz Liszt. Ein Künstlerleben in Wort und Bild. Langensalza–Berlin–Leipzig: 1936.

Gábry, György: „Neueste Liszt-Dokumente“. Studia Musicologica X (1968), pp. 339-352.

Gábry, György: „Liszt Ferenc bécsi környezete“ [Franz Liszts Wiener Umgebung]. Teile 1-2. In: Zenetudományi Dolgozatok. Budapest: 1978, 1979.

Gábry, György: „Liszt Ferenc emléktárgyai a Magyar Nemzeti Múzeumban“. Folia Historica 5, 1977. Auf Deutsch: „Franz Liszt-Reliquien im Ungarischen Nationalmuseum, Budapest“. Studia Musicologica XVII (1975), S. 408-423.

Gábry, György: „Liszt Ferenc zongorái“. Folia Historica 2 (1973), S. 123-134. Auf Deutsch: „Franz Liszts Klaviere“. Studia Musicologica XX (1978), S. 389-403.

Gádor, Ágnes – Szirányi, Gábor: Liszt Academy of Music, Budapest. Budapest: 2000.

Hamburger, Klára: „Ismeretlen dokumentum Liszt Ferenc haláláról“ [Unbekanntes Dokument über Franz Liszts Tod]. Muzsika 48/4 (April 2005), S. 10-13.

Isoz, Kálmán: A Liszt Ferenc emlékkiállítás lajstroma [Katalog der Franz Liszt Gedenkausstellung]. Ungarisches Nationalmuseum, Budapest: 1911.

Isoz, Kálmán: Az Orsz. Magyar Kir. Liszt Ferencz Zenemûvészeti Fõiskola Liszt szobájának kalauza [Führer durch das Liszt-Zimmer der Nationalen Königlich-Ungarischen Franz Liszt Musikhochschule]. Budapest: 1925.

Kárpáti, János: Album d’un voyageur. Tagebuch eines Reisenden. F. Liszt Gedächtnisausstellung Eisenstadt 25. Mai – 23. August 1981. – Egy utazó naplója. Liszt Ferenc emlékkiállítás. Eisenstadt: 1981.

Kárpáti, János: „Liszt Ferenc Chickering-zongorái“ [Franz Liszts Chickering-Klaviere]. Magyar Zene, 1984, S. 226-231.

Katalog der Ausstellung Anna Maria Liszt. Krems: 1986.

Keeling, Geraldine: „The Liszt Pianos – Some Aspects of Preference and Technology“. The New Hungarian Quarterly, Bd. XXVII, Nr. 104 (Winter 1986).

Kovács, Imre: „Liszt’s Devotional Image. A 17th-Century Abgar Image and its two Possessors“. Acta Historiae Artium, Tom 44 (2003), S. 339-348.

Kovács, Imre: „The Galvanoplastic Replica of a Peter Cornelius Sketch for his Dante Ceiling Fresco in the Budapest Liszt Estate“. Studia Musicologica XLVII/1 (2006), S. 1-17.

Kovács, Mária: „Les manuscrits de Liszt à Morlanwelz“. Studia Musicologica XXX (1988), S. 330-332.

La Mara, Hrsg.: Briefwechsel zwischen Franz Liszt und Carl Alexander Grossherzog von Sachsen. Leipzig: 1909.

La Mara, Hrsg.: Briefwechsel zwischen Franz Liszt und Hans von Bülow. Leipzig: 1898. Abkürzung: Br. L.–Bü.

La Mara, Hrsg.: Franz Liszts Briefe. Bde. I-VIII. Leipzig: 1893-1903. Abkürzung: Br. I–VIII. [Bände I-II in englischer Übersetzung: s. Bache, Constanze.]

László, Zsigmond – Mátéka, Béla: Franz Liszt par l’image. Budapest: 1978.

László, Zsigmond– Mátéka, Béla: Franz Liszt. Sein Leben in Bildern. Budapest–Kassel: 1967.

László, Zsigmond – Mátéka, Béla: Liszt Ferenc élete képekben és dokumentumokban. Budapest: 1978.

László, Zsigmond – Mátéka, Béla: Franz Liszt. A Bibliography in Pictures. Budapest: 1968.

Legány, Dezsõ: „Erkel és Liszt Zeneakadémiája (1875-1876)“ [Erkels und Liszts Musikakademie, 1875-1876]. In: Magyar Zenetörténeti Tanulmányok, Hrsg. Ferenc Bónis, II. Budapest: 1969, S. 243-265.

Legány, Dezsõ: „Erkel és Liszt Zeneakadémiája (1876-1877)“ [Erkels und Liszts Musikakademie, 1876-1877]. In: Magyar Zenetörténeti Tanulmányok, Hrsg. Ferenc Bónis, III. Budapest, 1973, S. 103-113.

Legány, Dezsõ: Franz Liszt. Unbekannte Presse und Briefe aus Wien 1822–1882. Wien–Köln–Graz: 1984.

Legány, Dezsõ: „Liszt Ferenc lakása a régi Zeneakadémián“ [Franz Liszts Wohnung in der Alten Musikakademie]. Budapest, Juli 1983, S. 29-31.

Legány, Dezsõ: Liszt Ferenc Magyarországon 1869-1873. Budapest: 1973. Englische Fassung: Ferenc Liszt and His Country 1869-1873. Budapest: 1983.

Legány, Dezsõ: Liszt Ferenc Magyarországon 1874-1886. Budapest: 1986. Revidierte englische Fassung: Ferenc Liszt and His Country 1874-1886. Budapest: 1992.

Legány, Dezsõ: „Liszt Ferenc tanítványai a Zeneakadémián. Függelék az ‘Erkel Ferenc a Zeneakadémián (Elsõ rész)’-hez“ [Franz Liszt’s Schüler an der Musikakademie. Anhang zum ‘Ferenc Erkel an der Musikakademie (Erster Teil)]. In: A Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola 100 éve [Hundert Jahre Liszt Ferenc Musikakademie“, Hrsg. József Újfalussy. Budapest: 1977, S. 100-103.

Legány, Dezsõ: „Liszt’s Homes in Budapest“. The New Hungarian Quarterly, Bd. XXV, Nr. 93 (Frühjahr 1984), S. 210-215.

Legány, Dezsõ: „A Zeneakadémia születése“ [Die Geburt der Musikakademie]. In: Magyar Zenetörténeti Tanulmányok, Hrsg. Ferenc Bónis, I. Írások Erkel Ferencrõl és a magyar zene korábbi századairól. Budapest: 1968, S. 75-104.

Liszt, Eduard Ritter von: Franz Liszt. Abstammung, Familie, Begebenheiten. Wien – Leipzig: 1937.

Liepsch, Evelyn: „Der Nachlass Franz Liszts in Weimar“, in: Golz, Jochen Hrsg.: Das Goethe- und Schiller-Archiv 1896-1996. Weimar – Köln – Wien: 1996, S. 347-352.

Lucke-Kaminiarz, Irina: „Liszts Weimarer Reisekruzifx“. Liszt-Nachrichten (Nachrichten der Deutschen Liszt-Gesellschaft) Nr. 10 (2007), S. 16.

Mayer, Arno J.: „Liszt’s Wohnung in Budapest“. Neue Illustrierte Zeitung Bd. II (1886), Nr. 47.

Mátéka, Béla: „Az Andrássy-úti régi Zeneakadémia érdekes múltjából“ [Interessantes aus der Vergangenheit der Alten Musikakademie in der Andrássy Straße]. A Zene, 1. März 1940.

Mátéka, Béla: „Hubay Jenõ és a Budapesti Liszt-ház“ [Jenõ Hubay und das Budapester Liszt-Haus]. Magyarság, 28. März 1937.

Mirus, Adolph: Das Liszt-Museum zu Weimar und seine Erinnerungen. 2. Auflage Weimar: 1892.

Murányi, Róbert Árpád: „Ismeretlen Liszt-emlékek“. Magyar Zene, September 1964, S. 582-532. Auf Englisch: „Unknown Liszt Relics [Memorabilia]“. Studia Musicologica IV (1963), S. 201-209.

Az Országos Magyar Királyi Zeneakadémia évkönyve az 1886/7-idiki tanévrõl [Jahrbuch der Nationalen Königlich-Ungarischen Musikakademie über das akademische Jahr 1886/7]. Budapest: 1887.

Az Országos Magyar Királyi Zeneakadémia évkönyve az 1927/28-iki tanévrõl [Jahrbuch der Nationalen Königlich-Ungarischen Musikakademie über das akademische Jahr 1927/28]. Budapest: 1928.

Papp, Viktor: Liszt Ferenc élõ magyar tanítványai [Franz Liszts noch lebende ungarische Schüler]. Budapest: 1936.

Prahács, Margit: Chambre commemorative François Liszt. Budapest: 1956.

Prahács, Margit: Franz Liszt. Briefe aus ungarischen Sammlungen 1835-1886. Budapest – Kassel: 1966.

Prahács, Margit: „Kiadatlan és ismeretlen Liszt-levelek a Zenemûvészeti Fõiskola levéltárában“ [Unveröffentlichte und unbekannte Liszt-Briefe im Archiv der Musikakademie]. In: Zenetudományi Tanulmányok, Hrsg. Bence Szabolcsi und Dénes Bartha, III. Budapest: 1955, S. 109-210.

Prahács, Margit: Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola, Liszt Ferenc Emlékmúzeum. Leíró katalógus [Liszt Ferenc Musikakademie, Liszt Ferenc Gedenkmuseum. Ein deskriptiver Katalog]. Budapest: 1968.

Prahács, Margit: „A Zenemûvészeti Fõiskola Liszt-hagyatéka“ [Der Liszt-Nachlass an der Musikakademie]. In: Zenetudományi Tanulmányok, Hrsg. Bence Szabolcsi und Dénes Bartha, VII. Budapest: 1959, S. 49-94. Abgekürzte deutsche Fassung: „Franz Liszt und die Budapester Musikakademie“. In: Hamburger, Klára, Hrsg.: Franz Liszt, Beiträge von ungarischen Autoren. Budapest: 1978, S. 49-94.

Sand, Christiane: A la table de George Sand. Flammarion: 1997.

Sebestyén, Ede: Liszt Ferenc hangversenyei Budapesten [Franz Liszts Konzerte in Budapest]. Budapest: 1944.

Stradal, August: Erinnerungen an Franz Liszt. Bern – Leipzig: 1929.

Suttoni, Charles: „Franz Liszt’s Published Correspondence: an Annotated Bibliography“. Fontes Artis Musicae XXVI (1979), S. 191-234.

Sz. Farkas, Márta: „Zenetörténeti adatok publikálatlan Liszt-levelekben“ [Musikgeschichtliche Angaben in unveröffentlichten Liszt-Briefen]. In: Zenetudományi Dolgozatok, Budapest: 1980, S. 285-300.

Szerzõ, Katalin: „»Il celebre maestro...« Egykorú tudósítások Lisztrõl a Gazzetta Musicale de Milano hasábjain (1870-1886)“ [»Il celebre maestro...« Zeitgenössische Berichte über Liszt in der Gazzetta Musicale di Milano (1870-1886)“]. Magyar Zene, März 1986, S. 39-48.

Vajda, Viktor: Mûvészet világa. Évtized Siposs Antal magán zeneakadémiájának életébõl [Die Welt der Kunst. Ein Jahrzehnt im Leben der Privat-Musikakademie von Antal Siposs]. Budapest: 1885.

Vándor, Kálmán: „Liszt utolsó élõ tanítványa“ [Liszts letzter lebender Schüler]. Újság, 27. Oktober 1935.

Végh, János: „Liszt Ferencrõl“ [Über Franz Liszt]. Muzsika, Februar-März 1929, S. 73-77.

Vén, Zsuzsa: „A régi Zeneakadémia“ [Die alte Musikakademie]. Budapest: 1983, Nr. 3, S. 42-44.

Walker, Alan Hrsg.: The death of Franz Liszt. Based on the unpublished diary of his pupil Lina Schmalhausen. Ithaca – London: 2002.

Walker, Alan: Franz Liszt. Bd. 3. The final years 1861-1886. New York: 1996.

Weitzmann, Carl Friedrich: Geschichte des Klavierspiels und der Klavierliteratur. Stuttgart: 1879.

Whitacre: Liszt letters in Paris. New York: 1977.

Williams, Adrian: The Liszt Society Newsletter Nr. 27, Frühling 1986. London: 1986.

Wróblewska-Straus, Hanna & Eckhardt, Mária: Chopin and Liszt. Exhibition catalogue. Warsau: 1995.

Zichy, Géza: Aus meinem Leben. Erinnerungen und Fragmente. Bde. I-III. Stuttgart: 1911, 1913, 1920. Bde I-II auf Ungarisch: Emlékeim. Budapest: 1912, 1913.

Zeitungsartikel und Berichte aus Zeitungen und Zeitschriften:

Budapest, Budapesti Hírlap, Egyetértés, Fõvárosi Lapok, Muskegon Chronicle, Pester Lloyd, Pesti Napló, Pocatello Tribune, Vasárnapi Újság und anderen.































i Archiv der LFMA, 219/1925, Xerokopie: LM AD-foto 47.

ii Mirus: Das Liszt-Museum zu Weimar und seine Erinnerungen, 1892; Liepsch: „Der Nachlass Franz Liszts in Weimar“, 1996.

iii 1875, das Eröffnungsjahr: 38; 1879/80, das erste akademische Jahr im Gebäude auf der Sugár Straße: 71; 1886/87, das erste akademische Jahr nach Liszts Tod: 97; 1899/1900: 356; 1907/08: 598.

iv „A Guide to the Liszt Room of the Royal Hungarian Liszt Ferenc Academy of Music“, 1925. Auf Englisch, s. Eckhardt Hrsg.: Liszt Ferenc Memorial Museum, Catalogue, 1986, S. 15-16.

v Lajos Ernst (1872-1937) war ein ungarischer Kunstsammler und Schriftsteller. 1912 gründete erdas Ernst Museum, in dem er etwa 6500 Gegenstände im Zusammenhang mit ungarischer Geschichte und Kunst, unter anderen auch Notenmanuskripte sammelte.

vi Br. II. Nr. 279, auf Deutsch. Englische Übersetzung: Bache: Letters of Franz Liszt, Bd. II, Nr. 279.

vii Frau Szinyei-Merse, geb. Irén Kandó (1879-1947) war eine Schülerin des Liszt-Schülers István Thomán. Sie war eine leidenschaftliche Sammlerin von Liszt-Reliquien und Vorsitzende der Liszt Ferenc Gesellschaft zwischen 1943 und 1945.

viii Prahács: Chambre commemorative de François Liszt, 1956.

ix Prahács: Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola. Liszt Ferenc Emlékmúzeum. Leíró katalógus, 1968. S. die Einleitung auf Englisch in Eckhardt: Liszt Ferenc Memorial Museum Catalogue, 1986, S. 17-19.

x Der Name der Straße wechselte mehrmals: Sugárút, Andrássy út, Sztálin út, Népköztársaság útja, jetzt ist sie wieder Andrássy út (út = Straße).

xi Archiv der LFMA, 913/1943, Kopie: LM AD-foto 63.

xii Nach der Verstaatlichung kam das Gebäude in den Besitz des Innenministeriums (die Zentrale des gerüchtigten Staatssicherheitssbehördes befand sich auf der anderen Seite der Andrássy Straße; heute gibt es dort ein Museum, das „Haus des Terrors“ genannt wird). Von 1957 bis zur Wiedergabe an die Musikakademie wurde das Gebäude von dem Aussenhandelsunternehmen Tanninpex gebraucht.

xiii Im Erscheinungsjahr des vorliegenden Katalogs (2008) sieht es folgendermaßen aus: a) Erdgeschoss: Forschungsbibliothek, Büros unad Werkstätten des Liszt Gedenkmuseums und Forschungszentrums, J. S. Bach Saal (für den Orgelunterricht); b) erster Stock: Liszt Gedenkmuseum, Konzertsaal; c) zweiter Stock: Tonarchiv, Büroräume für die Ferenc Liszt und die Kodály Zoltán Gesellschaft, Konferenzsaal; dritter Stock: Klassenräume für Kirchenmusik-, Kammermusik- und Sprachunterricht, Büroräume für die Freunde der Liszt-Akademie und für die Kirchenmusikgesellschaft (dieser Stock ist mit dem Nachbarhaus verbunden, wo einige Klassenräume zu finden sind, e) Dachgeschoss: Schule für Instrumentenbau.

xiv Der Eingang des Eckgebäudes der Musikakademie war immer auf der Vörösmarthy Straße (Nr. 35), wie eine Karikatur aus Liszts Zeit zeigt (s. Bory: La vie de François Liszt par l’image, 1936, S. 213, Burger: Franz Liszt, 1986, S. 281, Nr. 584.) Trotzdem wurde das Gebäude nach der Hauptkreuzung Sugár /Andrássy Straße (Nr. 67) genannt, wo sich die Fassade befindet.

xv Archiv der LFMA, VKM 16.481, datiert mit 9. Juni 1880. Anweisung des Unterrichtsministers Ágoston Trefort an Ferenc Erkel, den Direktor der Musikakademie, der er ein Exemplar des von dem Architekten Sándor Fellner am 5. Juni 1880 vorlegten Entwurfs beifügte.

xvi Siehe S. 65 des 1886/87er Jahrbuches der Musikakademie (Az Országos Magyar Királyi Zeneakadémia évkönyve, 1887).

xvii Seine Verwandten wollten nicht nur den erwähnten Gasleuchter, sondern auch einige Musikinstrumente versteigern, wie die Zeitschrift Budapesti Hírlap am 12. August 1903 oder Zenevilág am 15. August 1903 berichtete usw. Die Versteigerung wurde auf den Einspruch der Musikakademie hin auf unbestimmte Zeit verschoben. Es folgte ein langes Rechtsverfahren, das die Musikakademie im Jahre 1905 gewann. Der Gasleuchter war aber in den 1980er Jahren nicht mehr vorhanden und alle Leuchter mussten durch elektrische Kronleuchter aus dem späten 19. Jahrhundert ersetzt werden.

xviii Angabe, die von Jenõ Hubay erwähnt und von Mátéka zitiert ist in: „Az Andrássy-úti régi zeneakadémia…“, 1940.

xix Budapester Tagblatt, 3. August 1886.

xx Prahács: Franz Liszt. Briefe, 1966, Nr. 276, Original in der Széchenyi Nationalbibliothek.

xxi Die erste Ausstellung anlässlich der Eröffnung im Jahre 1986 hatte eine Vielzahl von wertvollen, aus dem Ungarischen Nationalmuseum ausgeliehenen Dokumenten. Diese Tatsache wiederspiegelt sich auch in den ersten Katalogen. Später, von den 1990er Jahren zu 2005 war auch der Beethoven-Liszt Flügel im Liszt Gedenkmuseum ausgestellt.

xxii Die zweite Ausgabe des englischen Katalogs von 1986 war im Jahre 1996 mit einem Ergänzungs- und Korrekturblatt neu aufgelegt, das aber 2008 nicht mehr möglich war.

xxiii Die Liszt-Sammlung der Musikakademie, einschließlich der Originaldokumente des Liszt Gedenkmuseums und die aus anderen Quellen in Abschriften gesammelten Materialien sind den Forschern in der Forschungsbibliothek für Musikgeschichte im Erdgeschoss zugänglich.

xxiv Im Erscheinungsjahr dieses Katalogs (2008) ist die Arbeit immer noch in Vorbereitung. Trotzdem kündigt die Heimseite das Programm der Matinéekonzerte im Konzertsaal des Liszt Ferenc Gedenkmuseums regelmäßig an. Die Konzerte wurden im Eröffnungsjahr 1986 eingeführt und finden seitdem jeden Samstag um 11 Uhr für die Besucher des Museums regelmäßig statt (ausgenommen im August und an Staatsfeiertagen).

xxv Franz Liszt’s Briefe an Baron Anton Augusz (Hrsg. W. Csapó). Budapest: 1911. Der 27. Mai 1871, S. 169.

xxvi Ebd. 17. Juli 1871, S. 172 und 20. September 1871, S. 176.

xxvii Franz Liszt’s Briefe (Hrsg. La Mara). Bd. VI. Leipzig: 1894. 19. November 1871, S. 314.

xxviii Ebd. Bd. VII. 31. Oktober 1873, S. 40.

xxix Ebd. Bd. VII. S. 308. Das Original aller zitierten Briefe Liszts ist Französisch.

xxx Gábry: „Franz Liszts Klaviere“ 1978, S. 389-403; Sz. Márta Farkas: „Zongoratörténeti adatok…“, 1980, S. 285-300.

xxxi Br. VIII, Nr. 158. Liszt schrieb den Namen des amerikanischen Klavierbauers konsequent als „Chikering“. La Mara ließ die beiden letzten Sätze des Briefes weg. Ich bin Geraldine Keeling für die gegenwärtige Information verpflichtet (Vgl. Whitacre, Liszt letters in Paris, 1977, S. 61 – Bibliothèque Nationale No. 43.)

xxxii Br. VIII, Ne. 164.

xxxiii Br. II, Nr. 62.

xxxiv Prahács: Franz Liszt. Briefe, 1966, Note zu Nr. 476, S. 418.

xxxv Ein Glassklavier von vier Oktaven gebaut von Bachmann (Tours).

xxxvi Csapó: Franz Liszts Briefe an Baron Anton Augusz, 1911, Nr. 83. – Csapó las den Namen „Chikering“ irrtümlich als „Chikarey“.

xxxvii Weitzmann: Geschichte des Clavierspiels, 1879, S. 295.

xxxviii Az Országos Magyar Királyi Zeneakadémia Évkönyve , 1887, S. 65.

xxxix Unveröffentlichter Brief, seine Beschreibung befindet sich unter der Signatur 455/2 im Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar. Für diese Information bin ich Geraldine Keeling zu Dank verplichtet.

xl Br. II, Nr. 278.

xli Zitiert in Legány: „Liszt Ferenc lakása a régi zeneakadémián“, 1983, S. 29-31.

xlii Prahács: „A Zenemûvészeti Fõiskola Liszt-hagyatéka“, 1959, S. 449.

xliii Stradal: Erinnerungen an Franz Liszt, 1929, S. 44.

xliv Ábrányi: „Liszt Ferenczrõl“, 1886, S. 562-569.

xlv Füssmann–Mátéka: Franz Liszt., 1936. Bild Nr. 275.

xlvi Prahács: „A Zenemûvészeti Fõiskola Liszt-hagyatéka“, 1959, S. 429-431.

xlvii S. Fußnote Nr. 9.

xlviii Isoz: Az Orsz. Magy. Kir. Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola Liszt szobájának kalauza. 1925.

xlix Az Országos Magyar Királyi Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola Évkönyve, 1928, S. 15.

l Das Dokument fehlt.

li „Liszt Piano to be Heard in Recital“, Muskegon Chronicle, 24. Mai 1928: „Musical Treat is Provided by Recital on Famous piano““, Muskegon Chronicle, 25. Mai 1928; „French Pianist to Use Liszt’s Piano“, Pocatello Tribune, 8. April 1928.

lii Am 31. Oktober 1927, laut Bericht von The New York Times.Mitteilung von Geraldine Keeling.

liii Bartha: Liszt Ferenc Emlékkiállítás, 1936.

liv Füssmann–Mátéka, Franz Liszt, 1929, S. 44.

lv Prahács: „A Zenemûvészeti Fõiskola Liszt-hagyatéka“, 1959, S. 430; Prahács: Franz Liszt. Briefe, 1966, S. 418; Prahács: Liszt Ferenc Zenemûvészeti Fõiskola, Liszt Ferenc Emlékmúzeum, 1968. Nrn. 121 und 121/a.

lvi Franz Liszt (piano pieces) played on Liszt’s own piano by Dag Achatz, Grammofon AB BIS LP-244, Djursholm, Sweden.

lvii S. Fußnote Nr. 14.

lviii S. Fußnote Nr. 15.

lix S. Fußnote Nr. 1.

lx „… deux superbes Bösendorfer qui ornent ma chambre …“ Budapest, 6. Januar 1876. Br.L.–Bü., No. 194.

lxi Außer den früher bekannten Briefen, vgl. Suttoni: „Franz Liszt’s Published Correspondence“, 1979, S. 191-234. Viele bis dahin unbekannte Briefe wurden von Dezsõ Legány in seinem Werk: Franz Liszt. Unbekannte Presse und Briefe aus Wien, 1984 veröffentlicht.

 
 
Top of page
 
 
nyomtat
 
 
vissza vissza